Kinder vor Zecken schützen
Im Sommer und vor allem in den Ferien heißt es für die Kids raus ins Grüne, sich auf Wiesen und in Wäldern so richtig austoben. Aber wie sollten Eltern mit der drohenden Zeckengefahr, die gerade in Baden-Württemberg fast das ganze Jahr besteht, umgehen? Anders als viele denken, lauert der gemeine Holzbock nicht nur auf Gräsern, sondern auch im Gebüsch oder auf Totholz in einer Höhe von bis zu einem Meter. Sobald er einen Fuß oder Bein erwischt hat hält er sich fest und sucht sich eine möglichst versteckte, warme und haarlose Stelle wie in der Kniekehle, Armbeuge oder im Nacken, um sich dort festzubeißen.
Saugen meist unbemerkt
Durch ihren Speichel hemmt die Zecke die Blutgerinnung und betäubt gleichzeitig die Bisswunde, so dass man davon während des Saugens kaum etwas spürt. Damit man sie trotzdem frühzeitig entdeckt und absammeln kann, ist helle und lange Kleidung am besten geeignet. Da das bei Kindern im Sommer aber selten der Fall ist, ist eine Dusche nach dem Spielen auf der Wiese oder im Garten sinnvoll. Je früher man Zecken entdeckt und entfernt, desto geringer ist das Risiko, dass gefährliche Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren übertragen werden. Trotz Impfung gibt es nach wie vor keinen vollständigen Schutz. Deshalb ist eine umsichtige Vor- und Nachbereitung so wichtig.
Chemiekeule kann helfen
Neben geeigneter Kleidung sollte man vor dem Gang durch Wald und Wiese auf für Kinder geeignete Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin zurückgreifen und die Füße, Arme und Beine einsprühen – altersgerechte Dosierung dabei unbedingt beachten. Schuhe und Socken kann man bei größeren Kindern zusätzlich mit Permethrin besprühen. Der Wirkstoff tötet Zecken ab, ist allerdings für Katzen giftig und darf nicht an die Haut kommen. Wir können Sie zu den Wirkstoffen und ihren Risiken gern beraten. Bei uns bekommen Sie auch die zur Entfernung von Zecken notwendigen Zeckenzangen oder -karten. Wer schon etwas Erfahrung hat, kann auch eine Pinzette nehmen, mit der man die Zecke ohne Drehen so dicht wie möglich an der Haut greift und gerade herauszieht. Dabei sollte der Körper möglichst nicht beschädigt werden. Auf Geheimtipps wie Klebstoff, Öl oder Nagellack aber unbedingt verzichten.
Nach dem Entfernen
War das Entfernen erfolgreich, die Einstichstelle desinfizieren oder mit Jod betupfen, so werden mögliche Keime und Erreger abgetötet. Die Stelle danach regelmäßig auf Entzündungen überprüfen. In dem Fall wäre der Gang zur Arztpraxis notwendig. Wenig dramatisch ist es dagegen meist, wenn Teile der Zeck in der Haut verbleiben, die Zecke also während des Rausziehens abreißt und Teile vom Kopf oder Beine zurückbleiben. Dann nicht an der Wunde mit anderen Mitteln herumdoktern, sondern sie in Ruhe lassen. Solange sich die Stelle nicht entzündet, werden die Fremdkörper in wenigen Tagen abgestoßen. Will man die entfernte Zecke erfolgreich entsorgen, gibt man sie am besten in einen Becher mit hochprozentigem Alkohol. Über die Toilette würde sie spätestens in der Kläranlage putzmunter wieder auftauchen.
Antibiotika gegen Borrelien
Treten nach einem Zeckenstich Symptome wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen auf, unbedingt mit dem Kind zum/zur Arzt/Ärztin gehen. Gegen Borreliose werden Antibiotika eingesetzt. Eine durch FSME-Viren hervorgerufene Hirnhautentzündung wird dagegen nur symptomatisch behandelt und kann bei schweren Verläufen eine stationäre Behandlung nötig machen. Um eine unnötige Entzündung zu verhindern, ist es wichtig trotz Jucken einen Zeckenstich nicht aufzukratzen. Kühlende Sprays oder Gels mit Hydrokortison lindern den mitunter auftretenden Juckreiz.



