Gesundheitstipps

Mit Vitaminen gegen Covid-19?

Schon früh hat man erkannt, dass bestimmte Vitamine das Immunsystem gezielt gegen das neue Coronavirus stärken können. Studien aus dem chinesischen Wuhan der ersten Monate der Pandemie zeigten Parallelen bei Intensivpatienten wie z. B. einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel. Seither wurde diese Erkenntnis regelmäßig in Frage gestellt. Ähnlich ergeht es Medizinern, die die Wirkung von hochdosiertem Vitamin C bei Virusinfektionen betonen. Beide Vitamine sind gerade in Phasen wichtig in denen die Abwehrkräfte permanent gefordert sind. Schon eine gewöhnliche Erkältung lässt sich mit ausreichend Vitaminen verkürzen. Unstrittig ist auch die Tatsache, dass die Ernährung und der Nährstoffstatus einen Einfluss auf den Verlauf einer Covid-19-Infektion haben kann. Bei einer einseitigen Ernährung oder gar Nährstoffmangel hat eine Infektion leichtes Spiel. Ob für einen positiven Vitamin- und Mineralstoffpegel allein eine gesunde ausgewogene Ernährung ausreicht, ist individuell verschieden. Bei Vorerkrankungen, einem stressigen Vollzeitjob mit Mehrfachbelastung oder im hohen Alter ist der Vitaminstatus oft unbemerkt zu niedrig. Natürlich sind auch Faktoren wie Schlaf und Bewegung wichtig fürs Immunsystem. Idealerweise sollte man auf all diese Faktoren achten.

Bei vielen Corona-Risikopatienten, z. B. mit Adipositas und Diabetes, ist aber gerade die Ernährung eine Schwachstelle. Theoretisch ist eine überwiegend pflanzliche, ausgewogene vollwertige und zuckerarme Ernährung möglich, praktisch aber gerade bei älteren Patienten und chronisch Kranken schwer umsetzbar. Immer mehr Experten raten deshalb inzwischen zu einer Prävention auch durch Nahrungsergänzungsmittel. Die regelmäßige Einnahme von Vitamin D (in Kombination mit Vitamin K) sowie Vitamin C, Selen, Zink und Omega-3-Fettsäuren unterstützt im normalen Dosisbereich die Abwehrkräfte und stellt kein Risiko dar. Wer zu höheren Dosen greifen will, sollte den Vitaminstatus bestimmen lassen. Fragen Sie gern auch uns zur passenden Dosierung.

Wie wichtig sind Omega-3-Fettsäuren?

Jeder braucht sie, aber selten hat man genug davon. Dabei sind die Vorteile für Zellen, Hormone, Gehirn, Nerven, Herz, Gefäße und Blutfette seit langem bekannt. Nicht einig ist man sich bei der täglichen Dosis. Die Empfehlungen schwanken zwischen 200 und 500 mg pro Tag. Ideal wäre es diese durch zweimal wöchentlich fetten Fisch wie Hering, Lachs, Thunfisch und Sardellen sowie eine tägliche Portion Leinöl und Leinsamen zu erreichen, um über die Ernährung für ausreichend Omega-3 zu sorgen. Ideal, aber nur selten machbar und für unsere Fischbestände wenig sinnvoll. Realistischer ist es regelmäßig Lein- und Rapsöl, Rosenkohl, Spinat und Avocados sowie Lein- und Chiasamen auf den Speiseplan zu setzen. Besonders wertvoll in punkto Omega-3 sind Wallnüsse und Leinöl. Bei diesem ist aber zu beachten es nicht zu erhitzen und in wenigen Wochen zu verbrauchen. Zu guter Letzt muss man für eine optimale Versorgung mit Omega-3 den oft bestehenden Überschuss an Omega-6-Fetten aus Getreide-, Milch- und Fleischprodukten sowie Sonnenblumen- und Distelöl berücksichtigen. Zu viele Omega-6-Fette blockieren die Aufnahme von Omega-3. Das Verhältnis beider Fette im Körper sollte max. bei 5:1 liegen. Wer sicher gehen will, lässt seinen Omega-Index beim Arzt bestimmen.

Ausreichend Omega-3-Fette haben positive Auswirkungen auf die Regulierung der Blutfettwerte und somit den Cholesterinspiegel, auf die Reduzierung von Thromboseneigung sowie chronisch-entzündliche Prozesse wie bei Arthrose oder Colitis ulcerosa. Außerdem schützen sie die Gehirnzellen und sorgen für eine ausreichende Bildung von Abwehrzellen. Studien zeigen, dass bei Erkrankungen wie ADHS, Demenz und Depression, aber auch bei Schlafstörungen häufig ein Mangel an Omega-3 vorliegt. Neben Fischölkapseln kann man auch Krill- und Algenöl (beides jodfrei) für eine effektive Nahrungsergänzung einnehmen. Da sie fettlöslich sind, nimmt man sie idealerweise zu einer Mahlzeit ein. Wir beraten Sie bei Fragen gerne.

Wie gefährlich ist Oxalsäure im Essen?

Frühling ist Rhabarberzeit, auch frischer Sauerampfer, Mangold und Spinat stehen auf dem Speiseplan. All diese Nahrungsmittel enthalten viel Oxalsäure, die vor allem bei Nierensteinen Probleme machen. Auch in den meisten Kräuter- und Gemüsesorten wie Petersilie, Rote Beete, Karotten, Radieschen, sowie in grünem und schwarzem Tee und Kakao ist es zu finden. Es gilt in größeren Mengen als schädlich, da es die Aufnahme von Mineralstoffen behindert und die Bildung von Nierensteinen fördert. Sie entsteht auch durch den Stoffwechsel, so dass eine gewisse Menge ohnehin vorhanden ist. In Wasser gelöste Oxalatsalze erkennt man an den stumpfen Zähnen nach dem Essen z. B. von Rhabarberkompott.

Wie so oft macht hier die Menge das Gift. Das Zusammenspiel verschiedener Stoffwechselprozesse entscheidet darüber, wieviel Oxalat im Köper verbleibt. Calcium beispielweise bindet Oxalsäure und sorgt dafür, dass sie über den Urin ausgeschieden wird. Entsprechend wird sie durch Milchprodukte entschärft. Auch Kochen und Dämpfen kann die Menge an Oxalsäure bis zu zwei Drittel reduzieren, sofern man das Kochwasser wegschüttet. Beim Backen von Rhabarber hilft nur das vorherige Schälen der Stangen. Grünen Tee besser nur kurz und nicht zu heiß ziehen lassen.

Bei einer basischen Ernährung mit wenig Zucker, Fleisch, Alkohol und Koffein ist Oxalsäure wenig problematisch. Ernährt man sich gesund und ausgewogen, trinkt täglich mindestens 1,5 l Wasser, Tee oder Schorlen, regelmäßig auch zum Essen und achtet auf den Vitamin-B-Haushalt, ist ein zeitweilig erhöhter Oxalwert unkritisch. Eine gesunde Darmflora sorgt für den natürlichen Abbau. Bei einer Hyperabsorption oder einer Hyperoxalurie, also einer stark erhöhten Oxalatausscheidung über den Urin, liegen oft Darmerkrankungen oder eine Stoffwechselstörung vor. Bei der Veranlagung zu Nieren- oder Blasensteinen, bei Gicht, Rheuma und Arthrose sowie einem Eisenmangel sollte man seine/n Arzt/Ärztin ansprechen. Auch Antibiotika vertragen sich u. U. nicht gut mit Oxalsäure.

Wie funktionieren eigentlich Kinesio-Tapes?

Jetzt sieht man sie wieder häufig: die farbigen Tapes an vielen Joggerbeinen. Ob Kinesio-, Physio- oder Sporttape, es handelt es sich um die gleichen elastischen Klebebänder. Ihre Dehnbarkeit entspricht der unserer Haut und sie sollen Entzündungen, Verletzungen und Verspannungen reduzieren ohne die Beweglichkeit von Muskeln und Gelenken einzuschränken. Ein japanischer Chiropraktiker entdeckte diesen Effekt Anfang der 70er Jahre. Bei Bewegung erreicht das Klebetape eine Verschiebung der Haut gegen das darunterliegende Gewebe. Der Reiz aktiviert die Rezeptoren, die für die Muskelspannung und für die Weiterleitung von Schmerz und Temperatur zuständig sind. Durchblutung, Lymphfluss und Nerventätigkeit werden angeregt und die Selbstheilung gefördert. Dieser Effekt hilft bei Sportverletzungen, Überbelastung sowie Verhärtungen und wird inzwischen vielfach genutzt. Aber kann man auch als Laie die Tapes richtig platzieren und was bedeuten die unterschiedlichen Farben?

Bei allen Farben handelt es sich um dasselbe Material. Blau und Grün gelten als kühlend, Gelb, Rot und Pink eher als wärmend. Schwarze Tapes sieht man oft bei Profisportlern. Letztlich ist es reine Geschmackssache. Zum richtigen Platzieren hilft es den Muskelverlauf zu kennen. Die Haut muss unverletzt und fettfrei sein, die Haare entfernt und das Tape an allen Ecken mit einer Schere abgerundet sein. Leichte Verspannungen kann man im Muskelverlauf selbst kleben. Bei komplexen Verletzungen oder Schwellungen auch im Gelenkbereich ist es sinnvoll die Tapes von einem Profi kleben zu lassen. Die Tapes müssen mit leichtem Zug auf den gespannten Muskel aufgebracht und geglättet werden. Bei Entspannung sollten sich dann Falten bilden. Bleibt es glatt, ist es zu straff und der Blutfluss wird verlangsamt. Sporttapes sind wasserfest, überstehen also auch Schwitzen und Duschen und halten einige Tage. Lösen sich die Ränder, verliert es seine Wirkung. Bei Kribbeln oder Taubheit das Tape besser entfernen. Für Pflaster-Allergiker gibt es anti-allergene Tapes.

Wie sinnvoll sind Entschlackungskuren?

Im Frühjahr wollen viele sich durch Entschlackungskuren etwas Gutes tun. Aber was bedeutet Entschlacken eigentlich? Ziel ist es den Körper zu entgiften und von ungesunden Altlasten zu befreien indem Stoffwechsel und Verdauung angeregt werden. Es ist aber auch umstritten, da man wirkliche Schlacke im Körper nicht nachweisen kann. Unstrittig ist dagegen, dass wir über die Ernährung und die Umwelt jede Menge Giftstoffe aufnehmen. Auch ein Übermaß an Fetten und Genussmitteln überfordert das natürliche Entgiftungsprogramm von Leber, Nieren, Darm und Lymphe. Es endet nicht selten bei Fettleber und Darmträgheit. Eine Entschlackung soll hier durch eine Selbstreinigung abhelfen. Noch vor wenigen Jahren wurde die Autophagie entdeckt, eine Selbstreinigungsprogramm unserer Zellen, die den anfallenden Zellmüll beseitigt und gleichzeitig die Zellerneuerung anregt. Es gibt hierzu also immer neue Erkenntnisse.

Für eine Ausleitung und Entgiftung sind viel Obst und Gemüse, Kräutertees und Wasser nötig. Manche vertrauen auch auf die tägliche Gemüsebrühe. Ebenso können eine Säure-Basenkur oder eine Darmreinigung helfen. Aus der Natur unterstützen z. B. die Mariendistel die Leber, Schöllkraut und Löwenzahn den Gallenfluss und die Brennnessel den Harnfluss und die Blutbildung. Bitterstoffe aus Artischocke, Radicchio, Rucola und Chicoree unterstützen und gleichen eine Übersäuerung aus. Ein wichtiger Startschuss ist eine kurzzeitige Fastenkur, die den Körper zur Selbstreinigung anhält. Ob dafür auch ein Intervallfasten von 14 bis 16 Stunden ausreicht, ist unklar. Wichtig ist in jedem Fall Weißmehl, Zucker, Alkohol und Nikotin weitestgehend zu reduzieren und auf verarbeitete Lebensmittel zu verzichten. Dagegen gehören hochwertige Öle und Fette sowie zuckerfreie Gemüse- und Fruchtsäfte auf den Speiseplan. Eine erfolgreiche Entschlackung bewirkt oft ein grundsätzliches Umdenken in der Ernährung. Eine Wochenend-Detoxkur mit Superfoodshakes und Entgiftungs-Fußpflastern kann dagegen nicht denselben Erfolg haben.

Wie gefährlich ist Aluminium in Ernährung und Kosmetik?

Immer wieder liest man, dass Aluminium gesundheitliche Schäden verursachen kann. Dabei ist es für manche ein täglicher Begleiter, beim Pausenbrot, als Getränkedose, Kaffeepads oder als Umverpackung von Fertiggerichten. Einen erheblichen Teil macht das natürliche Aluminium aus, das wir über Leitungswasser, Gemüse, Getreide und auch Kosmetikartikel aufnehmen. In den letzten Jahrzehnten wurde die unbedenkliche Höchstgrenze mehrfach reduziert und industrielle Verpackungen mit Warnhinweisen gekennzeichnet. Es gibt einfache Regeln, mit denen man sich vor zu viel Aluminium schützen kann. Alufolie darf z. B. nicht in Kontakt mit säure- oder salzhaltigen Lebensmitteln kommen wie z. B. Obst, Tomaten, Feta, Hering oder Wurst. Laugengebäck sollte deshalb nicht auf Alublechen gebacken werden. Vor allem durch Hitze wird Aluminium freigesetzt, nicht nur im Backofen, sondern auch in der Spülmaschine beim Reinigen von Alu-Trinkflaschen, Espressomaschinen und Kochgeschirr. Viel Aluminium nehmen wir außerdem über die Luft, durch Schokolade, Gewürze, Lippenstifte, Zahnpasta mit Bleichmitteln sowie schweißhemmende Deos und auch Medikamente, wie Magensäurehemmer, auf.

Die unbedenkliche wöchentliche Höchstmenge pro Kilogramm Körpergewicht wurde von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) inzwischen auf 1 Milligramm reduziert. Aluminium hat im Körper eigentlich keine natürliche Funktion, lagert sich bei zu großen Mengen in den Knochen, der Lunge und im Gehirn ab und kann den (Zell-)Stoffwechsel stören. Es wird auch immer wieder für Brustkrebs und Alzheimer verantwortlich gemacht. Eindeutige Studienergebnisse fehlen aber bisher. Auch sein Weg durch den Körper ist unklar. Sicher ist dagegen, dass nur ein Teil über die Nieren ausgeschieden wird und sich eine beträchtliche Menge mit zunehmendem Alter ablagert. Da dies so ist, sollte man möglichst abwechslungsreich essen, wenig Alufolie und -gefäße nutzen und seine Kosmetikartikel kontrollieren oder Alternativen suchen.