Gesundheitstipps

Was hilft bei nervösem Magen?

Ein Reizmagen – auch „funktionelle Dyspepsie“ genannt, äußert sich meist durch Druck und Schmerzen im Oberbauch sowie Völlegefühl, Blähungen, Sodbrennen oder Übelkeit nach dem Essen. Organisch ist trotz solcher Beschwerden meist alles in Ordnung, was die Probleme für Betroffene nicht leichter macht. 15 bis 20 % der Bevölkerung leiden zeitweise unter einem nervösen Magen. Im Akutfall kommen oft Medikamente wie Säurehemmer oder Krampflöser zum Einsatz, die aber nur kurzfristig helfen und nicht die Ursache beheben. Man vermutet, dass ein nervöser Magen durch eine Reihe von Faktoren ausgelöst wird wie ein empfindliches Nervensystem im Bereich des Magens, gestörte Bewegungsabläufe im Verdauungstrakt oder psychische Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen. Um konkrete Auslöser beim Essen und Trinken ausschließen zu können, ist es sinnvoll ein Ernährungstagebuch zu führen. Grundsätzlich sind mehrere kleine Mahlzeiten am Tag besser als 2 – 3 große. Manche reagieren bereits auf einen leeren Magen mit ähnlichen Beschwerden. Bei den Getränken besser auf Kohlensäure und Eis verzichten und täglich 2 bis 3 Liter Wasser oder Kräutertee trinken.

Langfristig ist vor allem eine Umstellung der Lebensgewohnheiten zielführend: d. h. Stressabbau durch Entspannungstechniken, regelmäßige Bewegung sowie Verzicht auf Fastfood und industriell verarbeitete Lebensmittel. Weniger Zucker, Fette, stark gesalzene, scharfe und geräucherte Produkte reduzieren die Belastung für den Magen und tragen zu einer Regulierung des Säure-Basen-Haushalts bei. Als Fett eignet sich bei Magenproblemen besonders Leinöl. Pflanzliche Helfer sind Pfefferminze, Kümmel und Fenchel ebenso wie Heilerde. Besser weniger Fleisch und stattdessen 2 bis 3 Mal pro Woche Seefisch essen. Obst, Gemüse (besser kein Kohl oder Bohnen) und Salate gehören täglich auf den Speiseplan. Alkohol, Kaffee, Rauchen und Übergewicht können die Symptome verstärken. Ein Reizmagen ist nicht heilbar, lässt sich aber durch eine Verhaltens- und Ernährungsumstellung weitgehend reduzieren.

Wie lässt sich Sonnenallergie verhindern?

Die Polimorphe Lichtdermatose (PLD) ist eigentlich keine Allergie, sondern ein Sonnenekzem, das in vielfältigen Varianten auftritt. Es zeigt sich vor allem auf blasser Winterhaut, die zu lange ungeschützt den Sonnenstrahlen ausgesetzt war. Diese Überempfindlichkeit ist oft genetisch bedingt und ähnelt eher einer Autoimmunstörung. Mit der Mallorca-Akne, die durch Schweiß und fetthaltige Sonnencremes ausgelöst wird, hat sie nichts zu tun. Daneben gibt es außerdem noch die Photoallergische Reaktion, die als Allergie gegen Inhaltsstoffe in Lotionen und Kosmetika gilt. Bei der Unterscheidung dieser drei Krankheitsbilder ist in der Regel der Hautarzt gefragt.

Um eine PLD zu verhindern, sollte man zu Sonnenschutzmitteln mit LSF 30 oder 50 greifen, die weder Fette noch Emulgatoren enthalten und für sensible und allergische Haut geeignet sind. Grundsätzlich hilft es im Frühjahr oder vor dem Urlaub die Haut langsam an die Sonne zu gewöhnen, die Mittagszeit zu meiden und das Sonnenbad Schritt für Schritt zu verlängern. Dies kann man als Phototherapie auch beim Hautarzt machen lassen. Daneben gibt es eine Reihe von Vitaminen und Mikronährstoffe die eine PLD reduzieren können wie Vitamin D in Kombination mit Calcium, Folsäure, Vitamin A sowie Beta-Carotin. Durch sie werden die Hautzellen gegen UV-Strahlung unterstützt und gestärkt. Bei der Frage der Dosierung ist eine Beratung beim Arzt oder in der Apotheke sinnvoll. Raucher müssen außerdem auf Beta-Carotin verzichten. Für eine Nährstoff-Therapie sollte man 8 bis 12 Wochen einplanen. Bilden sich trotz allem juckende Quaddeln und Pusteln, helfen akut Antihistaminika um die Histaminausschüttung zu drosseln, aber auch natürliche Mittel wie Quarkumschläge, Aloe-Vera-Gel, Ringelblumensalbe und reines Lavendelöl. Sie lindern Juckreiz und Entzündung. Und nicht vergessen: in jedem Fall die Sonne meiden oder UV-Kleidung tragen. Die sogenannte Sonnenallergie tritt übrigens vor allem in jungen Jahren und bei Frauen zwischen 20 und 40 auf.

Was kann Wärme und wobei hilft Kälte?

Ein kühler Wadenwickel bei Fieber, eine Wärmflasche gegen Bauchschmerzen, der Eisbeutel, wenn man sich gestoßen hat: ob Kälte oder Wärme hilft, ist hier schnell entschieden. Bei akuten Schwellungen und stumpfen Verletzungen ist grundsätzlich Kälte sinnvoll, da sich so die Blutgefäße zusammenziehen, Blutergüsse und Leitungsgeschwindigkeit der Nerven reduziert werden, z. B. bei Verstauchungen und Prellungen oder nach einer Zahn-OP. Ob Beutel, Eismanschette oder Coolpack – man sollte nicht zu lange kühlen, sondern immer wieder kurze Pausen machen. Eisbäder für Arme oder Füße helfen nach extremer Muskelbelastung oder bei krankhaft erhöhter Muskelspannung. Kältesprays gehören in den Sportvereinen in jede Erste-Hilfe-Box. Auch Rheuma- und Arthrose-Patienten werden mitunter durch eine Kältetherapie behandelt, um die Freisetzung von Entzündungsstoffen zu mindern. Bei chronischen Gelenkbeschwerden besser den Arzt oder Therapeuten fragen. Die guten alten Kneipp-Kuren helfen bei schlechter Durchblutung und um den Lymphabfluss anzuregen. Eine Kombination von Kälte und Wärme wie bei Wechselduschen bringt ebenfalls Bindegewebe und Kreislauf in Schwung, stärkt den Blutdruck und hält die Abwehrkräfte auf Trab.

Wärme dagegen ist immer dann gefragt, wenn es um schmerzhafte aber nichtentzündliche Verspannungen wie im Nacken und Rücken geht, die durch eine stärkere Durchblutung und eine Steigerung des Stoffwechsels angeregt werden sollen. Hier kommen warme Wickel, Kirschkernkissen, Wärmflasche, Rotlichtlampe oder Wärmepflaster zum Einsatz. Auch Fango- oder Moorbäder gehören zur Wärmetherapie. Besonders bei Blasen- und Harnwegsinfekten, Regelschmerzen oder Ischiasbeschwerden greift man gern auf eine Wärmebehandlung zurück. Vollbäder wirken außerdem positiv auf Psyche und Nerven, sofern man keine Kreislaufprobleme oder Venenleiden hat. Diabetiker und Tumorpatienten sowie Patienten mit Herzproblemen, Autoimmunstörungen oder Migräne sollten die Wahl der Therapie vorab mit dem Arzt klären.

Wie kann der Darm Heuschnupfen beeinflussen?

Fast jeder vierte Bundesbürger leidet im Frühjahr unter einer Pollenallergie. Und die vegetationsfreie Zeit hat sich inzwischen auf nur wenige Wintermonate reduziert. Neben Antihistaminika, Nasenspray und Augentropfen bleibt Betroffenen meist nur eine Hyposensibilisierung. Was kann man aber selbst tun, um das überschießende Immunsystem zu entspannen? Ein wichtiger Baustein hierbei ist die Darmbarriere, die durch eine akute Allergie oft gestört ist. Immunologen sind sich nicht sicher, ob diese Störung die Folge oder die Ursache für eine allergene Reaktion ist. Aber ob nun Henne oder Ei – die Darmflora braucht Unterstützung um als wichtiger Teil des Immunsystems gut zu funktionieren. Ausreichend Darmbakterien bilden dafür die Basis und schützen den Körper vor weiteren Entzündungen. Eine Darmsanierung mit anschließendem Aufbau der Darmflora ist deshalb eine wichtiger Ansatz um die Folgen einer Pollenallergie in den Griff zu bekommen. Nicht zufällig spielen auch Kreuzallergien mit Lebensmitteln für Betroffene eine wichtige Rolle.

Der Darm macht rund 80% unseres gesamten Immunsystems aus. Neben einer klassischen Darmsanierung hilft vor allem eine basische Ernährung der Darmflora. Ein zu hoher pH-Wert heizt Entzündungen an und belastet Organe, Gelenke und Gefäße. Wer zeitweise auf Zucker, Weißmehl, Milch und Käse verzichtet, den Fleischkonsum reduziert oder seinen Speiseplan ganz auf Basenfasten mit überwiegend Obst und Gemüse umstellt, hilft dem Darm und dem Stoffwechsel zu entsäuern und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Auf industriell verarbeitete Lebensmittel sollte man dabei verzichten und selbst zum Kochlöffel greifen. Natürliche Präbiotika findet man z. B. in Artischocken, Zwiebeln, Schwarzwurzeln, Chicorrée und Topinambur. Zusätzliche Präbiotika und Probiotika wie z. B. Laktobazillen und Bifidobakterien reparieren die Darmflora und stärken die Immunabwehr. Sie können eine Allergie nicht verschwinden lassen, aber die Symptome erheblich mindern. Wir beraten Sie gerne.

Wie nimmt man Nahrungsergänzungsmittel ein?

Viele schlucken sie täglich: Vitaminpillen, Mineralstoffe und Spurenelemente. Vor allem bei Schwangeren, Stillenden, Chronikern, Senioren, Sportlern und Veganern ist der zusätzliche Bedarf bekannt. Aber wann sollte man Pillen oder Pülverchen einnehmen und in welcher Kombination? Dabei gibt es einiges zu beachten, wenn man eine optimale Wirkung erreichen will. Unser Körper erledigt zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Aufgaben an die Nahrungsergänzungsmittel andocken können. Kalzium beispielsweise unterstützt die Bildung des Schlafhormons und sollte deshalb kombiniert mit Magnesium abends genommen werden, das zusätzlich zur Muskelentspannung beiträgt. Für Sportler oder im Alter ist es aber auch tagsüber sinnvoll. Auch Vitamin C und L-Tryptophan eignen sich gut für die Einnahme am Abend. Grundsätzlich gilt für die meisten Vitamine aber, dass sie besser zu Tageszeiten wirken, wenn der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft. Wechselwirkungen verschiedener Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen kaum zu erwarten, da die meisten Stoffe auch in der Nahrung vorkommen. Anders verhält es sich bei der gezielten Einnahme von Stoffen wie der Alpha-Liponsäure zur Ausleitung von Metallen. Da macht es keinen Sinn diese mit Zink zu kombinieren.

Ob sie dagegen besser vor, nach oder zum Essen genommen werden sollten, erfährt man meist aus den Beipackzetteln. Fettlösliche Vitamine wie A, D, E und K werden direkt zum Essen am besten verwertet und im Körper gespeichert. Im Gegensatz zu den wasserlöslichen Vitaminen, wie den B-Vitaminen und C, die sich im Stoffwechsel verbrauchen oder ausgeleitet werden. Bei fettlöslichen Vitaminen sollte man deshalb mit hohen Dosen vorsichtig sein, da es zu Ablagerungen in einzelnen Organen kommen kann. Beim wasserlöslichen Vitamin C empfiehlt es sich z. B. drei kleinere Dosen am Tag zu nehmen, anstatt einer großen Dosis. Überhaupt ist es ratsam sich bei der Höhe der Dosen vom Apotheker, Arzt oder Ernährungsprofi beraten zu lassen, denn diese sollten zum persönlichen Bedarf passen. Viel hilft hier eben nicht viel und kann im Einzelfall sogar gefährlich werden.

Gibt es Alternativen zu Säureblockern?

Immer wieder liest man von Risiken bei langfristiger Einnahme von Magensäureblockern bzw. Protonenpumpenhemmern (PPI). Die einen nehmen sie gegen Sodbrennen, andere bekommen sie vom Arzt verordnet, weil sie Medikamente einnehmen, die den Magen schädigen könnten. Seit Jahren werden diese Medikamente immer öfter genommen, auch zur Selbstmedikation bei Reizmagen, saurem Aufstoßen oder bei Sodbrennen. Wer aber regelmäßig zu PPIs greift, riskiert langfristig einen Vitamin-B12-Mangel, der zu Osteoporose führen kann. Auch die Aufnahme von Magnesium, Kalzium und Eisen im Körper wird behindert. Besonders fraglich ist ihre Einnahme gegen Sodbrennen, denn PPIs lassen sich nicht so einfach wieder absetzen. Nach dem Absetzen wird vorrübergehend sogar mehr Magensäure produziert, was dazu führt, dass der Betroffene erneut zu dem Mittel greift. Bei Sodbrennen sind alternative Medikamente mit säurebindenden Inhaltsstoffen, die überschüssige Magensäure neutralisieren aber nicht deren Produktion hemmen, weniger problematisch. Vor allem Schwangere und Frauen in der Stillzeit sollten PPIs meiden.

Natürliche Alternativen liegen in einer Ernährungsumstellung: weniger tierische Produkte auf den Speiseplan setzen, dafür mehr pflanzliche und auf Kaffee, Schwarztee, Alkohol, Säfte, Süßigkeiten und Gebäck, die die Magensäure ankurbeln verzichten. Natron und Leinöl können unterstützend wirken. Mitunter liegt auch gar keine überschüssige Magensäure vor, sondern sogar zu wenig, denn ab 50 reduziert sich die Produktion um fast die Hälfte. Bei zu geringer Produktion bleibt der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen offen und es steigt ständig etwas Magensäure auf. Ein Magensäuremangel äußerst sich ganz ähnlich wie ein Überschuss. Vor der langfristigen Einnahme von PPI ist deshalb eine eingehende Untersuchung wichtig. Werden PPIs bei einem Magengeschwür oder parallel zur Einnahme anderer Medikamente verordnet, sollte man diese natürlich nicht absetzen, sondern immer erst den Arzt befragen.