Stärken und Schwächen des Glycerins
Immer wieder tauchen kritische Stimmen oder gar Warnungen vor Glycerin als Inhaltsstoff in der Hautpflege auf. Sogar den Hinweis „ohne Glycerin“ findet man auf einzelnen Produkten. Dabei ist es seit langem fester Bestandteil der Haut- und Haarpflege. Woher also kommt diese zwiespältige Bewertung und was sollte man wissen über die Wirkweise des Glycerins? Grundsätzlich handelt es sich chemisch gesehen um einen dreiwertigen Zuckeralkohol, der sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein kann. Es findet aufgrund seiner Fähigkeit Wassermoleküle zu binden, nicht nur in der Kosmetik, sondern auch in der Industrie Verwendung. weiterlesen… Synthetisches Glycerin auf Erdölbasis findet man vor allem in der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Kosmetisches Glycerin wird dagegen meist aus Rapsöl, Sonnenblumenöl oder auch Palmöl hergestellt. Rein aus ökologisch angebauten Pflanzen gewonnenes Bio-Glycerin wird vor allem in der Naturkosmetik genutzt und gilt als besonders hautfreundlich
Hält die Feuchtigkeit
Glycerin kommt aber auch als natürlicher Feuchtigkeitsfaktor in unserer Haut vor. Das Besondere an ihm ist die wasserbindende Eigenschaft, die es für die Kosmetik so interessant macht. Es bindet und speichert Feuchtigkeit im Unterhautgewebe und verhindert oder verzögert so das Austrocknen. Meist werden weitere Inhaltsstoffe mit ähnlicher Wirkung ergänzt, wie Urea, Hyaluronsäure oder Ceramide. In den meisten Feuchtigkeitscremes findet man einen gewissen Anteil an Glycerin, denn es sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit der Haut langsamer verdunstet. Es zieht tief in die unteren Hautschichten ein, stärkt die Elastizität und ist deshalb für trockene und reifere Haut besonders geeignet.
Für die meisten Hauttypen
Ob das Glycerin pflanzlichen Ursprungs, also vegan ist, ist nicht immer leicht zu erkennen. Bei manchen Herstellern findet man aber entsprechende Hinweise. Es gilt allgemein als gut verträglich, auch bei empfindlicher Haut. Kritisch kann eine hohe Konzentration von mehr als 15 Prozent werden, da Glycerin dann die Haut langfristig austrocknen kann. Bei normalen Konzentrationen ist Glycerin für fast jeden Hauttyp geeignet und da es nicht-komedogen ist, also die Poren nicht verstopft, ist auch bei Akne und Unreinheiten geeignet. Hier wirkt es zusätzlich antientzündlich und stärkt die Hautbarriere. Immer wenn es darum geht die Haut vor dem Austrocknen zu schützen ist i. d. R. Glycerin im Spiel – beim Reinigen, Pflegen, Regenerieren und Schützen.
Vorsicht im Winter
Anders kann sich Glycerin in kalter trockener Winterluft verhalten. Die übliche Konzentration des enthaltenen Glycerins ist für normale Hautz unproblematisch, kann aber für extrem trockene Haut oder bei Neurodermitis kritisch sein. Hochwertige Produkte enthalten meist 3 bis 5 Prozent, aber auch Anteile von bis zu 10 Prozent sind meist unbedenklich. Doch je höher die Konzentration ist, desto eher kommt es im Winter bei niedriger Luftfeuchtigkeit zum möglichen Austrocknen der Haut durch das Glycerin. Die Wirkung hängt dann von der Umgebungsfeuchtigkeit ab. Ist diese durch Kälte oder Heizung niedrig, verstärkt sich das Spannungsgefühl in der Haut, dass das Glycerin die Feuchtigkeit aus den unteren Hautschichten holt. Vor allem bei Neurodermitis oder Psoriasis ist es im Winter wichtig den Zustand der Haut im Blick zu haben und notfalls auf ein Produkt mit weniger Glycerin zu wechseln.
