Was bringen Dampfbäder der Gesichtshaut?

Dampfbäder waren schon zu Omas Zeiten beliebt und dies nicht nur bei Schnupfen und Halsweh. Auch über die positive Wirkung für die Haut weiß man seit langem Bescheid. Neben dem positiven Effekt für die Gesichtshaut, sollte man ein Dampfbad auch als entspannende Auszeit genießen. Kosmetikpraxen nutzen die Bedampfung der Haut speziell vor einer Tiefenreinigung oder Gesichtsbehandlung. Ein Facial Steaming öffnet die Poren, lässt überflüssigen Talg abfließen und versorgt die Haut mit Feuchtigkeit. Das Gesicht wird tiefgreifend aber schonend gereinigt und die Durchblutung angeregt. Je nach den Bedürfnissen der Haut kann man diese Wirkung durch den Zusatz von Kräutern, Salz oder Ölen individuell verstärken. Auch wer müde Haut entspannen und verjüngen willsollte regelmäßig ein Dampfbad machen – bis zu zwei Mal pro Woche, damit die Haut nicht austrocknet. Die Schwitzkur bewirkt einen natürlichen Detoxeffekt. Perfekt um das Hautbild zu verfeinern und einen fahlen Teint zu vertreiben. Bei Sonnenbrand, Herpes, akuter Rosazea oder frischen Narben aber besser darauf verzichten.

Es gibt ein paar Regeln bei Gesichtsdampfbädern zu beachten. Der erste Schritt sollte eine gründliche Reinigung der Haut sein. Also abschminken und anschließend ein mildes Waschgel benutzen. Je sauberer das Gesicht ist, desto tiefer kann der Wasserdampf in die Poren eindringen. Eine ausreichend große Schüssel und ein großes Handtuch bereitlegen. Will man dem heißen Wasser Kräuter zugeben, es besser einige Minuten stehen lassen, dann hat das Wasser eine angenehme Temperatur. Die Kräuter sollten nie mitgekocht werden. Handtuch über den Kopf und das Gesicht max. 20 – 30 Centimeter über das warme Wasser halten. Ist es noch zu heiß, etwas kaltes Wasser dazugeben. Die ideale Dauer für ein Dampfbad beträgt ca. 10 Minuten. Anschließend das Gesicht mit Wasser abspülen und eine passende Pflegecreme oder auch ein Serum nutzen. Die Pflege kann jetzt tief in die Haut eindringen und ist deshalb besonders effektiv.

Vor allem bei hartnäckigen Hautunreinheiten sind Dampfbäder ideal. Ergänzt mit Kamillenblüten lassen sich entzündete Pickel beruhigen, Zitrusschalen wirken zusätzlich reinigend und Rosmarinnadeln oder Minze bringen fettige Haut wieder ins Gleichgewicht. Bei hartnäckigen Mitessern helfen ein paar Tropfen Teebaumöl. Kräuter und Blüten im heißen Wasser wirken wie eine Wellnesskur. Je nach Stimmungslage kann das Dampfbad eine anregende oder beruhigende Wirkung haben. Lavendel und Calendula sind eher beruhigend, während Zedernblätter und Cardamom belebend wirken. Es gibt auch diverse fertige Kräutermischungen und ätherische Öle für Dampfbäder. Dr. Hauschkas Gesichtsdampfbad eignet sich mit Heilpflanzenauszügen von Gänseblümchen, Kapuzinerkresse und Zaubernuss vor allem für unreine und zu Entzündungen neigende Haut.

 

Mädesüß – der unbekannte Schmerzstiller!

Wie dies schon bei den Druiden in der Antike bekannte Kraut zu seinem Namen kam, ist unklar. Auch wenn es so klingt als ob es etwas mit süßen Mädels zu tun hätte, geht der Name vermutlich eher auf den Honigwein Met zurück, der früher mit Mädesüß gewürzt bzw. gesüßt wurde oder weil die Blüten des Mädesüß einfach süß riechen. Auch wenn nur noch wenige die Pflanze kennen, die in Europa und Nordamerika an Bachufern und auf feuchten Wiesen anzutreffen ist, hat sie gerade jetzt zur Erkältungszeit einiges zu bieten. Ähnlich wie der Salbei wirkt auch das Mädesüß durch seine Gerbstoffe adstringierend auf die Schleimhäute, d.h. es zieht die Schleimhäute zusammen, ist daneben aber auch entzündungshemmend und fiebersenkend. Wie Holunder und Lindenblüten hat das Mädesüß schweißtreibende Eigenschaften und eignet sich deshalb als Tee auch gut zur unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten oder als Vorbeugung gegen einen beginnenden grippalen Infekt. Die getrockneten Blüten und Blätter bekommt man in der Apotheke oder als fertigen Erkältungstee. Mehr als drei Tassen am Tag sollte man aber nicht trinken.

Daneben hat man es in der Volksmedizin auch bei Gicht, sowie Blasen- und Nierenleiden und gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Hauptsächlich bekannt ist das Mädesüß für den enthaltenen Wirkstoff Salicylsäure. 1839 wurde aus ihr erstmals die Spiersäure oder auch Salicylsäure gewonnen, die mit ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Wirkung vor allem gegen Gelenkrheuma verwendet wurde. Später hat man die synthetische magenfreundlichere Acetylsalicylsäure hieraus entwickelt. Für Menschen, die auf Salicylate allergisch reagieren, ist Mädesüß deshalb ungeeignet. Auch Asthmatiker und Schwangere sollten es eher meiden. Als Kräuterbeigabe wirkt es in einem heißen Gesichtsdampfbad gegen Akne und Hautunreinheiten. Die Pflanzenteile dürfen allerdings nicht gekocht werden.

In der Küche wird es wegen seines feinherben Geschmacks vor allem zum Aromatisieren von süßen Getränken und Gelees verwendet. Auch Früchtekompott geben die Blüten des Mädesüß eine dezente Würze. Die Blätter kann man auch im Salat oder als Würzkraut für Fisch- und Wildgerichte einsetzen. In der belgischen und französischen Küche nutzt man es öfter für Desserts, da es Völlegefühl und Sodbrennen lindert.