Betablocker gegen Prüfungsangst?

Vor allem unter Musikern, Künstlern, Rednern und Medizinern und ist es ein gut gehütetes Geheimnis über das man ungern redet. Betablocker wirken gegen extremes Lampenfieber und Prüfungsängste wie ein Beruhigungsmittel. Der Puls wird gedrosselt, Herzrasen und Schweißausbrüche lassen nach und die Hände beruhigen sich. Zitternde Hände sind vor allem bei Berufsmusikern und Medizinern in Prüfungssituationen gefürchtet und können so manche Karriere beenden. Aber auch die Psyche verlässt den Fluchtkorridor, Denken und Gedächtnis funktionieren wieder und Gelerntes ist wieder abrufbar. Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin verhindern dies bei aufsteigender Panik. Sie lassen den Blutdruck hochschnellen und das Herz rasen. Alles ist bereit zur Flucht. Durch Betablocker treten Stress und Angst zurück und der Kreislauf normalisiert sich.

Was dagegen spricht
Wer mit Vortrags- und Prüfungspanik sowie Blackouts zu kämpfen hat, sollte sich dazu vom Hausarzt oder der Hausärztin beraten lassen. Er/Sie sollte entscheiden, ob ein niedrig dosierter Betablocker hilfreich sein kann. Mögliche Kontraindikationen wie Asthma, niedriger Blutdruck, Herzschwäche oder Diabetes werden hier entsprechend berücksichtigt. Mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sollte man vorab klären und die Dosis ärztlich bestimmen lassen. Wer sich online über Betablocker informiert, findet auch dubiose Kanäle, die man grundsätzlich für verschreibungspflichtige Medikamente nicht nutzen sollte.

Atem- und Mentaltraining
Durchaus empfohlen ist in manchen Fällen die Einnahme zur Vorbeugung von Migräne-Attacken oder bei Angststörungen. Vorsicht ist bei Diabetes oder Leberschäden geboten. Immer öfter kommt es auch zu Todesfällen durch Überdosierung. Die regelmäßige Einnahme führt zwar nicht zwingend zu einer körperlichen, aber durchaus zu psychischer Abhängigkeit. Entspannungs- und Atemtraining sowie eine therapeutische Begleitung sind bei Angststörungen langfristig die bessere Lösung. Musiker und Künstler finden an vielen Hochschulen inzwischen Angebote für Auftritts- und Mentaltraining.