Bitterstoffe gelten derzeit als Superfood, von dem man gar nicht genug kriegen könne. Chicorée, Artischocke, Radicchio & Co. wirken auf Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse gleichermaßen appetitanregend wie verdauungsfördernd. Der Hype wird insbesondere durch InfluencerInnen auf Social-Media angeheizt, die Bitterstoffe auch als Abnehmwunder anpreisen. Man findet sie in über 1000 Lebensmitteln. Seit einigen Jahren wurden sie aber gemäß den Verbraucherwünschen gezielt weggezüchtet bzw. reduziert wie beim Chicorée oder Rosenkohl. Im Verdauungstrakt sorgen sie u. a. für die Hormonproduktion und die Ausschüttung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt. Die Aussage, Bitterstoffe würden beim Abnehmen helfen, ist kaum haltbar. Und bei Problemen mit Leber oder Galle, sollte man zusätzliche Bitterpräparate eher meiden. Unklar ist auch, welche Mengen an Bitterstoffen überhaupt gesund sind.



