Gesundheitstipps

Wie wirkt Koffein auf Kopf und Körper?

Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk und viele trinken mehr als die unbedenklichen 2 bis 3 Tassen täglich. Die Wirkung auf unsere Organe macht sich unterschiedlich bemerkbar. Koffein reagiert im Magen, Darm, Leber und den Nieren, aber auch im Gehirn über das zentrale Nervensystem. Bekannt ist vor allem seine anregende Wirkung auf den Stoffwechsel – auf Herz, Magen, Darm, Blutdruck und Muskeln. Sportler nutzen diese ebenso wie Menschen, die geistig gefordert sind oder auch bei zu niedrigem Blutdruck. Dabei regt es die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin an und unterdrückt das Adenosin, dass dem Körper Müdigkeit signalisiert. Dieser Effekt lässt sich aber nicht endlos steigern. Schnell tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Steigert man die tägliche Dosis, wird Koffein zunehmend zur Belastung. Es treten verstärkt Müdigkeit, Erschöpfung, aber auch Kopfschmerzen und Reizbarkeit auf. Koffein verzögert bei manchen das Einschlafen und verringert die Schlafdauer.

Trainierte Kaffeetrinker haben mitunter weniger Probleme, wenn die Leber das Koffein schneller abbaut. Individuell verschieden ist auch die Wirkung auf Herz und Kreislauf mit Herzrasen und steigendem Blutdruck. Positive Effekte: in den Bronchien sorgt Koffein für eine Gefäßerweiterung, dadurch entspannt sich die Atmung z. B. bei Asthma. In den Nieren erhöht es die Filterfunktion und die Harnbildung. Auch Darm und Galle werden durch die Gerb- und Bitterstoffe im Kaffee angeregt. Der Abbau des Koffeins variiert stark. Der weibliche Stoffwechsel braucht hierfür meist länger, besonders während der Schwangerschaft. Mediziner raten zu max. einer Tasse pro Tag. Koffein steht auch im Verdacht Probleme beim Kinderwunsch und in der Menopause zu verstärken. Magenbeschwerden nehmen durch die Reizstoffe im Kaffee zu und oft regt er den Heißhunger auf Süßes an. Die negativen Effekte kann man durch Bio-Kaffee in Langzeitröstung reduzieren und wer unsicher ist, sollte testweise den Kaffee ganz weglassen.

Wie schnell machen Schlafmittel abhängig?

Ausreichend Schlaf ist wichtig für körperliche und geistige Entspannung. Schlaflose Nächte machen uns reizbar, unkonzentriert und weniger leistungsfähig. Sie schwächen Herz und Kreislauf und vor allem das Immunsystem. Schlafstörungen können jeden treffen und im schlimmsten Fall in Depressionen enden. Laut RKI leidet ein Viertel aller Deutschen gelegentlich oder regelmäßig an Schlafstörungen, besonders häufig Senioren. Meist sind Sorgen, Ängste oder Stress verantwortlich, wenn man nachts keine Ruhe findet. Wer tagsüber im Job fit und leistungsfähig sein muss, braucht oft eine schnelle Lösung des Problems. Bei wiederholten Schlafproblemen ausschließlich zu Medikamenten zu greifen, ist aber nicht ungefährlich. Pflanzliche Mittel haben meist nur eine leicht beruhigende schlaffördernde Wirkung ohne Abhängigkeitspotenzial. Anders wirken spezielle Antihistaminika, die zwar frei verkäuflich sind, aber einen Gewöhnungseffekt hervorrufen können und letztlich die natürliche Schlafregulierung hemmen. Besonders riskant sind verschreibungspflichtige Benzodiazepine und Schlafmittel mit sogenannten Z-Substanzen. Beide haben bereits nach einigen Wochen und je nach Dosis ein erhebliches Suchtpotenzial.

Eine echte Schlafmittel-Abhängigkeit entwickelt sich schleichend und wird vielen Patienten erst bewusst, wenn man die Pillen absetzen oder reduzieren will. Aber nicht nur Entzugserscheinungen wie Panikattacken, Unruhe, Zittern und Verdauungsbeschwerden machen Probleme. Auch eine langfristige Einnahme kann Nebenwirkungen haben. Langzeitfolgen sind z. B. Schwindel, emotionale Abstumpfung, Stimmungsschwankungen, Veränderungen der Persönlichkeit, Gedächtnisstörungen, Depression und sogar Demenz. Angesichts dieser Risiken sollte man sich rechtzeitig um eine individuelle Schlafhygiene, Entspannungs- und Atemübungen oder auch psychotherapeutische Unterstützung kümmern. Besteht bereits eine Abhängigkeit sind der Hausarzt oder Apotheker und Schlaftherapeuten wichtige Ansprechpartner, aber auch Suchtberatungsstellen und bei jahrelanger Einnahme spezielle Entgiftungskliniken.

Wie erkennt man einen Vitamin-K-Mangel?

Die Funktionen von Vitamin K sind nur wenigen bekannt. Neben A, D und E gehört es zu den fettlöslichen Vitaminen, die nur in Verbindung mit Fetten verarbeitet werden. Seine wichtigste Aufgabe ist die Blutgerinnung, um bei Verletzungen Blutungen zu stoppen. Babys gibt man im Rahmen der U1 flüssiges Vitamin K, da sie über die Muttermilch noch nicht ausreichend versorgt sind. Hierbei geht es vor allem um die Vitamine K1 und K2, letzteres ist meist tierischen Ursprungs und stammt aus Eiern, Milchprodukten und Fleisch vom Weidevieh sowie aus fermentiertem Gemüse wie z. B. Sauerkraut und dem japanischem Natto aus Sojabohnen. K2 wird außerdem in der Darmflora durch Bakterien gebildet. K1 findet man in grünem Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Spinat, in Blattsalaten und Kräutern. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist der Bedarf an K1 meist ausreichend gedeckt. Bei K2 besteht dagegen bei Veganern häufig ein Mangel, der Osteoporose, Arteriosklerose und Gelenkentzündungen fördert. Eine leichte Unterversorgung macht sich durch Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Infektanfälligkeit bemerkbar. Später kommt es häufig zu Blutungen wie z. B. Nasenbluten und auffälligen blauen Flecken.

Die täglichen Essgewohnheiten spielen bei der Versorgung mit Vitamin K eine wichtige Rolle. Auch Verdauungsprobleme wie Zöliakie, Reizdarm oder eine Fettstoffwechselstörung können einen Mangel verursachen. K2 ist zusammen mit D3 für die Calciumversorgung von Knochen, Muskeln und Zähnen zuständig. Gleichzeitig verhindert es aber auch Kalkablagerungen in den Arterien. Dies macht die Schlüsselfunktion von Vitamin K aus, insbesondere bei altersbedingtem Verlust der Knochendichte sowie bei Frauen nach der Menopause. Ratsam ist es bei einer Nahrungsergänzung eine Kombipräparat aus Vitamin D3 und K2 zu wählen. Fragen Sie uns nach einer geeigneten Dosierung. Bei der regelmäßigen Einnahme von Blutverdünnern sollte man beim Verdacht auf einen K-Mangel seinen behandelnden Arzt informieren.

Herzstolpern durch Mineralstoffmangel?

Nicht jeder merkt es gleich, aber viele Menschen hatten es schon. Wenn das Herz aus dem Takt gerät, stolpert oder plötzlich schneller schlägt, passiert dies nicht nur durch überwältigende Ereignisse oder als Schockreaktion. Auch in alltäglichen Situationen kann es auftreten, ohne Vorerkrankung oder einen bedrohlichen Herzfehler. Stress, psychischer Druck, Extremsport, schlaflose Nächte, Hormonschwankungen, aber auch zu viel Koffein, Energydrinks oder Entwässerungsmittel können das Herz zum Stolpern bringen. Ursache ist dann oft ein Mineralstoffmangel verursacht durch starkes Schwitzen, übermäßige Harnausscheidung, Durchfall oder zu viel Alkohol. All dies beeinflusst den Elektrolythaushalt, der für den Herzrhythmus wichtig ist. Durch eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten tritt dieser nur selten auf. Bevor Kalium und Magnesium als Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden, sollte man aber den Kaliumspiegel bestimmen lassen und den Arzt bzw. die Ärztin befragen, denn ein überhöhter Kaliumspiegel verlangsamt den Herzschlag. Tritt das Herzrasen zusammen mit Engegefühl, Übelkeit, Schwitzen und Schwindel auf, unbedingt eine Klinik aufsuchen.

Ansonsten kann man das Herzflattern oft schon mit einfachen Mitteln unter Kontrolle bringen. Tief in den Bauch atmen und langsam die Luft wieder rauslassen verlangsamt den Puls. Auch mehrfaches Husten kann das Herz wieder in den Takt bringen. Ein kaltes Glas Wasser senkt aufkommende Panik und gleicht einen möglichen Mangel an Flüssigkeit aus. Kombiniert mit einer Magnesium-Brausetablette unterstützt es die biochemischen Prozesse, alternativ hilft auch eine Banane. Zimt unterstützt ebenfalls die Herzfunktion und senkt den Blutdruck. Ausreichend Bewegung an frischer Luft stärkt Herz- und Kreislauf und erleichtert einen gesunden Schlaf. Wenn das Herzrasen vor allem in Ruhe auftritt, sollte man Entspannungstechniken anwenden, auch beruhigende Öle mit Lavendel oder Melisse drosseln den Herzschlag.

Was bedeutet Resilienz für die Gesundheit?

Resilienz hilft das Leben mit seinen Höhen und Tiefen besser zu bewältigen. Sie stärkt den Glauben an die eigenen Fähigkeiten und daran, dass sich alles zum Guten wendet. Manche Menschen haben erwiesenermaßen mehr davon als andere. Sie sind die Stehaufmännchen, die sich von keiner Krise unterkriegen lassen. Sie setzen sich oft noch in der Krise die nächsten Ziele, vertrauen auf ihr soziales Umfeld und haben die Lösung von Problemen fest im Visier. Angeblich ist diese positive Einstellung nicht angeboren, sondern entwickelt sich im Laufe des Lebens, meist schon in der Kindheit. Man kann sie aber trainieren, um mit Stresssituationen besser fertig zu werden und so die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu reduzieren. Krisen und Stress wirken sich negativ auf Psyche, Herz-Kreislauf- und Immunsystem aus. Resilienz hilft auch bei der Genesung und dabei mit Krankheiten besser umzugehen. Sie schützt vor Depressionen, Burn-Out und Angststörungen – häufigen Folgen von permanentem Stress.

Resiliente Menschen fühlen sich nicht hilflos dem Schicksal ausgeliefert. Psychologen nennen dies Selbstwirksamkeitsempfinden, das man z. B. durch ein Erfolgstagebuch trainieren kann. So kann man erkennen, dass man sein Leben selbst in der Hand hat. Fühlt man sich seiner Umwelt ausgeliefert – wie gerade in Coronazeiten, hilft es sich durch Atemtraining oder Meditationsübungen auf sich selbst zu konzentrieren. Eine optimistischere Grundhaltung lässt sich trainieren indem man die positiven Aspekte in der Umgebung stärker wahrnimmt und sich mehr auf diese fokussiert als auf die negativen. Therapeuten können hierbei helfen, aber auch soziale Beziehungen. Resilienz bedeutet nämlich nicht, immer alles alleine hinbekommen zu müssen, sondern rechtzeitig um Hilfe zu bitten. Ein optimales Zeitmanagement sollte ja auch nicht dazu führen noch mehr zu arbeiten, sondern sich Freiräume zu schaffen. Resilienz bedeutet auch seine Ressourcen zu schonen, statt sich ständig zu überfordern.

Trotz einer Chlorallergie ins Schwimmbad?

Schwimmen ist ein beliebter Ganzjahressport. Wer aber mit den typischen Symptomen einer sogenannten Chlorallergie zu kämpfen hat, freut sich wenig auf die Hallenbadsaison. Kennzeichen sind rote Augen, gereizte Schleimhäute sowie Hautausschlag. Meist handelt es sich dabei aber um eine Chlorreizung und nur selten um eine echte Chlorallergie. Ist das Immunsystem beteiligt, kommt es zu allergischen Reaktionen wie Nießen, Husten und juckenden Schleimhäuten. Im schlimmsten Fall entsteht dann Atemnot oder ein Kreislaufkollaps. Wer ohnehin zu Allergien oder Neurodermitis neigt, sollte sich nicht zu lang in stark gechlortem Wasser aufhalten. Generell gilt hier eine Schwimmbrille aufziehen und die Haut vor dem Schwimmen mit einer speziellen Creme für Schwimmer einreiben, die vor dem Austrocknen schützt. Bei dem Verdacht auf Chlorallergie kann man sich vor dem Schwimmbadbesuch auch durch die Einnahme von Antihistaminika vor Überreaktionen schützen.

Chlor ist ein giftiges Gas, das gefährliche Lungenschäden verursacht und in flüssiger Form ätzend wirkt. In Schwimmbädern werden spezielle Chlorpräparate gegen Pilze, Bakterien, Viren und Algen eingesetzt, die gefahr- und geruchslos für den Menschen sind. Der unangenehme Chlorgeruch in Hallenbädern entsteht erst wenn Chlor auf Harnstoff trifft und sich Trichloramine bilden. Riecht es stark nach Chlor – was zusätzlich die Schleimhäute reizt, ist dies also ein Hinweis auf schlechte Wasserqualität. Harnstoff bildet sich übrigens auch ständig über die Haut, weshalb das gründliche Duschen vor dem Gang ins Becken wichtig ist. Eine gute Belüftung in den Bädern ist gerade für Asthmatiker wichtig. Vorsicht auch bei Kindern unter 2 Jahren. Hier ist die Lunge noch nicht voll ausgereift und es kann sich schnell eine Überempfindlichkeit entwickeln. In manchen Bädern kommen chlorfreie Desinfektionsverfahren wie z. B. UV-Licht zum Einsatz. Nach dem Schwimmen hilft eine Nasendusche bei gereizten Schleimhäuten sowie Augentropfen mit Tränenersatzflüssigkeit gegen Rötungen oder Brennen.