Wie Medikamente die Haut verändern können
Trockenheit, Juckreiz, Quaddelbildung, Rötungen, aber auch Farbveränderungen – all solche Hautveränderungen können durch Medikamente ausgelöst werden. Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen vieler Wirkstoffe. Manche verschwinden so schnell wie sie gekommen sind, andere halten sich zäh und sollten behandelt oder ein alternatives Medikament verabreicht werden. Selbst nach jahrelanger Einnahme kann die Haut gegen ein Mittel eine allergische Reaktion, ein Arzneimittelexanthem, entwickeln, das optisch oft an einen Masern- oder Scharlachausschlag erinnert. Besonders bei der Einnahme eines neuen Medikamentes sollte man deshalb auf die Reaktion der Haut achten und den/die behandelnde/n Ärztin/Arzt verständigen. Auch die Bären-Apotheke ist hierfür ein geeigneter Ansprechpartner.
Auf UV-Empfindlichkeit achten
Bemerkt man außer dem Hautausschlag auch eine Schwellung der Schleimhäute im Mund-Nasen-Bereich oder kommt außerdem Fieber hinzu, handelt es sich um einen schweren Verlauf, der sofort behandelt werden muss. Ist ein Wechsel des Präparates nicht möglich und bleibt ein Exanthem bestehen, unbedingt mit einer atopischen Pflege starten, damit die Haut sich wieder erholen kann und der Juckreiz nachlässt. Eine andere häufige Nebenwirkung vor allem bei einzelnen Antibiotika ist eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut. Insbesondere Tetracycline machen die Haut sensibler für UV-Strahlung, die man besser meidet oder zumindest auf ausreichenden Sonnenschutz achten sollte. Sonst kann es zu Pigmentflecken oder eine Hautverdünnung sowie in ersten Schritt zu sonnenbrandähnlichen Hautreaktionen mit Bläschen und Entzündungen kommen.
Akne und Farbveränderungen
Eine andere Art der Irritation ist die Akne medikamentosa, die durch Kortison, Anabolika zum Muskelaufbau oder vereinzelt durch Vitamin-B-Präparate verursacht wird. Auch ungewöhnliche Farbveränderungen sind unter bestimmten Bedingungen möglich. Größere Mengen von Beta-Carotin aus Nahrungsergänzungsmitteln oder auch aus Karotten, Süßkartoffeln und Kürbissen färben die Haut gelblich bis orange. Antimikrobielles Silber, wie Silberionen in der Prostatatherapie, kann eine silbrige Färbung hinterlassen (Argyrie). Goldhaltige entzündungshemmende Medikamente geben der Haut dagegen eine graue oder violette Tönung. Beide Verfärbungen durch Gold oder Silber sind sehr selten aber leider dauerhaft.
Folgen für Psoriasis und Neurodermitis
Bekannt ist daneben bei der regelmäßigen Einnahme von Blutverdünnern, wie z. B. ASS, eine verstärkte Hämatom-Bildung, also Einblutungen der Haut, ebenso wie eine Verstärkung von bestehender Schuppenflechte oder Neurodermitis. Deshalb sollte man mit den behandelnden Ärzten/innen bei der Auswahl der Medikamente eventuell bestehende Hautprobleme besprechen. Unverträglichkeitsreaktionen der Haut treten vor allem bei starken Wirkstoffen gegen Tumore und Epilepsie aber auch bei Schmerz- und Rheumamitteln, Schilddrüsenmedikamenten und bei Mitteln gegen Gicht und Bluthochdruck auf.
Hautpflege und UV-Schutz
Um hautbedingte Nebenwirkungen möglichst zu reduzieren, sollte man auf eine gute Hautpflege und vor allem eine intakte Hautbarriere achten, um sich vor Ekzemen, Entzündungen sowie eine trockene schuppende Haut zu schützen. Dazu gehört natürlich auch ein sorgfältiger UV-Schutz. Ganz besonders wichtig ist der Rund-um-Hautschutz im Rahmen einer Krebstherapie. Petra Klein ist hierfür eine speziell ausgebildete Dermokosmetikerin, die schon mehrfach im Rahmen von Brustkrebs-Aktionsmonaten Krebspatientinnen ehrenamtlich unterstützt hat. Frauen sind von unerwünschten allergischen Hautreaktionen übrigens häufiger betroffen als Männer.



