Bären-Apotheke – beliebt für Praktika

Häufig findet man mehrere Praktikanten in den drei Bären-Apotheken in Herrenberg, Rottenburg und Tübingen. Mit über einhundert Mitarbeitern/innen gehören die Bären-Apotheken zu einer der größten Apotheke in der Region und ist damit vor allem bei Pharmazeuten/innen für das 6- bis 12-monatige Praktikum sowie zur Famulatur besonders beliebt. Hier gibt es immer was zu tun und man hat genügend Ansprechpartner. Durch das langjährige Engagement für Praktikanten/innen wird aus so manchem Pflicht-Praktikum später eine Festanstellung. Dies gilt für angehende Pharmazeuten/innen ebenso wie für PTAs. Für beide Berufsgruppen ist das Apotheken-Praktikum Teil der Ausbildung. Aber auch für Schüler-Praktika in der 8. oder 9. Klasse eignen sich Apotheken sehr gut. Gerade in Zeiten des zunehmenden Online-Handels ist es wichtig, Einblicke in Berufsbereiche zu bekommen, die jungen Menschen inzwischen eher fremd sind. Aber auch Medizinstudenten/innen kann man während ihrer Famulatur vereinzelt n der Bären-Apotheke antreffen.

Praktikanten/innen gut integrieren
Der Inhaber der Bären-Apotheke Dr. Jochen Vetter sieht sich auch wegen seiner eigenen Praktikums-Erfahrungen als Ansprechpartner persönlich in der Pflicht. „Gut betreute Praktikanten/innen sind für uns in vielerlei Hinsicht wichtig: als echte Hilfe gegenüber den Kunden /innen und als potenzielle künftige Mitarbeiter/innen. Aber auch wer nach dem Examen nicht direkt zu uns zurückkommt, ist für uns ein wichtiger Werbeträger. Meist kommen neue Kandidaten von selbst auf uns zu.“ Aber nur wer in einem funktionierenden Apothekenteam gut integriert ist, kann auch als Praktikant/in frühzeitig Verantwortung übernehmen und eine echte Unterstützung sein.

Tollwut-Impfung bei Fernreisen

Offiziell gilt Deutschland seit 2008 als tollwutfrei. Die gefährliche Infektionskrankheit ist deshalb bei vielen aus dem Bewusstsein nahezu verschwunden. Dabei stolpern zumindest Hundebesitzer bei Reisen ins benachbarte Ausland häufig über die Pflicht einer Tollwutimpfung ihrer Vierbeiner. In der Tat gibt es sie noch immer und vor allem bei Fernreisen kann sie eine echte Bedrohung sein. Weltweit sterben jährlich etwa 60.000 Menschen an der Tollwut, ein Drittel davon in Indien. Die anderen zwei Drittel verteilen sich auf ländliche Regionen in Süd- und Südost-Asien sowie Afrika. Noch immer verläuft eine Infektion mit dem Tollwut-Erreger meist tödlich,  wenn nicht rechtzeitig vor den ersten Symptomen der Impfstoff als Akut-Behandlung injiziert wird. Oftmals ist dieser aber gerade in ärmlichen Gegenden nicht problemlos erreichbar.

Impfung drei Monate vor Reiseantritt
Wer sich durch eine Impfung schützen will, sollte sich rechtzeitig um den nötigen Impfstoff kümmern. Nach einem gefährlichen Engpass 2024 ist dieser nicht immer kurzfristig verfügbar. Ein gewisser Anteil muss für akute Klinik-Notfälle vorgehalten werden. Denn nur der umgehend gespritzte Impfstoff kann einen tödlichen Infektions-Ausgang verhindern. Fernreisende, die eine Tollwutimpfung benötigen, sollten sich ca. 3 Monate im Voraus um einen Impftermin kümmern und bei uns die Verfügbarkeit des Impfstoffes erfragen. Vor allem wer mit Kindern in Afrika oder Asien unterwegs ist, sollte sich des Infektionsrisikos bewusst sein. Während man sich in unseren Breiten i. d. R. über infizierte Fledermäuse ansteckt, nutzt das Virus hier meist Katzen, Hunde oder auch Affen als Überträger, mit denen kleine Kinder eher in Kontakt kommen. Dafür reicht schon ein kleiner Kratzer.

Infektionen erst nach Wochen erkennbar
Kinder können ohne Altersbeschränkung geimpft werden. Die Grundimmunisierung erfolgt über drei Impfdosen: nach der ersten, folgt am 7. Tag die Zweite und die letzte nach 3 bis 4 Wochen. Das tückische an der Tollwut: sie macht sich bei manchen schon nach wenigen Tagen, mitunter aber auch erst nach Wochen oder sogar Jahren bemerkbar. Entscheidend ist der Weg von der Infektionsstelle zum Rückenmark und dem zentralen Nervensystem, von wo aus es zum Gehirn wandert um hier eine unumkehrbare Entzündung auszulösen. Je länger die Strecke, desto später kommt es zu ersten Symptomen wie Fieber, Übelkeit und Kopfschmerzen. Erst danach folgen typische Anzeichen wie eine stille oder nach Außen gerichtete Aggressivität mit starkem Speichelfluss und Krämpfen. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es dann zu spät. Deshalb ist eine Prophylaxe am besten kombiniert mit einem entsprechenden Verhalten so wichtig. Reise- und Tropen-Mediziner empfehlen darum nicht jeden kleinen Hund zu streicheln oder auch Affen zu füttern.

Alkoholfrei liegt weiter im Trend

Den Hinweis auf 0,0 % Alkohol findet man immer öfter nicht nur auf Bier-, Sekt- und Weinflaschen, sondern inzwischen auch auf vermeintlich Hochprozentigem wie Gin, Rum oder Likören. Nicht nur im Dry January und Sober October liegt alkoholfrei im Trend. Gerade die Jüngeren wollen laut aktueller Umfragen der Gesundheit zuliebe gern öfter auf Alkohol verzichten. Der Markt reagiert mit einem stetig wachsenden Sortiment an Alcoholfree-Produkten, die einen immer größeren Umsatzanteil ausmachen. Alkoholfreies Bier ist besonders bei Sportlern schon länger beliebt. Während prozentfreier Wein und Sekt der ersten Generation teilweise sehr sauer und wenig genussvoll daherkamen, verbesserten sich sowohl die Produktionstechniken als auch die Qualitätsansprüche klassischer Weintrinker.

Schon kleine Mengen sind riskant
Inzwischen weiß man, dass es keinen unbedenklichen Alkoholkonsum gibt. Jede noch so kleine Menge kann gesundheitliche Schäden verursachen. Vor allem das regelmäßige und oft tägliche Gläschen Bier oder Wein schadet körperlich. Höchste Zeit sich von ungesunden Feierabend-Traditionen zu verabschieden oder zumindest in Frage zu stellen. Diesem Lebensstil folgt die Sober-Curiosity-Bewegung aus den USA

Soberlife ohne Promille
Für Teile der Generation Z steht heute vor allem „Spaß auch ohne Promille“ im Fokus. Auf Instagram findet man unter dem Hashtag „soberlife“ zahlreiche Einträge junger Abstinenzler, die über ihre alkoholfreien Erfahrungen berichten. Noch vor wenigen Jahren füllten Nachrichten über Jugendliche, die nach dem Komasaufen am Wochenende mit Alkoholvergiftung in der Notaufnahme landeten die Schlagzeilen. Jetzt dagegen liest man von alkoholfreien Musik-Festivals. Grundsätzlich macht man sich heute zunehmend mehr Gedanken über die Frage: warum gehört Alkohol zum täglichen Leben und ist es als Ritual für Feste und den Feierabend wirklich nötig? Schließlich ist Alkohol ein Nervengift, das die Organe belastet, uns schlechter schlafen lässt und unkontrolliert macht.

Nüchtern ist heute cool
Auf all diese negativen Begleiterscheinungen möchte die Bewegung der Sober Curiosity lieber verzichten. Gerade die Gen Z verbindet mit Alkohol auch Angst vor Kontrollverlust und ein erhöhtes Missbrauchsrisiko. Man fürchtet vor allem Videos, die im Rausch entstehen und anschließend auf Social Media landen. Auch wenn die allgemeine Akzeptanz noch immer hoch ist, die Zahl der Online-Rezepte für leckere alkoholfreie Drinks nimmt ständig zu. Vom alkoholfreien Spritz, über den Nojito bis zum Virgin Colada gibt es viele Klassiker inzwischen auch in der 0,0%-Version. Und im Biermekka Deutschland gibt es nun neben den schon lang akzeptierten alkoholfreien Bieren, die eben doch noch einen Restalkohol enthalten, auch die neuen echten alkoholfreien mit 0,0 Prozent. Der Trend scheint in der Breite der Gesellschaft angekommen zu sein. Nüchtern ist das neue Cool und Alkoholkonsum wird vielleicht künftig zur Ausnahme statt zur Regel.

L-Thyroxin oft unnötig?

Als Hormonersatztherapie wird bei einer leichten Schilddrüsenunterfunktion heute häufig L-Thyroxin verschrieben. Seit geraumer Zeit schon gehört es zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Es ersetzt das natürliche Schilddrüsenhormon und gleicht die fehlende Menge aus. Da diese aber nur schwer exakt bestimmbar ist, braucht es für eine angepasste Dosierung oft mehrere Wochen oder auch Monate. Ist sie zu gering werden die anfänglichen Unterfunktions-Symptome nicht abgefangen, ist sie zu hoch rutscht man schnell in eine Überfunktion mit Unruhe, Herzrasen und Schlafstörungen. Immer öfter wird L-Thyroxin auch bei Knoten an der Schilddrüse oder leicht erhöhten TSH-Werten verschrieben. Dabei weist der Verband der Endokrinologen darauf hin, dass Knoten so nicht verhindert werden und grundsätzlich eine gründliche Diagnose nötig ist.

Altersabhängiger TSH-Wert
Außerdem kann es ab ca. 70 Jahren zu einem grundsätzlichen Ansteigen des TSH-Wertes kommen auch ohne, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Dies gilt vor allem dann, wenn keine typischen Symptome wie ständige Müdigkeit, Gewichtszunahme bei träger Verdauung und Niedergeschlagenheit erkennbar sind. Auffällig ist, dass die Verordnung der Ersatzhormone nicht im Verhältnis zu den diagnostizierten Fällen einer Unterfunktion steht. Während die Häufigkeit einer Schilddrüsenerkrankung in den letzten 15 Jahren gleichgeblieben ist, stieg die Verordnung von L-Thyroxin um über 30 Prozent. Man geht deshalb davon aus, dass der TSH-Wert zwar erhöht, aber die eigentlichen Schilddrüsenwerte (FT3 / FT4) noch im Normbereich lagen.

Steigendes Osteoporose-Risiko
Gerade bei älteren Patienten wäre eine längere Beobachtung der Werte im Hinblick auf ein sonst steigendes Osteoporose-Risiko sinnvoll. Laut aktueller Studien leidet bei Senioren die Knochendichte durch die Einnahme von L-Thyroxin. Die Folge sind zunehmend durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche. Ein niedrigdosiertes L-Thyroxin konnte in Studien bei einem Viertel der Teilnehmer unter ärztlicher Begleitung abgesetzt werden. Die mit einer Unterfunktion oft verbundene Hashimoto Thyreoditis tritt aufgrund besserer Diagnostik, belastender Umweltfaktoren sowie Stress weltweit immer häufiger auf.

Überversorgung mit L-Thyroxin
Man vermutet, dass in den Industrieländern auch eine erhöhte Jodzufuhr z. B. durch jodiertes Speisesalz oder Trinkwasser weitere Auslöser sein könnten. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hatte schon 2024 daraufhin gewiesen, dass medizinische Labore für den TSH-Wert altersabhängige Referenzbereiche in ihren Laborberichten angeben sollten. 2025 sprach man in Fachkreisen schon von einer Überversorgung mit L-Thyroxin. Ein eigenmächtiges Absetzen ist allerdings nicht zu empfehlen und sollte mit dem/der Arzt/Ärztin besprochen werden.

Schnelle Hilfe bei Panik-Attacken?

Angststörungen nehmen seit der Pandemie jährlich zu. Die kritische Weltlage und die immer und überall verfügbaren Informationen über Katastrophen und Krisen steuern einiges zu psychischen Problemen bei. Gleichzeitig werden die Wartezeiten für Therapieplätze immer länger und kurzfristige Hilfe bei akuten Problemen wird zunehmend schwierig. Gerade Panik-Attacken treten bei Betroffenen regelmäßig auf, vor allem wenn sie von bestimmten Situationen oder Signalen getriggert werden. Vermeidungsstrategien übernehmen dann meist das Ruder, was dazu führt, dass man sich kaum noch aus dem Haus traut. Dabei wäre schnelle Hilfe möglich, denn auch Panik-Attacken kann man durch eine kurzfristige Konfrontationstherapie in den Griff bekommen. Man kennt diese von den Klassikern wie der Spinnenphobie sowie engen bzw. weiten Räumen oder auch Flugangst.

Konfrontation statt Vermeidung
Studien zeigen, dass auch die Angst vor der Angst auf diese Weise behandelt werden kann. Betroffenen könnte mit einer Art Blitztherapie sogar in nur wenigen Tagen geholfen werden. Just-do-it heißt die Methode, stell dich deinen Ängsten und mach es einfach. So könne man live erleben, dass das Befürchtete eben nicht eintritt: keine Ohnmacht, kein Herzinfarkt, kein Zusammenbruch. Nichts von all dem passiert, wenn man der Situation nicht aus dem Weg geht. Die Blitztherapie ist bei manchen Therapeuten allerdings umstritten, da sie Betroffene unter extremen Stress setzt und die Nachhaltigkeit unsicher sei. Die klassische Expositionstherapie lässt sich für die Konfrontation mehr Zeit. Unter Begleitung des/der Therapeuten/in lernt man Schritt für Schritt die Angst auszuhalten und erlebt, dass diese abnimmt. Hierfür gibt es inzwischen auch Online-Therapieprogramme, die den Engpass fehlender Therapieplätze auffangen sollen.

Sozialer Rückzug als Folge
Ursächlich für Panik-Störungen sind oftmals Überhand nehmende negative Gedanken und soziale Ängste. Gedanken wie: wird mir jemand helfen, wenn ich jetzt das Bewusstsein verliere oder was, wenn ich an der Kasse einfach umkippe, bestimmen den Alltag. Man zieht sich immer mehr zurück, die Probleme nehmen zu und der Allgemeinzustand verschlechtert sich. Dabei wäre es so wichtig mit Freunden und/oder der Familie zu sprechen. Viele erleben dann, dass sie nicht allein damit sind, dass es im Gegenteil vielen so geht und Angststörungen in jedem Alter auftauchen können.

Keine physischen Ursachen
Bei Angstpatienten spielen auch häufig Stress und Überforderung eine wichtige Rolle, beispielsweise in der Schule, vor dem Examen, im Job oder sogar beim häuslichen Chaos mit kleinen Kindern. Körperliche Probleme sind in der Regel nicht zu finden. Herz und Kreislauf sind in Ordnung, selbst der Blutdruck ist in Ruhephasen unauffällig – bis zur nächsten Panikattacke. Nicht selten landet man dann wieder in der Notaufnahme. Aber kaum sind Helfer da, ist der Anfall vorüber und Betroffene fühlen sich wie hysterische Simulanten. In dieser Situation vergehen oft Jahre bis man sich dem Hausarzt anvertraut oder einen Psycho-Therapeuten aufsucht. Sich dem Problem zu stellen und darüber zu reden ist der erste Schritt.

Schlechte Noten für Gesundheitsprävention

Der erste Public Health Index (PHI) sieht Deutschland auf dem vorletzten Platz von 18 untersuchten Ländern in Zentral- und Nordeuropa, knapp vor der Schweiz und hinter den Nachbarn Luxemburg und Österreich. Den Platz des Klassenprimus teilen sich das Vereinigte Königreich und Finnland, gefolgt von Irland und Norwegen. Die skandinavischen Länder so weit oben zu finden, erstaunt wohl kaum jemanden. Großbritannien dagegen zeigt, wie viel man mit den richtigen politischen Entscheidungen in wenigen Jahren für die allgemeine Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung tun kann. Entscheidend sind vor allem die Vorgaben, die man Unternehmen in den Bereichen, Tabak- und Alkoholkonsum sowie Ernährung macht. Während Deutschland hier noch immer auf Freiwilligkeit setzt, ziehen andere Länder seit einigen Jahren die Daumenschrauben an – vor allem auch im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes.

Alkohol, Tabak und Zucker reduzieren
Neben dem Zugang zu Alkohol und Tabak wurde in den führenden Ländern der Einsatz von Zucker reduziert bzw. durch Steuererhöhungen der Verbrauch runtergefahren. Während in den meisten Ländern der Alkoholkonsum ganz klar erst ab 18 Jahren zulässig ist, diskutiert man hierzulande noch immer das begleitete Trinken ab 14 Jahren. Düster steht es auch um die Begrenzung stark zuckerhaltiger Getränke und Speisen. Nicht einmal eine eindeutige Kennzeichnung wurde festgelegt, von einer erneuten Zuckersteuer, die hierzulande 1993 abgeschafft wurde, ganz zu schweigen. Die stark zunehmenden Fälle von Adipositas könnte man so eindämmen, ebenso wie verbindliche Standards für Schul-, Mensa- und Kantinenessen schaffen. Einzelmaßnahmen bleiben stark begrenzt und ein eigentlich nötiger Maßnahmenmix liegt noch in weiter Ferne.

Vorsorgen ist billiger als heilen
Allein bei der Bewegungsförderung liegt Deutschland aufgrund zahlreicher regionaler Aktionen und einzelner in die Jahre gekommener Programme wie den Bundesjugendspielen im Mittelfeld. Auch hier gibt es also Nachholbedarf um zu Ländern wie GB, Dänemark und Frankreich aufzuschließen. Gerade in Zeiten, in denen die Kosten für das Gesundheitssystem explodieren, sollten Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge ganz oben auf der Agenda stehen. Wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen geben hierfür eine sinnvolle Orientierung – Länder wie GB zeigen wie es gehen kann.

Geringere Lebenserwartung
Laut dem aktuellen PHI spielt mangelnde Prävention bei vier von zehn Todesfällen hierzulande eine wesentliche Rolle. Und das obwohl Deutschland mehr Geld pro Kopf für Gesundheit ausgibt als jedes andere Land in der EU. Trotzdem liegen wir bei der Lebenserwartung inzwischen unter dem EU-Mittelwert. Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Adipositas, Lungenkrebs und Fettleber sind nur eine kleine Auswahl von Erkrankungen, die durch rechtzeitige Prävention verhindert werden könnten.

PHI alle zwei Jahre wiederholen
Die Verantwortlichen der Studie betonen, dass effektive Prävention anders als angenommen, eben keine Privatsache ist. Staatliche Vorgaben wie Werbeverbote, Verkaufsbeschränkungen und zusätzliche Steuern wären zugkräftige Gegenmaßnahmen. Auch die WHO hatte in früheren Studien festgestellt, dass Deutschland internationale Empfehlungen und Richtlinien nur halbherzig umsetze. Um Fortschritte zu überprüfen soll der PHI künftig durch AOK und DKFZ alle zwei Jahre erhoben werden. Die Bereitschaft in der Bevölkerung wäre laut Umfragen im Rahmen des PHI vorhanden. 63 % sind für höhere Steuern für Tabak und Alkohol und 70 % für eine Freigabe erst ab 18. Sogar 89 % wären für eine Werbeeinschränkung für fett-, zucker- und salzhaltige Produkte und 70% plädieren für eine Extraabgabe der Hersteller von stark zuckerhaltigen Softdrinks.

Glückstipps gegen den Winterblues

In der kalten dunklen Jahreszeit kämpfen viele – besonders jüngere Frauen, mit dem Phänomen des Winterblues. Wer im Herbst dem Sommer nachtrauert, bekommt pünktlich zur Zeitumstellung Ende Oktober zunehmend schlechte Laune. Je kürzer die Tage, desto mieser ist die Stimmung – trotz adventlicher Straßenbeleuchtung und heimischem Kerzenzauber. Scheinbar nichts hilft gegen die graue Tristesse, die sich zunehmend auch durch Müdigkeit und Antriebslosigkeit äußert. Der liebste Rückzugsort: das Bett um dabei die Lieblingsserie zu streamen. So dreht sich die Winterblues-Spirale weiter. Schuld hieran ist vor allem der Mangel an Licht. Endorphine oder Glückshormone werden ebenso wie Serotonin durch UV-Strahlung gebildet. Nimmt diese ab, steigt der Melatonin-Spiegel, der uns tagsüber schlapp und müde macht. Der Energiepegel sinkt und mit ihm fällt die Lust auf Bewegung und Aktivität.

Aktiv werden
Umso mehr heißt es dann, das Sofa gegen das Fitnessstudio tauschen und anstelle von Schokolade, Pommes und Weihnachtskeksen einen Obstsalat oder eine Gemüsebowl essen. Statt weiter zu Hause zu faulenzen, sollte der Terminkalender gefüllt werden. Am besten den Kreislauf schon morgens mit Gymnastik oder Yoga in Schwung bringen, während der Mittagspause ein paar Runden im Park drehen und abends, statt wieder Pizza zu bestellen ein gesundes Essen kochen. Auch die Urlaubsplanung für den Winter oder das nächste Jahr kann die Stimmung heben. Hilft das alles nichts, sollte man es mit Tageslichtlampen und täglich 30 Minuten UV-Licht probieren. Manche Krankenkassen geben zum Kauf der Speziallampen auch einen Zuschuss.

Farb- und AromatherapieWem das nicht genügt, der kann zu Pinseln und Farben greifen. Mit gelb- und orangefarbenen Wänden kommt Licht und gute Laune in die eigenen vier Wände. Ähnlich funktioniert eine Aromatherapie mit Jasmin, Bergamotte und Citrusdüften. Auch das sommerliche Lieblingsgericht macht glücklich. Und nicht zuletzt sollte man mit Vitamin D die Schieflage des Hormonhaushalts ausgleichen. Irgendwann kippt der Blues sonst in permanente Gereiztheit und akute Stimmungsschwankungen, die Familie, Partner, Freunde/innen und nicht zuletzt Kollegen/innen nerven. Auch beim Essen kann man gegensteuern: Nüsse, Haferflocken, Soja und Eier wirken anregend auf die Serotoninproduktion. Und typisch winterliche Gewürze wie Ingwer, Kardamom und Safran stärken nicht nur das Immunsystem, sondern fördern ebenfalls die Glückshormone.

Keine Winterdepression
Es lohnt auch ein Blick in den Norden, nach Norwegen, Schweden und Finnland, nämlich darauf, wie die Menschen nördlich des Polarkreises mit dem wenigen Licht umgehen. Von Ende November bis Mitte Januar sieht man während der Polarnacht auch tagsüber keine Sonne. Anders als erwartet leiden die Menschen hier viel seltener an einem Winterblues. Und nicht vergessen: ein saisonales Stimmungstief ist nicht mit einer echten Winterdepression gleichzusetzen. Der Winterblues fordert letztlich nur eine Anpassung an die winterlichen Lebensumstände. Dicke Socken und Wollpullis, Kerzenlicht und ein heißer Eintopf sowie der regelmäßige Gang in die Sauna machen auch kalte Tage attraktiv. Und vielleicht wartet ja auch ein Spaziergang durch verschneite Wiesen und Wälder auf uns. Der sorgt garantiert für gute Laune.

Wie hilft Rotlicht bei Haarausfall?

Rotlichtgeräte für alle möglichen gesundheitlichen Zwecke liegen gerade im Trend. Ging es früher vor allem um das Lockern muskulärer Verspannungen und Gelenkbeschwerden, findet man heute Gesichtsmasken, Handgeräte und großflächige Strahler in allen möglichen Varianten für unterschiedlichste Probleme. Sogar in Bürstenform und als Kopfhauben gibt es sie zur Bekämpfung von Haarausfall. Moderne Geräte können offenbar mehr als Nasennebenhöhlen und Bronchien bestrahlen. Das infrarote Licht trifft mit einer bestimmten Wellenlänge auf Haarfollikel und Gewebe, regt die Durchblutung an und wirkt entzündungshemmend. Insgesamt kann Rotlicht somit positiv das Haarwachstum beeinflussen und vorzeitigem Haarausfall entgegenwirken. Vorausgesetzt es handelt sich um eine androgenetische Alopezie, also erblich bedingten Haarausfall, und nicht um die kreisrunde oder nur temporäre Variante. Für die letzteren gibt es derzeit noch zu wenig Studien, die eine Wirkung belegen.

60 Minuten pro Woche
Langwelliges Rot- und Nahinfrarotlicht dringt anders als normale Lichtwellen in tiefer liegende Hautschichten ein. Im Gegensatz zu UV-Strahlen können sie beispielsweise keinen Sonnenbrand verursachen. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Behandlung von rund 60 Minuten wöchentlich, aufgeteilt auf mehrere Sitzungen von 10 bis 20 Minuten (abhängig vom Modell) den größten Effekt hat. Nach ca. 16 Wochen erkennt man in der Regel sicht- und messbare Ergebnisse durch volleres oder dickeres Haar. LED-Rotlicht-Kämme wirken dabei ebenso wie Rotlicht-Helme, mit einer Wellenlänge von 630 bis 660 nm (Nanometer).

Wachstumsphasen verlängern
Das Rotlicht verlängert offenbar die Lebensdauer eines Haares. Bei vorzeitigem Haarausfall sind einzelne der drei regulären Wachstumsphasen meist verkürzt oder die Übergänge gestört, was zu einem verfrühten Ausfall führt. Dem wirken die Rotlichtwellen entgegen. Vermutlich liegt es an der Kombination aus besserer Nährstoffversorgung der Haarwurzeln, einer verstärkten Durchblutung sowie der optimierten Energieproduktion in den Zellen. Vorzeitiger Haarausfall betrifft und belastet nicht nur Männer, sondern auch Frauen, insbesondere nach Schwangerschaft oder der Menopause. Weltweit ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von Alopezie betroffen.

Kann man auf Apotheken verzichten?

Angesichts einzelner Zeitungsartikel kann man den Eindruck bekommen, Apotheken seien überflüssig geworden. Die Promi-Werbung der Versandapotheken tun ihr Übriges dazu und inzwischen wollen auch Supermärkte und Drogerieketten in den Handel mit freiverkäuflichen Medikamenten einsteigen. Was also ist dran am Kommentar der FAZ: „Keiner braucht die Apotheken“?. Vor allem auf deren gerühmte Beratungskompetenz könne man, laut dem FAZ-Redakteur, gut verzichten. Bei Aspirin, Ibu & Co. sei diese unnötig und bei Rezepten kämen die Infos ohnehin von der Arztpraxis. Sicher, heute hat man viel mehr Möglichkeiten seine Medikamente zu bekommen als noch vor einigen Jahrzehnten. Das Internet hat neue Wege eröffnet und auch den Pharmamarkt auf den Kopf gestellt.

Apotheken-Bote vs. Paketdienst
Das Netz ist voll von Gesundheitsinformationen – auch zu Wirkstoffen und Medikamenten und genau da liegt das Problem. Für Laien ist die Flut an Informationen kaum zu überschauen und schon gar nicht sinnvoll zu bewerten. Bräuchten wir alle keinerlei Beratung zu Medikamenten, hätten Versandapotheken inzwischen längst das Ruder am Markt übernommen. 1999 erschien DocMorris als Pionier erstmals auf der Bildfläche. Zu der Zeit war an eine Belieferung mit rezeptpflichtigen Medikamenten per Paketboten noch nicht zu denken. Erst die Politik hat diesen Weg geebnet. Auf der Strecke blieben dabei die kontinuierliche Beratung und Betreuung der Patienten. Hinzukamen aber vielerorts Angebote der Vorort-Apotheken, bestellte Medikamente per Boten zu liefern – noch am selben oder spätestens am nächsten Tag. Ein Service, den inzwischen fast alle Apotheken bieten und der auch bei uns gern und viel genutzt wird.

Persönliche Beratung statt Call-Center
Wer zur Einnahme verschriebener Arzneimittel Fragen hat, braucht die Apotheke alle Mal. Viele Praxen sind in Zeiten massiven Personalmangels telefonisch nur noch schwer erreichbar, müssen Telefonzeiten oft reduzieren und wickeln die Terminvergabe teilweise online ab. Medikations-Probleme tauchen häufig erst auf, wenn man die Medikamente zu Hause vor sich hat, die Beipackzettel liest oder sich im besten Fall über die Kombination mit all den Pillen und Pülverchen Gedanken macht, die man sonst noch nimmt, von denen der/die Arzt/Ärztin aber nichts weiß. Gerade um mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu verhindern oder aufzuklären sind wir da. Versandapotheken versuchen diese Lücke über Callcenter oder Telemedizin irgendwie zu schließen. Dank KI wird dieser Service vermutlich künftig über elektronische Chatbots abgedeckt werden, die hoffentlich erkennen, wann eine Frage gefährlich werden könnte.

Notwendiger Notdienst
Und wie sieht es mit den Notdiensten aus? Immer öfter berichten Apotheken über stark genutzte Sonntags- und Nachtnotdienste. Auch hier spürt man den Druck, der auf unserem Gesundheitssystem lastet. Wer steht in der Schlange vor der Notdienstklappe? Oftmals Eltern, die mit Kleinkindern aus der Notaufnahme nachts oder an Feiertagen mit einem Rezept nach Hause geschickt werden, Krankenhauspatienten mit Entlass-Rezepten, aber immer öfter auch Patienten mit Rezepten, die tagsüber nicht eingelöst werden konnten. Nur noch selten geht es dagegen um die früher typischen „Notlagen“ wie Hygieneartikel, Baby-Ersatzmilch oder vergessene Kondome. Allen Notdienstkunden wird sofort geholfen. Auch deshalb dürfen Notdienste nur von Apothekern/innen geleistet werden – die inzwischen in solchen Nachtschichten kaum noch zum Schlafen kommen und nicht selten am nächsten Tag wieder in der Apotheke stehen.

Sparen kann man auch bei uns
Wer also die Frage: „Wozu Apotheken nötig sind?“ ebenso negativ beantwortet wie der FAZ-Kommentator Ende Oktober, ist offenbar nie krank, hat keine Familie oder Kinder und kennt sich mit den Fallstricken unseres Gesundheitssystem nur mäßig aus. Jedes Rezept, dass bei uns oder der Apotheke um die Ecke und nicht im Versandhandel landet, stützt die Vorort-Apotheken und verhindert neue Schließungen, ebenso wie die Nutzung unserer Rabatt-Coupons oder der Blick in unsere monatlich wechselnden Angebote, die man übrigens auch in unserem Online-Shop findet. Zum Sparen braucht man nämlich keine Versandapotheke. Und mehrere Tage auf sein Rezept-Medikament warten, muss bei uns auch niemand. Selbst dann nicht, wenn ein Mittel offiziell gerade nicht lieferbar sein sollte.

Kommt die Apothekenreform noch 2025?

Der Deutsche Apothekertag diente Ende September der Bundesgesundheitsministerin Warken als Plattform zum Testen Ihrer Reformpläne. Was ihr für die Zukunft der deutschen Apotheken vorschwebt, ist jedoch weniger die erhoffte Stütze, als vielmehr ein schlecht kaschiertes Reförmchen. Die bitter notwendige Honorarerhöhung sei nicht möglich, betonte sie in ihrem Auftritt vor der Apothekerschaft. Die Eckpfeiler dieses sogenannten Reformpakets bestehen vor allem aus einem Versandverbot für Medizinisches Cannabis sowie Mehrarbeit der Apotheken bei weiterhin seit vielen Jahren stagnierenden bzw. rückläufigen Einnahmen. Angesichts fehlender Mitarbeiter/innen sind zusätzliche Aufgaben für die meisten Apotheken ohnehin nur schwer zu leisten.

Keine Honorarerhöhung
Entsprechend eisig war die Stimmungslage beim ersten Zusammentreffen von Apothekerschaft und Gesundheitsministerin. Die Apotheken sollen stärker in die präventive Gesundheitsversorgung eingebunden werden, aber ohne diese Leistungen angemessen zu honorieren. Inzwischen wurden Details bekannt, welche neuen Verantwortungen PTAs bekommen sollen, um Apotheken, die über zu wenige Pharmazeuten verfügen, zu entlasten und das Apothekensterben auf dem Lande zu stoppen. Letztere könnten sich laut dem ersten Referentenentwurf zumindest über eine Erhöhung der Notdienst-Pauschale freuen.

PTAs in Leitungsfunktion?
Ganze 20 Tage übers Jahr verteilt dürften PTAs, laut Referentenentwurf, ohne Apotheker/in eine Apotheke führen. Bisher waren Apotheken bei Engpässen gezwungen vorrübergehend zu schließen, was bei kleineren Apotheken mit wenigen Mitarbeiter/innen durchaus passieren kann. Mit entsprechend qualifizierten erfahrenen PTAs ließen sich also kurzfristige Notlagen überbrücken. Ob sich dafür die zusätzliche zweijährige Fortbildung aber lohnt, bleibt zweifelhaft. Es droht offenbar die zigste Reform ohne, dass sich etwas grundlegend verbessert, weder für Patienten/innen, noch für Apotheken. Weder Lieferengpässe, noch die klamme Wirtschaftslage würden behoben, von neuen Perspektiven für künftige Apothekergenerationen ganz zu schweigen.

Mehr Probleme als Lösungen
Auch die Ärzteschaft sieht das Bundesgesundheitsministerium aktuell auf einem Irrweg, da man Kompetenzen der Hausarztpraxen auf die Apotheken verschieben will. Allerorts herrscht schlechte Stimmung und es wird immer deutlicher, dass auch dieses Jahr die Politik die bundesweite Apotheken-Schließungswelle nicht abbremsen wird. Auch nicht durch die jetzt von der Gesundheitsministerin befürwortete sogenannte Verhandlungslösung, bei der die Vergütung für die Medikamentenabgabe direkt zwischen dem Apothekerverband und dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt werden soll. Die geforderte und dringend notwendige Erhöhung des Fixums, das seit 20 Jahren unverändert ist, wird weiterhin verschoben.