Eigenlob stinkt selten
Wohl jeder kennt das Zitat „Eigenlob stinkt“, das noch aus dem Mittelalter stammt. Damit war ursprünglich der Egozentriker gemeint, der sich immer in den Mittelpunkt stellt und von allen beklatscht werden will. Es richtete sich also mehr an die unangenehmen Mitmenschen mit einem übertriebenen Hang zur Selbstdarstellung. Bei allen anderen und vor allem jenen, die ungern die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist ein bisschen Eigenlob gut für die mentale Gesundheit, das berufliche Fortkommen und auch die Selbstwahrnehmung. Berufsberater nennen es gern auch Eigenmarketing oder erfolgreiche Selbstvermarktung, ohne die es beim Jobwechsel meist nicht geht. Fragen nach den persönlichen Stärken und Schwächen tauchen in den meisten Vorstellungsgespräche früher oder später auf. Wem zu den möglichen Stärken dann nichts einfällt, hat wenig Chancen auf eine Zusage.
Das rechte Maß finden
Aber auch im zwischenmenschlichen Bereich sollte man sein Licht nicht immer unter den Scheffel stellen. Noch so ein Sprichwort, das zeigt, dass das mit dem Eigenlob offenbar so eine Sache ist. Zu viel ist unerwünscht, zu wenig schadet und oft ist es auch ein Teil der Persönlichkeit, wie man mit einem Lob umgeht. Manchen fällt es auch schwer andere zu loben, während man mit Kritik heute oft nicht zimperlich ist. Das stille Lob für sich selbst, wenn man wieder alle anstehenden Aufgaben erledigt hat, ist eine einfache Form von Selbstrespekt und hat nichts mit Arroganz zu tun.
Eigenlob vs. Selbstkritik
Wenig spricht dagegen sich selbst auch mal öffentlich zu loben, wenn etwas besonders gut gelungen ist oder man sich über eine Leistung freut, die man so nicht erwartet hat. Gerade wenn das Lob von Anderen ausbleibt, hilft es dem eigenen Selbstvertrauen und ist mindestens so wichtig wie eine gesunde Portion Selbstkritik. Die persönliche Resilienz lebt von einem ausgewogenen Verhältnis. Davon profitiert auch das soziale Umfeld. Um egozentrische Selbstdarsteller machen viele einen großen Bogen. Aber die graue Maus, die jeden persönlichen Erfolg eher anderen zuschreibt, wird nicht glücklich und nur selten beruflich erfolgreich sein.
Das eigene Image stärken
Psychologen/innen sprechen deshalb oft davon, dass Eigenlob nicht stinkt, sondern stärkt. Ein der wichtigsten Unternehmensregeln in Punkto Image und PR lautet: tue Gutes und rede darüber. Auch das persönliche Image hat man selbst in der Hand und darf es mit einem angemessenen Lob unterstreichen. Gerade wer nicht gern im Mittelpunkt steht, sollte seine Leistung hin und wieder ins rechte Licht rücken, solange man auch das Lob für andere nicht vergisst.



