Tollwut-Impfung bei Fernreisen
Offiziell gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei. Die gefährliche Infektionskrankheit ist deshalb bei vielen aus dem Bewusstsein nahezu verschwunden. Dabei stolpern zumindest Hundebesitzer bei Reisen ins benachbarte Ausland häufig über die Pflicht einer Tollwutimpfung ihrer Vierbeiner. In der Tat gibt es sie noch immer und vor allem bei Fernreisen kann sie eine echte Bedrohung sein. Weltweit sterben jährlich etwa 60.000 Menschen an der Tollwut, ein Drittel davon in Indien. Die anderen zwei Drittel verteilen sich auf ländliche Regionen in Süd- und Südost-Asien sowie Afrika. Noch immer verläuft eine Infektion mit dem Tollwut-Erreger meist tödlich, wenn nicht rechtzeitig vor den ersten Symptomen der Impfstoff als Akut-Behandlung injiziert wird. Oftmals ist dieser aber gerade in ärmlichen Gegenden nicht problemlos erreichbar.
Impfung drei Monate vor Reiseantritt
Wer sich durch eine Impfung schützen will, sollte sich rechtzeitig um den nötigen Impfstoff kümmern. Nach einem gefährlichen Engpass 2024 ist dieser nicht immer kurzfristig verfügbar. Ein gewisser Anteil muss für akute Klinik-Notfälle vorgehalten werden. Denn nur der umgehend gespritzte Impfstoff kann einen tödlichen Infektions-Ausgang verhindern. Fernreisende, die eine Tollwutimpfung benötigen, sollten sich ca. 3 Monate im Voraus um einen Impftermin kümmern und bei uns die Verfügbarkeit des Impfstoffes erfragen. Vor allem wer mit Kindern in Afrika oder Asien unterwegs ist, sollte sich des Infektionsrisikos bewusst sein. Während man sich in unseren Breiten i. d. R. über infizierte Fledermäuse ansteckt, nutzt das Virus hier meist Katzen, Hunde oder auch Affen als Überträger, mit denen kleine Kinder eher in Kontakt kommen. Dafür reicht schon ein kleiner Kratzer.
Infektionen erst nach Wochen erkennbar
Kinder können ohne Altersbeschränkung geimpft werden. Die Grundimmunisierung erfolgt über drei Impfdosen: nach der ersten, folgt am 7. Tag die Zweite und die letzte nach 3 bis 4 Wochen. Das tückische an der Tollwut: sie macht sich bei manchen schon nach wenigen Tagen, mitunter aber auch erst nach Wochen oder sogar Jahren bemerkbar. Entscheidend ist der Weg von der Infektionsstelle zum Rückenmark und dem zentralen Nervensystem, von wo aus es zum Gehirn wandert um hier eine unumkehrbare Entzündung auszulösen. Je länger die Strecke, desto später kommt es zu ersten Symptomen wie Fieber, Übelkeit und Kopfschmerzen. Erst danach folgen typische Anzeichen wie eine stille oder nach Außen gerichtete Aggressivität mit starkem Speichelfluss und Krämpfen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es dann zu spät. Deshalb ist eine Prophylaxe am besten kombiniert mit einem entsprechenden Verhalten so wichtig. Reise- und Tropen-Mediziner empfehlen darum nicht jeden kleinen Hund zu streicheln oder auch Affen zu füttern.



