Soziale Kontakte auf Rezept?

Schon lange weiß man wie wichtig die täglichen sozialen Kontakte für Psyche und emotionales Gleichgewicht sind. Aber wie bei Yin und Yang profitiert hiervon auch die körperliche Gesundheit. Studien belegen, dass der tägliche Plausch mit der Nachbarin oder an der Supermarkt-Kasse bei manchen Beschwerden mehr erreicht als so manches Medikament. Gleichzeitig wird immer mehr auch an den gesundheitlichen Folgen von Einsamkeit geforscht. Laut WHO war 2025 jeder sechste Mensch weltweit von Einsamkeit betroffen. Soziale Kontakte und Aktivitäten, die Menschen aus ihrer Einsamkeit herausholen wären also für viele eine sinnvolle therapeutische Alternative. In Großbritannien hat man deshalb vor ein paar Jahren mit dem Projekt „Social Prescribing“, den sozialen Kontakten auf Rezept begonnen – als Ergänzung zur medizinischen Behandlung. Und einzelne deutsche Städte wie Frankfurt und Düsseldorf sind dabei diesem Vorbild zu folgen.

Wesentlich für den Erfolg ist eine vermittelnde Kontaktperson, die im regionalen Umfeld des Patienten auf Basis seiner/ihrer körperlichen Möglichkeiten nach Angeboten sucht.

Augen palmieren senkt Stress!

Die Technik des Palmierens geht auf das englische Wort Palm für die Handinnenfläche zurück. Vor mehr als 100 Jahren hat ein englischer Augenarzt diese Entspannungsübung für die Augen empfohlen, obwohl zu der Zeit von PCs und Bildschirmen noch keine Rede sein konnte. Heute haben viele durch Büroarbeitsplätze Probleme mit trockenen müden Augen, die durch reduziertes Blinzeln und die ständige Bildschirmstrahlung nicht mehr ausreichend feucht gehalten werden. Computergestresste Augen produzieren durch helle Lichtquellen und reduziertes Blinzeln zu wenig des Sehpigments Rhodopsin. Umso wichtiger sind regelmäßige Sehpausen und bewusste Blinzel-Einheiten. Eine einfache Entspannungsübung wie das Palmieren fördert außerdem die Durchblutung, entlastet die Augenmuskulatur und beruhigt die Netzhaut. Diese Vorteile hatte man schon damals erkannt.

Wenige Minuten genügen für die Übung des Palmierens, die man auch am Schreibtisch sitzend machen kann. Dafür reibt man die Handflächen fest gegen einander bis sie warm sind und legt diese dann wie Schalen ohne Druck auf die Augenhöhlen, so dass kein Licht hindurch scheint. Die Augen bleiben geschlossen und die Hände berühren nicht die Lider. Während man ruhig aus und ein atmet entspannen sich gestresste Augen durch die Dunkelheit und die Wärme der Hände. Visuelle Reize haben für mindestens drei Minuten Pause.

So beruhigen sich auch die Nerven indem der Parasympathikus aktiv wird und der Puls sich senkt. Letztlich reduziert dies den Stresslevel, Muskelverspannungen lassen nach und aufziehende Kopfschmerzen werden vertrieben. Gerade der Spannungskopfschmerz resultiert oft aus verhärteten Nackenmuskeln in Kombination mit überanstrengten Augen. Die tägliche Bildschirmarbeit, die noch ergänzt wird durch die Zeit am Handy, beim Streamen oder Gamen braucht mehr Entlastung durch Entspannung oder gezieltes Augentraining. Auch Augenrollen oder in die Ferne schauen entspannt Netzhaut und Ziliarmuskel und unterstützt so die Augengesundheit.

Glowy Glass-Skin statt Make-up?

Seit einigen Jahren schwappt ein nicht mehr ganz neuer Skincare-Trend aus Korea herüber. Die sogenannte Glass-Skin erinnert an die helle makellose Porzellanhaut, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Statussymbol von Stars und Sternchen galt. Eine Parallele findet man U. U. in dem reduzierten Make-up, dass bei beiden Trends eher unauffällig ist. Im Fokus steht vor allem eine gesunde strahlende Haut, die fast ohne Make-up auskommt und den wünschenswerten Glow, der sich seit Jahren unter Trendsettern breit macht, auf die Spitze treibt. Die Haut sollte glänzen als wäre sie aus Glas, was bei der asiatischen Haut mit einem Plus an Kollagen leichter zu erreichen ist, als bei der kaukasischen Haut der Mitteleuropäer/innen.

Reinheit schafft den Glow
Für die maximale Reinheit ist eine tägliche Hautpflege in sieben bis acht Schritten entscheidend. Nur so lässt sich nach dem koreanischen Pflegetrend die notwendige Klarheit der Haut erreichen, die korrigierendes Make-up unnötig macht. Ein Hauch Mascara und Lipgloss genügen für die perfekte Glass-Skin. Der Glow, den manche auch mit einem fettigen Glanz verwechseln, ist das Ergebnis einer optimalen Feuchtigkeitspflege ergänzt durch Nährstoffe wie Vitamine sowie Amino- und Hyaluronsäure. Tagsüber können zusätzliche Gesichtssprays den Glow auffrischen.

Maximale Feuchtigkeit
Für eine makellose Glashaut steht die zweistufige Reinigung an erster Stelle. Das Double Cleansing beinhaltet die fettbasierte Reinigung von Make-up und Sonnenschutz, gefolgt von einem wasserbasierten Waschgel das restliche Schmutzpartikel entfernt. Alle paar Tage wird dies durch ein Peeling ersetzt. Im nächsten Schritt wird mittels Toner und Serum eine Tiefenpflege erreicht und die Haut auf die abschließende Feuchtigkeitspflege vorbereitet. Diese Layering schließt die Feuchtigkeit ein und fördert den gewünschten prallen Boostereffekt. Als Finish wird abschließend ein Sonnenschutz von LSF 30 oder 50 aufgetragen.

 

Für jeden Hauttyp?
Funktioniert dieser Trend für jede Haut jeden Alters? Hautärzte/innen verneinen dies und weisen auf den individuellen Hautzustand und die sich mit den Jahren verändernden Bedürfnisse hin. Eine spiegelglatte Oberfläche ist im höheren Alter genauso schwer erreichbar wie bei Problemen mit Akne oder Rosazea. Eine gut abgestimmte und regelmäßige Pflege ist aber auch hier von Vorteil um Hautprobleme zu reduzieren. Eine konsequente tägliche Routine angepasst an die individuellen Bedürfnisse für jedes Hautproblem von Vorteil.

Vorsicht vor Überpflege
Dem Glass-Skin-Treatment 1:1 zu folgen kann aber leicht zu einer „Überpflege“ führen, die neue Probleme verursacht, wie z. B. einer Mundrose oder Periorale Dermatitis. Auch bei fettiger Haut und auch Mischhaut sollte man ein Zuviel vermeiden und die unterschiedlichen Zonen nach Bedarf behandeln. Und selbst bei einer sensiblen Haut sind weniger Inhaltsstoffe meist mehr. Grundsätzlich gilt für die Glass-Skin: wer diesem Trend folgen will, sollte Geduld mitbringen, da der gewünschte Glow-Effekt erst langfristig eintritt.

Was die Abnehmspritze als Tablette bringt

Selten hat ein neues verschreibungspflichtiges Medikament so hohe Wellen geschlagen wie die Abnehmtablette. Dabei ist der enthaltene Wirkstoff Semaglutid seit 2018 auf dem Markt und als Pen bzw. Spritze schon seit mehreren Jahren erhältlich. Er sorgt dafür, dass sich das bei Adipositas meist fehlende Sättigungsgefühl frühzeitig einstellt. Die Apotheken haben sich auf eine große Nachfrage ab dem 1.9. entsprechend vorbereitet. Auch der dänische Hersteller hat die Produktion hieran angepasst, so dass ausreichend Ware verfügbar ist. Doch auch auf die Beratung zur Anwendung mussten sich die Apotheken vorbereiten. Dabei war bekannt, dass eine ärztliche Verschreibung zwingend notwendig ist, auch wenn das Medikament wie bei einem Privatrezept selbst bezahlt werden muss. Und nicht jeder bekommt dies, trotz diagnostizierter Adipositas, also krankhaftem Übergewicht mit einem BMI ab 30 und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Anders ist es bei Typ-2-Diabetes, für die Semaglutid ursprünglich entwickelt wurde. Hier übernehmen die Krankenkassen die Kosten, die sich auf monatlich einige Hundert Euro belaufen. Ähnlich wie die Spritze muss auch die Abnehm-Tablette dauerhaft eingenommen werden. Studien haben außerdem gezeigt, dass eine zusätzliche Ess- und Bewegungstherapie notwendig ist um das Gewicht langfristig kontrollieren zu können. Teilnehmer/innen der Studie berichten außerdem, dass Appetit und Heißhunger direkt nach Absetzen der Pillen zurückkehren. Durchschnittlich verlieren die meisten langfristig 11 bis 17 Prozent an Gewicht. Die Apotheken-Beratung bezieht sich vor allem auf die Einnahme selbst, da es hier mehr zu beachten gibt als bei der Spritze. Die Tablette ist unbedingt nüchtern mit nur einem Schluck Wasser einzunehmen und danach darf für weitere 30 Minuten nichts gegessen und getrunken werden.

Ein großer Unterschied liegt neben der täglichen Einnahme gegenüber der wöchentlichen Spritze auch in der Wirkstoffmenge. In Tablettenform ist dieser 70-mal höher als im Pen, da über Magen und Dünndarm einiges verloren geht. Die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung sowie Kopfschmerzen oder Müdigkeit sind bei beiden Darreichungsformen gleich. Laut Hersteller können diese aber durch langsameres Essen, eine fettarme Kost, viel Wasser ohne Kohlensäure und wenig Süßigkeiten oder scharfe Gewürze reduziert werden. Auch regelmäßige Bewegung an frischer Luft wirkt sich auf die Eingewöhnung positiv aus. Identisch ist bei beiden Versionen das langsame Hochdosieren über mehrere Monate.

Man geht davon aus, dass durch die Tablette erheblich mehr Menschen als bisher mit Semaglutid behandelt werden. Die Hürde gegenüber der Spritze ist geringer. Allerdings fürchtet man auch einen noch größeren grauen Markt im Netz als bisher. Wer also versucht sich ohne Rezept online Abnehmpillen über dubiose ausländische Kanäle zu besorgen und nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehört, weiß nicht was er bekommt und geht ein hohes gesundheitliches Risiko ein. Zumal man nicht weiß, was Semaglutid bei einem normalgewichtigen Menschen für derzeit unbekannte Probleme verursachen kann.