Fake-Produkte für Diabetiker und Herzpatienten im Netz

Seit Anfang des Jahres mehren sich Meldungen über Fake-Angebote und gefährliche Online-Empfehlungen für Diabetiker/innen und chronisch Kranke wie Herzpatienten. Verbraucherzentralen und Diabetes-Verbände warnen inzwischen vor falschen Webseiten und Online-Shops, die in sozialen Netzwerken beworben werden. Oft findet man hier neben gefälschten Logos auch Fake-Videos von Prominenten, die die Wirkung der scheinbaren Wundermitteln propagieren. Aktuell geht es dabei insbesondere um die Werbung für Mikronadelpflaster zur Blutzuckerregulierung. Auch neue angeblich unblutige Blutzuckermessgeräte werden angeboten, die sich bei Lieferung meist als herkömmliche Pulsoximeter herausstellen.

Gefakte Promi-Statements
Gar nicht so leicht zu erkennen sind Fakes, wenn gefälschte Logos von Verbänden und Institutionen verwendet werden. Die DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) bemängelt, dass Facebook, Instagram und TikTok inzwischen quasi als rechtsfreier Raum missbraucht würde. Prominente TV-Talker, Journalisten/innen und Mediziner/innen und sogar Politiker/innen wie Ex-Kanzlerin Angela Merkel wehren sich oft juristisch gegen derlei Video-Fakes, in denen man ihnen falsche Statements in den Mund legt.

Vorsicht vor Wundermitteln
Typische Kennzeichen von Fake-Produkten und -Shops sind übertrieben dargestellte Heilsversprechen sogenannter Wundermittel. Dahinter stecken oftmals Anbieter aus dem Ausland ohne eine Zulassung für medizinische Produkte und mit nur einem einzigen Interesse: kranken Menschen mit falschen Versprechungen zu Bestellungen zu bringen. Und hierfür sind alle Mittel recht. Besonders indem vorgetäuscht wird, dass andere hiermit bereits gesund wurden. Wer bei derlei Fake-Shops bestellt, bekommt entweder gar keine oder minderwertige Ware. Ein wichtiges Kennzeichen für Fake-Shops oder -Webseiten ist ein fehlendes oder unvollständiges Impressum sowie nicht vorhandene Kontaktmöglichkeiten, auch Rücksendungen sind meist nicht möglich. Fragen Sie im Zweifelsfall vor einer Bestellung bei Ihrer Hausarztpraxis oder auch bei uns nach.

Schlafbeeren-Präparate – für manche gefährlich!

Wenn man sich unter dem Stichwort „Schlafprobleme“ im Netz umschaut, landet man oft bei Präparaten mit dem Wirkstoff Ashwagandha bzw. der Schlafbeere. Hierzulande wird sie jedoch nicht als Medikament, sondern als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) verkauft. So umgehen Hersteller notwendige Studien und Kontrollen. Beides wäre im Sinne des Verbraucherschutzes vor allem aufgrund der notwendigen Reinheit und Dosierung wichtig. Laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) ist die Schlafbeere aber bislang weder in ihrer Wirkung noch den Risiken ausreichend untersucht. Hinzu kamen aktuelle Berichte von Leberschäden nach der Einnahme von Ashwagendha, die letztlich das BfR im September 2024 dazu bewogen haben, eine offizielle Warnung insbesondere für Kinder, Schwangere und Stillende sowie für Menschen mit Lebererkrankungen herauszugeben. Die Schlafbeere, auch indischer Ginseng oder Winterkirsche genannt, gilt als bedeutende Heilpflanze des Ayurveda und wird seit Jahrhunderten bei stressbedingten Schlaf- und Angststörungen eingesetzt.

Stress leichter abbauen
In der alternativen Medizin nutzt man Ashwaghanda als Pulver aus Wurzeln und Blättern – nicht jedoch die Beeren, zur Beruhigung, Stressminderung und Stimmungsaufhellung. Es gilt als Adaptogen, d. h. als ein Mittel, das die körperliche Anpassungsfähigkeit fördert. Sie soll unempfindlicher gegen Stress machen, indem sie das Stresshormon Cortisol reduziert. Um die richtige Dosierung zu finden, ist es wichtig die Konzentration des Wirkstoffes zu kennen, die in Nahrungsergänzungsmitteln als Pulver oder in Form von Kapseln aber selten ausgewiesen werden.

Kritische Risiken
Auch mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel werden, wie bei Nahrungsergänzungsmittel üblich, nicht erwähnt, ebenso wenig wie mögliche Wechselwirkungen mit Blutdrucksenkern und Hormonpräparaten. Entsprechend kritisch ist die Einnahme für Herz-Kreislauf-Patienten und Diabetiker sowie bei Störungen der Schilddrüse. Das BfR warnt deshalb auch bei diesen Vorerkrankungen vor der Einnahme von Ashwagandha-Präparaten. Wer die Heilwirkung der Schlafbeere testen, Probleme und Nebenwirkungen aber vermeiden will, sollte sich an eine/n Naturheilkundliche/n Mediziner/in wenden und hier die nötige Dosierung klären. Denn auch bei Naturpräparaten gilt: rein pflanzlich heißt nicht immer harmlos.

Wie die Bären-Apotheken Lieferprobleme lösen

Es gibt sie noch immer und sie werden vermutlich in diesem Herbst wieder zunehmen: die Lieferprobleme häufiger, aber auch selten angefragter Medikamente. Man findet sie in fast allen Bereichen, ob wichtige Mittel für Diabetiker, für Krebs- oder auch Schilddrüsenpatienten, oft benötigte Antibiotika oder spezielle Medizin für die Kleinsten. Wir versuchen immer unseren Kunden/innen eine Odyssee durch die Apotheken oder langwierige Online-Recherchen zu ersparen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, jedes Rezept, das bei uns ankommt, zeitnah zu bedienen. Das fordert von jedem/r Mitarbeiter/in die sofortige Suche nach möglichen Alternativen. Wird aber nur das verschriebene Medikament gewünscht, nehmen wir Kontakt zum Hersteller auf um eine mögliche spätere Lieferbarkeit zu klären.

Langwierige Recherchen
Kunden/innen, die bei uns digital in der Kundendatei erfasst sind, können wir bei längeren Verzögerungen oder kreativen Lösungen oft besser betreuen bzw. informieren. Da E-Rezepte nach 28 Tagen verfallen und somit rechtzeitig abgerechnet werden müssen, stellen stark verzögerte Lieferungen für uns ein besonderes, nämlich kostspieliges Risiko dar. Auch deshalb versuchen wir Artikel mit bekannten Lieferproblemen ausreichend am Lager zu haben. Zusagen des Pharmagroßhandels sind oft unsicher und die Apotheken werden leider nicht immer gleichmäßig bedient. Die ungünstigste Situation, den Kunden oder die Kundin wegen eines neuen Rezeptes wieder zur Arztpraxis zurückschicken zu müssen, versuchen wir möglichst zu vermeiden. Leider ist es manchmal nicht anders möglich – vor allem bei Kunden, die nicht in unserer Kundendatei erfasst sind oder ein Papier-Rezept vorlegen. Sonst können auch Mitarbeiter/innen im Backoffice langwierige Recherchen abwickeln und die Kunden/innen nachträglich informieren oder gemeinsam Alternativen abstimmen.

Medizinal-Cannabis gerät politisch unter Druck

Die neue Regierung hatte bereits im Koalitionsvertrag eine Überprüfung des liberalisierten Cannabisgesetztes des letzten Gesundheitsministers angekündigt. Die Korrekturen wurden nun veröffentlicht und sollen nach der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden. Die geplanten Änderungen betreffen vor allem den Versand und die Verschreibungspflicht medizinischer Cannabisblüten. Die meisten Apotheken und auch Arztpraxen begrüßen die Ankündigungen, da der Missbrauch, der durch einige Gesetzesschlupflöcher möglich war, eingedämmt würde. Online-Versender und viele Konsumenten sind jetzt alarmiert und auch auf den Versand spezialisierte Apotheken würde das neue Gesetz hart treffen.

Kein Versand mehr
So manche Apotheke hatte sich durch die Versorgung von Cannabis-Patienten ein zusätzliches Standbein aufgebaut. Nach den geplanten Gesetzesänderungen würde der Bezug über Apotheken nur noch direkt vor Ort oder über regionale Boten möglich sein. Der Versandhandel würde dann künftig unter Strafe stehen. Auch die aktuell gern genutzte Online-Verschreibung per Videosprechstunde oder Fragebogen würde so unterbunden. Aufgrund dieser lockeren Verschreibungspraxis hatte sich der Import von Medizinal-Cannabis im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Gleichzeitig ist die Menge des verschriebenen und von den Krankenkassen erstatteten Medizinal-Cannabis nicht annähernd im selben Umfang gestiegen.

Mehr Kontrollinstanzen
Schlecht sähe es durch das geplante Versandverbot für Cannabis-Patienten im ländlichen Raum aus. Eine künftige Apothekenpflicht wäre dagegen eher im Sinne des Verbrauchers und einer kontrollierten Qualität. Aktuell führen die angekündigten Änderungen zu einem massiven Anstieg der Nachfrage und stark sinkenden Preisen. Deshalb warnen spezialisierte Apotheker bereist vor dem Risiko von Verunreinigungen und mangelnder mikrobiologischer Qualität. Der Apothekerverband ABDA fordert deshalb neben der Verschreibungs- und Apothekenpflicht eine künftig einheitlich geregelte Preisbildung für Medizinal-Cannabis.

Darmkrebs-Screening per Selbsttest und Handy!

Die mitunter lebensrettende Darmkrebsvorsorge wird trotz vieler Prominenten-Aktionen und diverser Werbekampagnen noch immer nicht ausreichend in Anspruch genommen. Aktuell nutzt nur jeder 5. die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Allerdings wurden 2024 so viele Darmspiegelungen durchgeführt wie noch nie, auch die Stuhltests zur Früherkennung (FIT) steigen zahlenmäßig. Da hier aber noch viel Luft nach oben ist und um die Hemmschwelle zu reduzieren wurden neue Testverfahren entwickelt, die zuhause gemacht und per Smartphone-App kontrolliert werden können. Heimtests gibt es schon seit längerem in der Apotheke, allerdings war mit dem Kauf immer der Versand und die Stuhlkontrolle im Labor einbezogen. Dies entfällt bei den neuen Schnelltests.

Testkontrolle per Kamera
Ähnlich wie beim Identifizieren von Coronaviren kommt hier eine Testkassette und eine Farbcodierung zum Einsatz. Den letzten Schritt übernimmt allerdings die App per Foto. Das Ergebnis ist abhängig von der Farbintensität des Teststreifens. Die App weist den Nutzer auch auf eine mögliche weitere Behandlung hin, sollte eine ärztliche Untersuchung notwendig sein. Vor dem Kauf eines solchen Tests ist es wichtig sein Handy zu checken, da ältere Modelle technisch dafür oft nicht ausreichen.

Zuverlässig gegenüber Labor
Wie funktional und zuverlässig die neuen Heimtests sind, wurde bereits von Fachmedizinern des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in einer Studie geprüft. Dabei wurde der App-gesteuerte Test mit dem herkömmlichen Labor-FIT verglichen. 89 Prozent der Probanden beurteilten die neue Variante als gute Alternative und in der Sicherheit der Ergebnisse lag der Laborgestützte Test nur wenige Prozentpunkte vorne. Falsch positive Ergebnisse gab es kaum. Insgesamt wurde der übers Smartphone gesteuerte Test als gute niederschwellige Alternative bewertet – zumindest für jüngere technikaffine Kandidaten/innen. Der Test ist bei uns erhältlich und die App findet man in den üblichen App-Stores.

Was steckt hinter dem Wundermittel Kratom?

Mal wieder findet ein pflanzliches Mittel im Internet seinen Weg zu zahlreichen Abnehmer/innen. Aktuell ist es Kratom, ein Stoff, der nie zugelassen und inzwischen als gefährlich eingestuft wurde. Das asiatische Wundermittel, gern als Herbal Speed oder Speedball bezeichnet, stammt vom südostasiatischen Kratombaum. Seine getrockneten Blätter sollen als Pulver, Kapseln oder Tee bei diversen Problemen wie Schmerzen, Entzündungen, Husten, Depressionen und Angstzuständen helfen. Der weite Anwendungsbogen liegt in der Dosierung, die in niedrigen Dosen beruhigend und betäubend und bei hoher Dosierung stimmungsaufhellend und belebend wirken soll. Und eben diese Unkalkulierbarkeit macht Kratom so gefährlich.

„Nicht zum Verzehr geeignet“
Im März 2025 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Kratom als bedenkliches Arzneimittel mit erheblichen Nebenwirkungen und Abhängigkeitssymptomen eingestuft. Deshalb ist auch der Verkauf als Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland verboten. Internetshops umgehen dies Verbot indem es als „nicht zum Verzehr geeignet“ oder als Rohstoff angeboten wird. Der Hersteller oder Versender wälzt das Risiko somit auf den Nutzer ab. Grundsätzlich wurde Kratom hierzulande noch nicht als Betäubungsmittel eingestuft und der Eigengebrauch ist deshalb aktuell nicht strafbar. In vielen europäischen Ländern wie Schweden, Dänemark und Lettland war man schneller und hat Kratom verboten. Was insbesondere wegen der gravierenden Nebenwirkungen auch in Deutschland nötig wäre, auch wenn es sich um einen rein pflanzlichen Stoff handelt.

Suchtgefahr und Nebenwirkungen
Neben den möglichen Entzugssymptomen und einer entsprechend raschen Abhängigkeit, können Nieren- und Leberschäden sowie Verstopfung, Krampfanfälle, Schüttelfrost, Verwirrtheit bis zu Halluzinationen auftreten. Weltweit gibt es inzwischen zahlreiche Todesfälle. In Deutschland führt man bisher einen auf die Einnahme von Kratom zurück. Besonders riskant ist auch die Kombination mit Alkohol, Koffein oder die Wechselwirkung mit Herz-Medikamenten. Um langfristig als Arzneimittel eingesetzt werden zu können, fehlen ganz allgemein notwendige Studien sowie Wirksamkeits- und Sicherheitsprüfungen.

Mitarbeiterin auf hoher See

Mit nur drei Tagen Vorlauf wurde unser Permanent Make-up Profi und Leiterin der KosmetikPraxis Tübingen Petra Klein Teil der Crew eines Kreuzfahrtschiffes. „Mein Schiff“ kooperiert mit der Firma Riso – deutscher Spezialist und Marktführer in Europa für Permanent-Make-Up-Ausstattung, Farben und die PMU-Ausbildung. Weibliche Kunden nutzen die Kreuzfahrt gern für die Verschönerung durch ein natürliches dauerhaftes Make-up für Lippen, Brauen oder Augen. Für die Adria-Kreuzfahrt ab Triest Mitte Juli waren etliche Termine bereits gebucht und dann fielen die Mitarbeiterinnen aus. Blitzschnell musste erfahrener Ersatz gefunden werden. Petra Klein war hier die erste Wahl und wurde von der Bären-Apotheke kurzfristig für eine Woche freigestellt. Wer aber glaubt, dies waren entspannte Tage mit reichlich Freizeit liegt falsch. Petra Klein wurde direkt ins kalte Wasser geworfen und ging dabei nicht baden. Dabei musste sie die sonst üblichen drei Kosmetik-Kolleginnen ohne Einarbeitung komplett ersetzen. Die Schiffscrew griff ihr soweit möglich unter die Arme. Aber die Urlauberinnen haben für sie den Arbeits-Stress maximal aufgewogen und die langen Arbeitstage, die manches Mal bis 0 Uhr gingen, sehr erleichtert.

Voller Terminkalender
Ihre Freizeit inkl, möglicher Landgänge war also überschaubar. Dafür genoss sie an Bord Gästestatus mit allen Vorzügen und wurde jeden Morgen von Sonnenschein und Meeresrauschen geweckt. Zumindest der Insel Korfu, dem kroatischen Zadar sowie Montenegro konnte sie einen Besuch abstatten und war dabei selten allein unterwegs. Die Zeit im RISO-Store an Bord war gut gefüllt mit der morgendlichen Info-Veranstaltung zum Permanent Make-up (PMU), anschließenden Vorzeichnungen live vor Zuschauern und den im Schnitt sechs PMUs pro Tag. Nach einer Woche war sie zwar geschafft aber begeistert wieder zurück in Tübingen. Die Vorfreude auf den eigentlich für September geplanten Arbeitseinsatz an Bord ist jedenfalls groß.

Europäische Unterschiede beim Trinkwasser

Ferienzeit ist Reisezeit und an so manchem Urlaubsort ist die Trinkwasserqualität mit einem großen Fragezeichen versehen. Während man hierzulande überwiegend sicher sein kann, den Durst auch aus dem Wasserhahn gefahrlos stillen zu können, gilt das nicht für alle europäischen Länder. Der Geruch ist dabei nicht unbedingt ausschlaggebend. Das für manche unangenehme Chloraroma ist eher ein positiver Hinweis darauf, dass hier keine Keime zu finden sind und das Waschen und Zähneputzen unbedenklich ist. Die Trinkwasser-Qualität wird EU-weit durch einheitliche Richtlinien festgelegt. Trinkwasser sollte „genusstauglich und rein“ sein, aber nicht alle europäischen Länder erfüllen diese Kriterien. Und auch in Ländern die offiziell eine gute Wasserqualität haben, sollte man bei Ferienwohnungen auf Färbung, Trübung und Geruch achten, denn auch alte Leitungen und Armaturen können die Wasserqualität negativ beeinflussen. Schließlich gehen noch immer 80 Prozent aller Reiseerkrankungen auf verunreinigtes Trinkwasser zurück.

Mehrere Minuten abkochen
Eine aktuelle Länderübersicht wurde jetzt von einer US-Behörde veröffentlicht. Sie vergibt 11mal die Beurteilung „nicht sicher“ vor allem für osteuropäische Staaten und empfiehlt deren Leitungswasser nicht zu trinken. Dies gilt für Litauen, Lettland, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Nordmazedonien, Serbien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina und Albanien. Auch bei Fernreisen findet man weltweit in vielen Ländern keine gute Trinkwasserqualität. Bedenkenlos trinken kann man das Wasser in Kanada, USA, Costa Rica, Chile, Neuseeland, Australien, Japan, Südkorea sowie Saudi-Arabien. In allen anderen Ländern heißt es: Wasser mehrere Minuten abkochen bzw. zusätzlich filtern oder besser auf abgefülltes Mineral- oder Trinkwasser zurückgreifen, will man den Urlaub dauerhaft gesund genießen.

Gesundheitsrisiko Sommerhitze!

Ob längere Hitzewelle oder wenige Tage mit 35 Grad – ab einer gewissen Temperatur, wird es je nach Alter und Gesundheitszustand und abhängig davon wie man wohnt, schläft und arbeitet, für viele Menschen unangenehm. Auf dem Lande, an einem klimatisierten Arbeitsplatz oder im Homeoffice sind heiße Sommermonate besser zu überstehen als in der City oder einem Job, der sich überwiegend draußen, in überhitzten Hallen oder Werkstätten abspielt. Neben dem gefürchteten Kreislaufversagen durch Hitzschlag, gibt es aber noch eine Reihe weiterer Beschwerden, die sich auch unbemerkt einschleichen können. Statistiken zeigen, dass Hitze inzwischen als weltweit größtes Gesundheitsrisiko gelten kann. Das RKI hat jüngst neue Zahlen veröffentlicht. Demnach lassen sich 2024 etwa 3.000 Todesfälle hierzulande darauf zurückführen. Dieses Jahr war laut Deutschem Wetterdienst das heißeste Jahr seit Aufzeichnung der Wetterdaten. Und 2025 macht Anstalten dies weltweit noch zu toppen.

Elektrolyte auffüllen
Worauf sollte man bei schweißtreibenden Tagen und tropischen Nächten vor allem achten? Nicht nur auf über 60jährige, Kranke und Kleinkinder sollte man ein wachsames Auge haben, was das Trinkverhalten und die Körpertemperatur angeht. Grundsätzlich kann ein Hitzschlag jeden treffen, abhängig von den Aktivitäten im Freien und dem Nachschub von 2 bis 3 Litern Flüssigkeit. Je mehr man schwitzt, desto nötiger ist es Elektrolyte oder isotonische Getränke zuzuführen um Herz und Kreislauf zu unterstützen. Gehen über den Schweiß zu viele Mineralstoffe verloren, drohen sonst Herzrhythmusstörungen. Schon bei einer Abnahme der Körperflüssigkeiten von 2 bis 3 Prozent kann es zu körperlichen und geistigen Einschränkungen kommen. Schafft es das menschliche Kühlsystem, das bei Hitze auf Hochtouren läuft, nicht mehr die Körpertemperatur auf 37 Grad abzukühlen und wird die Schweißproduktion eingestellt, droht ein Hitzschlag. Ist die Haut blass, trocken und kühl, statt rosig, feucht und warm, ist Erste Hilfe wichtig und bei Müdigkeit oder gar Bewusstlosigkeit umgehend der Rettungsdienst zu verständigen:

Medikamente wirken anders
Deshalb unbedingt körperliche Signale wie Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit sowie fehlendes Durstgefühl registrieren und Medikamente beachten. Werden Antidepressiva, wassertreibende Medikamente, Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antihistaminika, Abführmittel oder Neuroleptika genommen, sollte man bei Hitze rechtzeitig eine angepasste Dosis in der Praxis oder bei uns erfragen. Durch Herz- oder Nierenerkrankungen geschwächte Patienten sind bei Hitze ganz besonders gefährdet und brauchen regelmäßige Kontrolle. Auch Diabetiker und Menschen mit Hormonstörungen müssen aufpassen, da auch hier ähnlich wie bei Senioren die Wärmeregulation oftmals vermindert ist. Hitze ist dann nicht nur unangenehm, sondern schlicht lebensgefährlich. Deshalb auf betroffene Menschen im persönlichen Umfeld achten und Hilfe anbieten.

Wenn Temperaturen rasant sinken
Aber auch das Ende einer Hitzewelle hat seine Tücken. Ein schlagartiger Temperaturabfall ist in den Rettungsstellen und bei Notfallmedizinern auch als Schlaganfallwetter bekannt. Sinkt die Temperatur um 10 Grad, steigt das Schlaganfallrisiko um fast 38 Prozent, vor allem bei Patienten mit Herzproblemen, Bluthochdruck oder starken Rauchern. Bei extrem fallenden Temperaturen nimmt bei Schwangeren auch das Risiko einer Frühgeburt zu. Der Zusammenhang von Wetterextremen und Gesundheitsrisiken rückt inzwischen weiter in den Fokus, ist aber häufig noch nicht ausreichend geklärt.

Vorsicht vor Magertrend SkinnyTok

TikTok gehört seit Jahren bei Jugendlichen zu den beliebtesten Social-Media-Plattformen. Neben harmlosen und witzigen Videos findet man hier aber regelmäßig auch gefährliche Challenges. Ähnlich sollte man den aktuellen Trend SkinnyTok einstufen. Unter dem gleichnamigen Hashtag kursieren Videos und Anleitungen, die einen neuen Magertrend anheizen. Die Videos zeigen neben Abnehmtipps, zahllose dünne Körper, die dem sogenannten Skinny-Ideal entsprechen und dabei Magersucht und Essstörungen glorifizieren. „Statt zu essen sollte man besser Kaugummi kauen“ sowie täglich Sport treiben. Und Hunger ließe sich mit dem passenden Skinny-Mindset einfach abtrainieren. Derlei Statements findet man hier und manches Zitat erinnert an die Magermodels der Jahrtausendwende.

Verharmlosung von Essstörungen
Bei SkinnyTok geht es neben der Magersucht als Lebensaufgabe auch um die Verharmlosung von Bulemie und dem Binge-Eating, also den Fressattacken mit anschließendem Erbrechen. Jede Form von Essstörung ist gefährlich und sollte behandelt werden, meist durch eine Kombination aus Psychotherapie, Ernährungsberatung und Medikamenten. Auf SkinnyTok wird gerade jungen Mädchen ein riskanter Umgang mit Hunger, Essen und Genuss nahegebracht, denn vom Schlankheitswahn zur Essstörung ist es oft nur ein kleiner Schritt. Das gefährliche Mantra der aktuellen Bewegung erkennt man in Sprüchen wie: „Skinny Girls dont`t eat breakfast“ oder auch „Essen ist Schwäche, Erbrechen ist Stärke“.

Verbot von SkinnyTok?
Um Jugendliche hiervor zu schützen, haben mehrere EU-Länder ein Verbot von SkinnyTok gefordert. Die zuständigen Ministerien von u. A. Frankreich und Belgien sehen hierin eine Gefahr für die geistige und körperliche Gesundheit Jugendlicher. TikTok hat inzwischen reagiert und den Hashtag #skinnytok mit der Umleitung zu einer Seite mit Beratungsangeboten zu Essstörungen verbunden. Unter einer leicht veränderten URL findet man die Seite aber noch immer. Die Gefahr scheint also damit nicht gebannt zu sein. Bei Problemen mit dem eigenen Essverhalten oder dem von Freunden oder Angehörigen findet man Hilfe und Infos über www.bzga-essstoerungen.de