Der Hype um pflanzliche Bitterstoffe

Bitterstoffe gelten derzeit als Superfood, von dem man gar nicht genug kriegen könne. Chicorée, Artischocke, Radicchio & Co. wirken auf Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse gleichermaßen appetitanregend wie verdauungsfördernd. Der Hype wird insbesondere durch InfluencerInnen auf Social-Media angeheizt, die Bitterstoffe auch als Abnehmwunder anpreisen. Man findet sie in über 1000 Lebensmitteln. Seit einigen Jahren wurden sie aber gemäß den Verbraucherwünschen gezielt weggezüchtet bzw. reduziert wie beim Chicorée oder Rosenkohl. Im Verdauungstrakt sorgen sie u. a. für die Hormonproduktion und die Ausschüttung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt. Die Aussage, Bitterstoffe würden beim Abnehmen helfen, ist kaum haltbar. Und bei Problemen mit Leber oder Galle, sollte man zusätzliche Bitterpräparate eher meiden. Unklar ist auch, welche Mengen an Bitterstoffen überhaupt gesund sind.

Hautpflege-Coaching durch Petra Klein

Regelmäßig ist die Dermokosmetikerin und Leiterin unserer KosmetikPraxis Tübingen auf Fortbildungsreisen. Immer öfter wechselt sie dabei auch die Seite und wird zur Referentin. So wie im Mai in Berlin bei einem Pierre Fabre Hautpflege-Seminar. Hinter dem Konzernnamen stehen bekannte Marken wie Avène bei sensibler Haut, Renée Furterer als  Haarspezialist  und Ducray, mit spezialisierten dermatologischen Produkten für Haut und Kopfhaut. Ziel des Seminars war es stimmige und erfolgreiche Pflegekonzepte für Apotheken-KundInnen mit unterschiedlichen Hautbedürfnissen zu erstellen. Dafür bringt Petra Klein langjährige Haut- und Produkterfahrung mit. Regelmäßig finden Haut- und Beratungs-Schulungen in der Deutschland-Zentrale in Berlin statt. Das hochwertige Dermokosmetik-Sortiment von Pierre Fabre bekommt man nur in Apotheken und Kosmetikstudios.

Eigenlob stinkt selten

Wohl jeder kennt das Zitat „Eigenlob stinkt“, das noch aus dem Mittelalter stammt. Damit war ursprünglich der Egozentriker gemeint, der sich immer in den Mittelpunkt stellt und von allen beklatscht werden will. Es richtete sich also mehr an die unangenehmen Mitmenschen mit einem übertriebenen Hang zur Selbstdarstellung. Bei allen anderen und vor allem jenen, die ungern die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist ein bisschen Eigenlob gut für die mentale Gesundheit, das berufliche Fortkommen und auch die Selbstwahrnehmung. Berufsberater nennen es gern auch Eigenmarketing oder erfolgreiche Selbstvermarktung, ohne die es beim Jobwechsel meist nicht geht. Fragen nach den persönlichen Stärken und Schwächen tauchen in den meisten Vorstellungsgespräche früher oder später auf. Wem zu den möglichen Stärken dann nichts einfällt, hat wenig Chancen auf eine Zusage.

Das rechte Maß finden
Aber auch im zwischenmenschlichen Bereich sollte man sein Licht nicht immer unter den Scheffel stellen. Noch so ein Sprichwort, das zeigt, dass das mit dem Eigenlob offenbar so eine Sache ist. Zu viel ist unerwünscht, zu wenig schadet und oft ist es auch ein Teil der Persönlichkeit, wie man mit einem Lob umgeht. Manchen fällt es auch schwer andere zu loben, während man mit Kritik heute oft nicht zimperlich ist. Das stille Lob für sich selbst, wenn man wieder alle anstehenden Aufgaben erledigt hat, ist eine einfache Form von Selbstrespekt und hat nichts mit Arroganz zu tun.

Eigenlob vs. Selbstkritik
Wenig spricht dagegen sich selbst auch mal öffentlich zu loben, wenn etwas besonders gut gelungen ist oder man sich über eine Leistung freut, die man so nicht erwartet hat. Gerade wenn das Lob von Anderen ausbleibt, hilft es dem eigenen Selbstvertrauen und ist mindestens so wichtig wie eine gesunde Portion Selbstkritik. Die persönliche Resilienz lebt von einem ausgewogenen Verhältnis. Davon profitiert auch das soziale Umfeld. Um egozentrische Selbstdarsteller machen viele einen großen Bogen. Aber die graue Maus, die jeden persönlichen Erfolg eher anderen zuschreibt, wird nicht glücklich und nur selten beruflich erfolgreich sein.

Das eigene Image stärken
Psychologen/innen sprechen deshalb oft davon, dass Eigenlob nicht stinkt, sondern stärkt. Ein der wichtigsten Unternehmensregeln in Punkto Image und PR lautet: tue Gutes und rede darüber. Auch das persönliche Image hat man selbst in der Hand und darf es mit einem angemessenen Lob unterstreichen. Gerade wer nicht gern im Mittelpunkt steht, sollte seine Leistung hin und wieder ins rechte Licht rücken, solange man auch das Lob für andere nicht vergisst.

Betablocker gegen Prüfungsangst?

Vor allem unter Musikern, Künstlern, Rednern und Medizinern und ist es ein gut gehütetes Geheimnis, über das man ungern redet. Betablocker wirken auf extremes Lampenfieber und Prüfungsängste wie ein Beruhigungsmittel. Der Puls wird gedrosselt, Herzrasen und Schweißausbrüche lassen nach und die Hände beruhigen sich. Zitternde Hände sind vor allem bei Berufsmusikern und Medizinern in Prüfungssituationen gefürchtet und können so manche Karriere beenden. Aber auch die Psyche stabilisiert sich, Denken und Gedächtnis funktionieren wieder und Gelerntes wird abrufbar. Die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin verhindern dies bei aufsteigender Panik. Sie lassen den Blutdruck hochschnellen und das Herz rasen. Alles ist bereit zur Flucht. Durch Betablocker treten Stress und Angst zurück und der Kreislauf normalisiert sich.

Was dagegen spricht
Wer mit Vortrags- und Prüfungspanik sowie Blackouts zu kämpfen hat, sollte sich dazu vom Hausarzt oder der Hausärztin beraten lassen. Er/Sie sollte entscheiden, ob ein niedrig dosierter Betablocker hilfreich sein kann. Mögliche Kontraindikationen wie Asthma, niedriger Blutdruck, Herzschwäche oder Diabetes werden hier entsprechend berücksichtigt. Mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen sollte man vorab klären und die Dosis ärztlich bestimmen lassen. Wer sich online über Betablocker informiert, findet auch dubiose Kanäle, die man grundsätzlich für verschreibungspflichtige Medikamente nicht nutzen sollte.

Atem- und Mentaltraining
Durchaus empfohlen ist in manchen Fällen die Einnahme zur Vorbeugung von Migräne-Attacken oder bei Angststörungen. Vorsicht ist bei Diabetes oder Leberschäden geboten. Immer öfter kommt es auch zu Todesfällen durch Überdosierung. Die regelmäßige Einnahme führt zwar nicht zwingend zu einer körperlichen, aber durchaus zu psychischer Abhängigkeit. Entspannungs- und Atemtraining sowie eine therapeutische Begleitung sind bei Angststörungen langfristig die bessere Lösung. Musiker und Künstler finden an vielen Hochschulen inzwischen Angebote für Auftritts- und Mentaltraining.

Luftig leichte Selbstbräuner 2.0

In den letzten Jahren haben sich Selftanning-Produkte stark verändert. Es gibt sie noch, die gewohnten DHA-Produkte mit dem klassischen zuckerhaltigen Wirkstoff und süßlichen Geruch. Aber selbst diese haben inzwischen angenehmere leichtere Texturen, die weniger anfällig sind für unerwünschte Streifen. Vom Spray, über das Mousse bis zu Seren und Tüchern hat sich das Angebotsspektrum erweitert. Gerade wenn die Haut noch blass ist, greifen viele zu Selbstbräunern, nicht selten in der Annahme, dass die Haut danach schneller bräunt oder auch vor UV-Strahlung besser geschützt ist. Beides stimmt allerdings nicht. Der UV-Schutz ist danach umso wichtiger, da man Rötungen nicht mehr so schnell registriert und manche Produkte sogar die Licht-Empfindlichkeit verstärken.

Schneller bräunen?
Für eine schnellere Bräune werden inzwischen spezielle Bräunungsbeschleuniger angeboten, die anders als Selbstbräuner nur mit Sonnenlicht funktionieren. Der enthaltene Wirkstoff Tyrosin regt die Melatonin-Produktion der Haut an und erreicht so den gewünschten Bräunungseffekt. Es gibt sie auch als Öle mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Karotte, Kakao, Kokosnuss oder Walnuss. Ohne einen guten Sonnenschutz mit hohem LSF geht es hierbei nicht, da die Haut durch das Tyrosin empfindlicher auf UV-Strahlung reagiert. Unter DermatologInnen sind Bräunungsbeschleuniger umstritten, da sie wie ein Brennglas wirken, die Haut schneller altern lassen und auch das Hautkrebsrisiko erhöhen.

Mit oder ohne DHA
Bei Selbstbräunern kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen: mit oder ohne das altbekannte DHA oder einer Kombination. Der Klassiker DHA bräunt schneller und dunkler in max. zwei bis sechs Stunden, riecht intensiver und hält ca. eine Woche. Selbstbräuner mit Erythrulose brauchen bis zur gewünschten Färbung 24 – 48 Stunden. Das Ergebnis ist heller und natürlicher und die Textur weniger anfällig für eine fleckige oder orange Tönung. Sie eignen sich vor allem für hellere Haut, sind pflegender, weniger geruchsintensiv und mitunter auch länger haltbar.

Bräunungsseren zur Pflege
In vielen neuen Self-Tanning-Produkten findet man eine Kombination aus beiden Wirkstoffen. Für das Gesicht sind vor allem Seren und Drops interessant, die sich mit der gewohnten Hautpflege mischen und je nach Menge an die gewünschte Bräunung anpassen lassen (z. B. Self-Tan Drops von Caudalie). Ein Bronzer Serum sorgt dagegen ohne zusätzliche Creme für einen schnellen Glow. Self-Tanning-Seren werden oft mit Feuchtigkeit, Anti-Aging-Wirkstoffen, Ölen oder auch Duftstoffen angeboten. Bei vielen neuen Produkten steht nicht mehr die Bräune allein, sondern insgesamt die Hautpflege im Fokus. Man findet sogar Sprays mit bräunendem Effekt als Make-up-Finisher.

Bequem und gleichmäßig
Für den Körper sind neben Sprays vor allem schaumige Texturen beliebt, die sich leicht und gleichmäßig verteilen lassen. Selbstbräuner-Mousse bekommt man mitunter mit speziellen Handschuhen, die das Verteilen erleichtern und die Handfläche vorm Verfärben schützen. Handliche Selbstbräuner-Tücher sind bequem für zuhause und unterwegs. Zum Schluss noch ein Tipp zum Peelen vor dem Bräunen: „gebräunt“ werden letztlich nur die abgestorbenen Hautzellen. Das empfohlene Peeling ist direkt vor dem künstlichen Bräunen also wenig sinnvoll. Idealerweise sollte man dies ein bis zwei Tage früher erledigen. Und wer glaubt, die Bräunungs-Lotion vom letzten Jahr sei noch ausreichend, sollte bedenken, das DHA in angebrochenen Flaschen oder Tuben nach sechs Monaten nicht mehr verwendet werden soll. Durch Sauerstoff und Wärme kann daraus Formaldehyd entstehen, das als u. U. krebserregend bekannt ist. Deshalb Bräunungsprodukte innerhalb einer Saison verbrauchen oder 6 Monate nach dem Öffnen entsorgen.

Vorteile einer Süßgetränke-Abgabe

Für die einen ist sie längst überfällig, andere sehen in der sogenannten Zuckersteuer eher einen Eingriff in Einkaufswagen und Portemonnai der VerbraucherInnen. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zögert noch den Staaten diese grundsätzlich zu empfehlen, dabei sprechen die weltweit steigende Anzahl an Adipositas- und Typ-2-Diabetes-Fälle für sich. Die Fettleibigkeit hat sich seit den 70er Jahren verdreifacht, weshalb die WHO schon von einer Epidemie spricht. Beide haben den Status von Volkskrankheiten, die immer öfter bereits im Kindesalter auftreten. Bis zu 18 Stück Würfelzucker stecken in einem halben Liter Limonade und der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker steigt weiter. Empfohlen werden von der WHO 25 bis 50 Gramm pro Tag. Konsumiert werden aber hierzulande von Männern durchschnittlich 78 Gramm und von Frauen 61 Gramm.

Zweckgebundene Abgabe
Ab 2028 plant die Bundesregierung nun eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen – je höher der Zuckeranteil, desto höher die Abgabe, also der Preis. Warum nennt man es hierzulande dann nicht einfach Steuer? Steuereinnahmen fließen in den allgemeinen Staatshaushalt und geplant ist, die Zuckerabgabe zweckgebunden für weitere Präventions- und gesundheitsfördernde Maßnahmen einzusetzen.

Ausland macht es vor
Verschiedene Länder haben gezeigt, dass man ernährungsbedingte Erkrankungen vor allem durch Verteuerung gesüßter Softdrinks eingrenzt. Bisher hat die Politik in Deutschland vergeblich auf die Freiwilligkeit der Lebensmittelkonzerne gesetzt. Vor allem Kinder werden durch stark übersüßte Lebensmittel von Klein auf hieran gewöhnt, so dass der Wunsch nach möglichst viel Zucker oft ein Leben lang erhalten bleibt. Dabei gäbe es bei industriell hergestellten Convenience-Produkten im Grunde keine Notwendigkeit so viel Zucker zuzusetzen.

Zusätzlich mehr Aufklärung
Die Beurteilung einer Softdrink-Steuer fällt in den über 100 Ländern, die diese bereits eingeführt haben unterschiedlich aus. Es zeigt sich, dass die Steuer allein selten den erhofften Effekt erzielt, sondern dass es flankierende Maßnahmen braucht wie Aufklärungskampagnen und Bewegungsprogramme – vor allem bei Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen greift eine Softdrink-Abgabe dagegen am schnellsten und effektivsten. Eine Studie der TU München zeigt, dass durch eine solche Steuer gleichermaßen der Pro-Kopf-Zuckerkonsum als auch die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden. In Großbritannien wurde seit Einführung der Softdrink-Steuer 2018 der Zuckergehalt in süßen Getränken durch die Getränkeindustrie um bis zu 30% reduziert.

Der Hype um pflanzliche Bitterstoffe

Bitterstoffe gelten derzeit als wahres Superfood, von dem man gar nicht genug kriegen könne. Hervorgehoben wird dabei vor allem die Wirkung von Chicorée, Artischocke, Radicchio & Co. auf Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken gleichermaßen appetitanregend und verdauungsfördernd. Der Hype wird insbesondere durch InfluencerInnen auf Social-Media angeheizt, die Bitterstoffe vor allem als Abnehmwunder anpreisen. Höchste Zeit die neuen Nahrungsergänzungsmittel und ihre Werbebotschaften genauer zu hinterfragen.

Über 1000 Bitterstoffe
Bitterstoffe findet man in vielen Lebensmitteln. Seit einigen Jahren wurden sie aber gemäß den Verbraucherwünschen gezielt weggezüchtet bzw. reduziert wie beim Chicorée oder Rosenkohl. Ein bitterer Beigeschmack gilt eigentlich als Warnung, dass etwas eventuell giftig oder ungenießbar sein könnte. Aber bedeutet das, dass man heute automatisch zu wenig davon zu sich nimmt? Mehr als 1000 natürliche Bitterstoffe sind derzeit bekannt, die im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Im Verdauungstrakt sorgen Sie für die Hormonproduktion und für die Ausschüttung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt. Die generelle Aussage, alle Bitterstoffe würden beim Abnehmen helfen, ist kaum haltbar. Viele Bitterstoff sind dagegen für unterschiedliche Reaktionen und Bereiche zuständig.

Vorsicht bei Gallensteinen
Forschende gehen davon aus, dass natürliche Bitterstoffe gegenüber Tropfen oder Sprays die bessere Alternative sind. Außerdem ist bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht sicher, was hier in welcher Konzentration enthalten ist, da sie weder getestet noch kontrolliert werden und die Deklarierungen nicht immer stimmen. Von einzelnen Bitterstoffen ist sogar bekannt, dass hohe Konzentrationen bei Magengeschwüren oder Gallensteinen gefährlich werden können, wenn zu viel Gallensaft produziert wird. Auch bei der Neigung zu Sodbrennen sollte man Bitterpräparate eher meiden. Unklar ist außerdem, wie viele Bitterstoffe in welchen Mengen einfach zu viel sind. dasselbe gilt für die gesundheitlichen Folgen von Wermutkraut und Artemisia, die beide häufig in Bittertropfen enthalten sind. Insgesamt warnen Verbraucherzentralen vor dem regelmäßigen Einsatz der neuen bitteren Nahrungsergänzungsmittel – ob als Kapseln, Tropfen, Pulver, Brausetabletten oder Spray. Sie halten sie gar für unnötig bis bedenklich. Bei den Tests hat sich herausgestellt, dass in vielen Produkten vor allem Löwenzahn, Enzianwurzel, Artischocke, Wermut, Kurkuma und Ingwer verwendet wird.

Widersprüchliche Wirkungen
Die Wirkweisen natürlicher Bitterstoffe sind teilweise durchaus widersprüchlich. Manche sollen Hungergefühle unterdrücken, andere wiederum den Appetit anregen. Auch zu einer angeblich entsäuernden Wirkung gibt es keine eindeutigen Ergebnisse. Derartige Werbeversprechungen sind schon deshalb unseriös, da es bislang keine wissenschaftlichen Angaben zum täglichen Bedarf gibt. Belegbar sind derzeit nur wenige Vorteile wie die Anregung der Darmtätigkeit und der Gallenflüssigkeit. Aussagen, es gäbe weniger Blähungen oder Heißhunger auf Süßes, es komme zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels oder hätte eine entsäuernde Wirkung sind bisher nicht belegt. Bittertropfen als gezielte Verdauungshilfe vor oder nach dem Essen einzusetzen, vergleichbar mit einem Magenbitter, ist genauso unsicher. Als mögliche Ursache für unerwünschte Nebenwirkungen führen Hersteller gern erste Entgiftungsreaktionen an.

Bitterstoffe in der Ernährung
Natürliche Bitterstoffe sind in Kaffee, grünem und schwarzen Tee sowie zahlreichen Kräutern wie Minze, Salbei, Rosmarin, Thymian, Pfeffer und Chile enthalten. Auch in Erbsen, Sojabohnen, Nüssen und zahlreichen weiterem Gemüsesorten findet man sie – in allen Kohlsorten und Spargel, Sellerie, Tomaten, Rucola, Rote Bete, Oliven und roten Zwiebeln. Sogar Beeren, Trauben, Zitrusfrüchte, Pflaumen, Kirschen, Äpfel und Birnen enthalten Bitterstoffe. Grundsätzlich kann ein Mangel an Bitterstoffen in der Ernährung zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Völlegefühl oder Verstopfung führen. Was in kleinen Mengen den Stoffwechsel unterstützt kann aber in größeren Mengen zu Vergiftungen führen. Manche Gemüsesorten können übrigens je nach Reifegrad einen bitteren Geschmack entwickeln, die man dann keinesfalls mehr essen sollte wie Zucchini, Kürbis und Gurken.