Durch Zittern Stress reduzieren
Körperliches Zittern kann von Kälte oder Fieber ausgelöst werden. Anders als der bekannte Schüttelfrost entsteht neurogenes Zittern aber nach emotionaler Anspannung oder Stress und ist Ausdruck der Entspannung. Das Zittern wirkt so der unbewussten muskulären Verkrampfung entgegen. Es ist ein angeborener Reflex, der im Laufe des Lebens durch Dauerstress immer mehr nachlässt. Therapeutisches Zittern an Hand von TRE-Übungen (Tension and Trauma Releasing Exercises) reaktiviert diese Fähigkeit und wirkt gezielt gegen stressbedingte Verspannungen. Es löst insbesondere die tiefen Muskelverspannungen z. B. des Psoas-Muskels im unteren Rücken. Gleichzeitig beruhigt sich das Nervensystem und kommt von der Kampf-oder-Flucht-Haltung in den Ruhemodus. Nebenbei werden auch Stresshormone im Körper abgebaut, die den Stoffwechsel anheizen, das Herz-Kreislauf-System belasten und zunehmende Erschöpfung verursachen.
Belastungszittern aktivieren
TRE verfolgt also diverse Ansatzpunkte um im Körper ein entspanntes Gleichgewicht herzustellen. Dabei umfasst die Methode nur wenige einfache Übungen, mit denen die Muskeln in der unteren Körperhälfte gezielt ermüden, um so das Belastungszittern bzw. Vibrieren zu aktivieren. Hierzu gehören z. B. der Wandsitz oder das Fußheben im Stehen bis sich ein entspannendes Zittern einstellt, das auch das vegetative Nervensystem positiv beeinflusst.
Entspannung der Rückenmuskulatur
Die Entspannung hilft vor allem dem Rücken und dem Psoas-Muskel, der sich bei Stress zusammenzieht. Er wird auch als Angstmuskel bezeichnet. Das neurogene Zittern solle sich mit etwas Übung zunehmend schneller einstellen. Auch wenn Nutzer und Therapeuten vom positiven Effekt überzeugt sind, fehlen bislang Studien, die seine Wirkung belegen. Nicht geeignet sind TRE-Übungen bei bestehenden neurologischen Erkrankungen, die Krämpfe oder Zittern auslösen sowie für Menschen mit akuten psychischen Störungen, in der Schwangerschaft und bei mangelnder Belastbarkeit durch Herz-Kreislauf-Probleme. Anleitungs-Videos zu TER-Übungen findet man im Internet.



