Neue Wirkstoffe gegen Migräne

2025 war theoretisch ein gutes Jahr für Migräne-Geplagte – zumindest für jene, die zu den Patienten gehören, die von den neuen Medikamenten profitieren. Weltweit sind rund 3 Milliarden Menschen von regelmäßigen Migräneattacken betroffen, die neben stechenden Kopfschmerzen das Leben durch Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen massiv beeinträchtigen. Migräne ist inzwischen eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer, was sich vermutlich auf die monatlichen Hormonschwankungen als Auslöser zurückführen lässt. Eine individuell besser angepasste Therapie ist seit seiner Markteinführung durch den Wirkstoff Gepante nun auch hierzulande möglich.
Mehr Prävention
Das Mittel Atogepant soll vor allem Patienten mit chronischer Migräne oder sehr häufigen Migräne-Episoden helfen und wird verstärkt präventiv eingesetzt. Gepante docken an den Botenstoffen CGRP an, die zu Migräne-Anfällen führen und werden insbesondere Patienten verschrieben, bei denen die gängigen Triptane oder auch die bekannte Antikörper-Therapie nicht helfen oder durch bestehende Herz- oder Gefäßprobleme nicht eingesetzt werden dürfen. Ein Ausschluss-Kriterium sind auch Nieren- oder Leberfunktionsstörungen. In den USA sind neue Gepante schon länger auf dem Markt und zeigen bislang wenige Nebenwirkungen. Mitunter kann es zu Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust kommen.
Zahl der Attacken reduzieren
Ein weiteres Mittel unter der Abkürzung PACAP, das zu den Signalmolekülen zählt, rückt derzeit einen anderen Ansatz in den Fokus der Migräneforschung. Auch hier geht es vor allem um die Prävention und Reduzierung von Migräne-Attacken. Die neuen Wirkstoffe Rimegepant und Lasmiditan sind dagegen auch bei bereits bestehenden Anfällen einsetzbar. Was für wen geeignet ist, hängt stark von der individuellen Ausgangslage ab. Neurologen und Kopfschmerzexperten hoffen durch die neuen Wirkstoffe zu erreichen, was bisher kaum möglich war, künftig allen Migräne-Patienten helfen zu können,
Neue Migräne-Leitlinien
Als nicht-medikamentöse Therapie, die auch für Jugendliche ab 12 Jahren einsetzbar ist, gilt die neue Remote Electrical Neuromodulation. Hierbei werden während einer Migräne-Attacke die Nerven am Oberarm elektrisch stimuliert und so die Schmerzintensität der Kopfschmerzen reduziert. Aufgrund dieser zahlreichen neuen Therapieansätze hat die Deutsche Hirnstiftung die Leitlinien zur Migränetherapie aktualisiert und eine neue Version für Patienten veröffentlicht.



