Tests auch für Geimpfte wichtig!

Wer durchgeimpft ist, denkt nicht unbedingt daran sich regelmäßig oder nach möglicherweise riskanten Begegnungen einen Corona-Schnelltest zu machen. Dabei gibt es mehrere gute Gründe, die auch bei Geimpften für regelmäßige Tests sprechen, vor allem um steigende Infektionszahlen einzudämmen. Bei einem Fest oder Treffen, an dem auch ungeschützte Personen teilnehmen, sollten sich möglichst alle Teilnehmer testen, denn auch symptomlose Geimpfte können das Virus weitergeben. Ähnlich verhält es sich, wenn bei Geimpften Erkältungssymptome auftauchen. Schon ein leichter Schnupfen kann bei Geimpften auf eine Coronainfektion hindeuten.

Gerade da man sich im Winter überwiegend in Innenräumen trifft und aufhält, steigt hier das Risiko einer Infektion gegenüber den Sommermonaten. Dazukommt der nachlassende Impfschutz bei vielen, die bereits im Frühjahr durchgeimpft waren. Die Zahl der gemeldeten Impfdurchbrüche nimmt stetig zu, auch wenn sie zahlenmäßig nur einen kleinen Teil der Statistik ausmacht. Und was oft vergessen wird: bei klassischen Symptomen sind auch Geimpfte verpflichtet einen PCR-Test zu machen. Dazu gehören Husten, Atemnot, Fieber und der Verlust des Geschmack- oder Geruchssinns. Eine neuere englische Studie hat ergeben, dass infizierte Geimpfte meist sogar eher über Kopf- und Halsschmerzen sowie Nießen und Schnupfen klagen. Seit Mitte November kann jeder wieder einmal wöchentlich einen kostenlosen Antigentest machen, auch bei unserem Testzentrum in Herrenberg am Hasenplatz. Online-Termine bekommt man über https://www.corona-schnelltest-gaeu.de/

 

Der Impfschutz schwindet unterschiedlich!

Lange glaubte man, die Impfungen würde die Gefahr durch das neue Virus bannen, sobald sich ausreichend Menschen impfen lassen. Dass sich der Antiköperstatus nicht lange auf dem hohen Level halten lässt, war seitens der Virologen bekannt. Aber so schnell wie die neuen Impfstoffe entwickelt wurden, haben aktuelle Studien jetzt gezeigt, dass nach wenigen Monaten die Wirkung der Impfung schon zurückgeht und nach 6 Monaten bereits eine Nachimpfung nötig sein würde, zumindest bei jenen, die besonders gefährdet sind bei einer Infektion schwer zu erkranken. Neue Studien belegen, dass die einzelnen Impfstoffe unterschiedlich von dem nachlassenden Schutz betroffen sind.

Demnach weisen die mRNA-Impfstoffe eine länger anhaltende Wirkung auf als der Vektorimpfstoff von AstraZeneka, der bei uns schon nicht mehr eingesetzt wird. BioNTech/Pfizer wies nach vier bis sechs Monaten im Durchschnitt einen Impfschutz von noch 47 Prozent auf, nach sieben Monaten waren es aber nur noch 23 Prozent. Somit schützt die Impfung zu diesem Zeitpunkt nicht mehr vor einer Infektion, aber zumindest noch vor schweren Verläufen. Der Impfstoff von Moderna schütze laut der Studienlage nach sechs bis sieben Monaten noch bis zu 59 Prozent. Effektiver waren dagegen die Kreuzimpfungen von erst AstraZeneka und als Zweitimpfung BioNTech/Pfizer. Diese bewahrt die Geimpften auch nach sechs Monaten noch vor einer symptomatischen Infektion mit leichten Beschwerden. Der Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson sank in der Wirkung dagegen schneller und lag nach sechs Monaten nur nach bei gut 13 Prozent. Trotzdem schützen alle drei heute bei uns eingesetzten Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und Johnson&Johnson gleichermaßen gut vor coronabedingten Todesfällen. Die Werte liegen zwischen 73 und 84 Prozent und nehmen erst bei Geimpften von über 65 Jahren etwas ab.

Forscher/innen einer schwedischen Studie gehen aktuell davon aus, dass die Impfungen bis zu neun Monate lang vor schweren Verläufen schützen. Dieser Schutz falle allerdings bei Männern, älteren Personen und jenen mit Begleiterkrankungen etwas schlechter aus. Aufgrund des durchgängig peu à peu nachlassenden Impfschutzes ist jetzt eine dritte Impfung zum Brechen der vierten Infektionswelle so wichtig. Die Boosterimpfung sorge nicht nur für neue Antikörper gegen das Virus, sondern stärke auch das Immungedächtnis unserer Zellen, das schon nach der zweiten Impfung reaktiviert wurde, mehr als nach einer überstandenen Infektion. Warum es derzeit zu vermehrten Impfdurchbrüchen kommt, liegt nicht unbedingt nur an einer nachlassenden Wirkung der Antikörper, sondern auch am Umgang mit den Hygieneregeln. Impfen ist nach wie vor wichtig, aber je nach dem individuellen Antikörperstatus allein nicht immer ausreichend.

Neue Beautybehandlungen in unserer KosmetikPraxis

Das letzte Jahr war wie für alle Kosmetikstudios auch für unsere KosmetikPraxis Tübingen coronabedingt eher schwierig. Da aber in unseren Testzentren jede helfende Hand gebraucht wurde, hatte unser Kosmetikteam auch während des Shutdowns keine Langeweile. Seitdem ab Mai wieder mehr und mehr Kosmetikbehandlungen unter entsprechenden Hygienebedingungen möglich waren, hat die Leiterin Petra Klein sich neue Behandlungstrends angeschaut und das Spektrum der KosmetikPraxis erweitert. Seit Kurzem sind nun Microneedling und BB Glowhinzugekommen. Beides ist für jedes Alter und unterschiedliche Bedürfnisse geeignet. Das Microneedling nutzt winzige Nadeln um mittels feinster Verletzungen die Produktion von natürlichem hauteigenem Elastin, Kollagen und Hyaluronsäure und somit die Regenerationsfähigkeit der Haut anzuregen. Erste kleine Fältchen werden geglättet, das Hautbild frischer und rosiger. Je nach Länge der Nadeln kann sogar die Lederhaut erreicht werden, so dass auch Lachfältchen, Aknenarben und Dehnungsstreifen gemindert werden. Für eine effektive Faltenreduzierung braucht man mehrere Behandlungen. Aber auch der Kollagenaufbau und die Hauterneuerung brauchen etwas Zeit. Wie sehr man die Nadeln spürt, ist individuell sehr verschieden und hängt natürlich von ihrer Länge ab. Eine eingehende Hautanalyse vor der ersten Behandlung ist selbstverständlich.

Auch der aktuelle Trend BB Glow hat in unsere KosmetikPraxis Einzug gehalten. Dies natürliche Permanent Make-up kann keine Foundation ersetzen, sondern gibt der Haut eine leichte Tönung und einen Glow ähnlich einer getönten Tagescreme. Wie beim Needling sind auch hier feine Nadeln im Einsatz, die ein spezielles Serum mit Farbpigmenten in die obere Hautschicht bringen. Diese Methode ist ideal zur Reduzierung von Augenringen, Hautverfärbungen -rötungen, Akne und Sommersprossen und ist für Schminkmuffel ebenso geeignet wie für Perfektionisten, die selbst im Schwimmbad nicht auf ihr Make-up verzichten wollen. Es ist in verschiedenen Farbnuancen erhältlich und wird dem eigenen Teint angepasst. Mehr Infos und Preise bei Petra Klein (klein@pillenbringer.de) und bald auch auf unserer Webseite.

Heftige Erkältungswelle 2021/22 rollt an!

Die letztjährige Grippesaison fiel bedingt durch Corona und die Hygienemaßnahmen aus. Experten fürchten deshalb, dass wir diese 2021/22 nachholen werden. Bei den Kindern startete die neue Erkältungswelle bereits verfrüht im September. Kinder- und Jugendärzte haben in manchen Regionen angesichts der rasant steigenden Zahl schwerer Atemwegsinfektionen schon Anfang Oktober Alarm geschlagen. Auch die Krankenhäuser verzeichnen seit Mitte August auffällig viele schwere Fälle an Einweisungen von Kleinkindern. Die Mediziner/innen erklären sich dies durch ein geschwächtes Immunsystem, das im letzten Jahr aufgrund der Schließung von Kitas und Schulen nur wenig gefordert war.

Vor allem bei kleinen Kindern, deren Immunsystem noch dabei ist sich voll zu entwickeln, macht sich das bemerkbar und der schon vorhandene Immunschutz nimmt ab. Man sollte aber jetzt nicht übervorsichtig reagieren und die Kleinen beim geringsten Schnupfen zuhause lassen. Ist das Kind fieberfrei, hat nur leichte Symptome und wurde auf Corona getestet, sollte man es nicht länger als nötig von Einrichtungen fernhalten. Auch das Immunsystem von Erwachsenen schwächelt schnell, wenn es nicht gefordert wird. In der letzten Saison wurden lediglich 564 Grippefälle beim RKI gemeldet, im Jahr davor waren es fast 190.000. Je mehr Schutzmaßnahmen in diesem Herbst/Winter wegfallen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Grippe- und Erkältungsviren mit Macht zurückkehren. Die Saison reicht für gewöhnlich von Mitte Oktober bis Mai, mit dem Höhepunkt im Januar/Februar. Deshalb sollte man sich am besten noch im November impfen lassen.

Coronaimpfung plus Grippeimpfung?

Es wird gerade intensiv für die Grippeimpfung geworben. Dabei fragen sich viele, die sich erst gegen Corona impfen ließen, ob diese Kombination sinnvoll oder eher riskant ist. Sowohl die Ständige Impfkommission (Stiko) als auch das RKI geben aber Entwarnung. Eine Doppelimpfung würde weder das Immunsystem überfordern, noch würden die Impfungen in ihrer Wirkung eingeschränkt. Sogar die gleichzeitige Impfung scheine kein Problem zu sein. Gerade Menschen, die ein höheres Risiko für eine schwere Grippeerkrankung hätten, sollten sich in diesem Herbst impfen lassen. Man erwartet für diese Saison eine umso heftiger ausfallende Grippewelle, da wir im letzten Jahr fast ganz verschont wurden. Auch Menschen, die täglich viele Kontakte haben, sind bei einer beginnenden Grippewelle gefährdet. Die Stiko empfiehlt eine Grippeimpfung derzeit besonders für über 60-jährige, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie medizinisches Personal und Pflegekräfte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief deshalb zur Doppelimpfung auf und warnt vor einer möglichen Überbelastung des Gesundheitssystems in diesem anstehenden Winter, durch Covid-19 und die saisonale Grippe. Seit September läuft die Studie eines US-Herstellers zu einem kombinierten Impfstoff, der gegen Covid-19 und Grippeviren wirkt. Unkompliziert und ohne Termin kann man sich weiterhin in unserem Testzentrum in Herrenberg am Hasenplatz gegen Covid-19 impfen lassen, donnerstags (16 – 18.30 Uhr) und samstags (14 – 17 Uhr).

Trotz Impfung mit Covid-19 infiziert?

Keine Impfung gegen Covid-19 schützt hundertprozentig vor einer Infektion. Deshalb kommt es immer wieder zu sogenannten Impfdurchbrüchen. Je mehr Menschen geimpft sind desto häufiger kommt dies vor. Bei älteren Menschen häufiger als bei jungen, da die Immunantwort des Körpers auf den Impfstoff im Alter schwächer ausfällt. Ähnliches gilt für Patienten mit einer Immunschwäche oder chronischen Nierenproblemen. Generell fällt ein solcher Impfdurchbruch aber schwächer aus, als eine Infektion bei Ungeimpften. Eine Impfung verhindert somit schwere Verläufe mit Krankenhausaufenthalten. Bei der großen Zahl an Impfungen wächst statistisch gesehen natürlich die Wahrscheinlichkeit einer Infektion trotz vollständiger Impfung. Man geht von ca. 10 Prozent sogenannter Versager aus, die bei einer Infektion nicht optimal geschützt sind. Das RKI vermeldete Ende August bei den unter 18-Jährigen eine Durchbruchsquote von 0,1 %, bei den bis 59-Jährigen 1,3 % und bei den über 60-Jährigen von 2,2 %. Allein aufgrund dieser Zahlen wird deutlich, dass man auch als vollständig Geimpfter in jedem Fall weiterhin die AHA-Regeln einhalten sollte, denn jeder kann sich infizieren und das Virus weitertragen.

Boosterimpfungen nicht für jede/n!

Seit Anfang September sind Auffrischungsimpfungen möglich, aber auch zunehmend in der Diskussion. Wer sollte sich jetzt ein drittes Mal gegen Corona impfen lassen und für wen ist es eigentlich unnötig? Darüber findet man verschiedene Ansichten und eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht außer für Risikopatienten noch aus. Vor allem bei den früh geimpften älteren Menschen, Menschen mit einer Immunstörung sowie Pflegeheimbewohnern lässt laut Herstellern allmählich die Wirkung des Impfstoffs nach. Deshalb hat man in einzelnen Bundesländern inzwischen mit der Drittimpfung bei den über 80-Jährigen begonnen. In Israel ist man mit der Boosterimpfung schon bei den 40-Jährigen angekommen und auch in den USA läuft die dritte Impfrunde an.

Doch während die Hersteller eine Boosterimpung empfehlen und aktuell bereits neue Studien laufen, ist dies politisch und gesellschaftlich umstritten. Selbst die WHO warnt vor einer großflächigen Drittimpfung in den Industrienationen, während Millionen Menschen weltweit noch nicht einmal die erste Impfung bekommen haben. Für eine erfolgreiche Eindämmung der Pandemie müsste diese Lücke dringend geschlossen werden. Sogar der Chefvirologe der Charité Christian Drosten rät, sich erst einmal um die Erhöhung der allgemeinen Impfquote zu kümmern.

Die WHO beruft sich bei ihrer Empfehlung auf eine Studie, die von internationalen WissenschaftlerInnen durchgeführt wurde. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass eine Auffrischungsimpfung im aktuellen Stadium der Pandemie für die Allgemeinbevölkerung nicht nötig sei, da der Impfschutz noch ausreiche. Und auch da, wo es zu Impfdurchbrüchen komme, gäbe es nur leichte Symptome. Haupttreiber der Pandemie seien nach wie vor die Ungeimpften. Eine Boosterimpfung sollte deshalb nach jetzigem Stand den besonders gefährdeten Altersgruppen sowie exponierten Personen wie medizinischem Personal oder Pflegern in Seniorenheimen vorbehalten bleiben. Anders wäre es, wenn sich aktuell neue Virus-Varianten entwickeln, die nur von einem neuen Impfstoff erfolgreich zu bekämpfen seien.

Eine halbjährliche Boosterimpfung für alle schießt demnach nach dem aktuellen Stand eher über das Ziel hinaus. Auch wenn die Antikörperkonzentration bei Geimpften im Laufe der Monate sinkt, verharrt sie irgendwann bei einem Level von ca. 20 Prozent. Und unser Immunsystem hat mit dem immunologischen Gedächtnis noch einen Trumpf im Ärmel. Die Gedächtniszellen erinnern sich beim Kontakt mit einem Erreger daran, dass sie diesen schon kennen und reagieren entsprechend mit der Produktion von Antikörpern.

Impfquoten steigen hierzulande nur langsam!

Die aktuellen Impfquoten der Stadt- und Landkreise werden seit Juni regelmäßig vom Gesundheitsministerium des Landes veröffentlicht. Hiermit will man nicht nur mehr Transparenz schaffen, sondern auch die Impfstoffverteilung gerechter gestalten. Der Landkreis Tübingen lag Ende Juli ziemlich weit vorn mit einer Quote der Einmal-Geimpften von knapp unter 61 % und wurde damit nur von Heidelberg und Baden-Baden überholt. Die Quote der Vollständig-Geimpften lag aber noch verhältnismäßig niedrig bei erst 49 %. Schon im Laufe des Junis hatte sich abgezeichnet, dass immer häufiger Termine für Zweit-Impfungen nicht wahrgenommen wurden und dass obwohl nachweislich eine einzige Impfung nur einen Impfschutz von etwas mehr als 40 % bedeutet, vom Einmal-Impfstoff von Johnson & Johnson abgesehen. Wer schon A gesagt hat, sollte also unbedingt auch B sagen, zumal seit Juli für alle Impfwillige über 16 Jahren genügend Impfstoff vorhanden ist und es deshalb keine Probleme mehr gibt auch über die Hausarztpraxen Termine zu bekommen. Das Ziel müsse sein, bis zum Herbst, wenn die Infektionszahlen ohnehin wieder steigen, eine Impfquote von mehr als 70 Prozent zu erreichen.

Die ursprünglich angepeilten 90 Prozent sehen viele Mediziner inzwischen aber als unrealistisch an. Gerade die neue aggressivere Virusmutation Delta, die sich inzwischen auch in Europa durchsetzt, fordere laut RKI allerdings eine Impfquote von mindestens 85 Prozent unter den 12 – 59jährigen um die nötige Herdenimmunität zu erreichen. Ob die aktuelle Impfbereitschaft dies hergibt, bleibt fraglich. Um eine mögliche vierte Welle im Herbst einzudämmen ist sie aber nötig. Besonders die Jüngeren scheinen seit den Sommermonaten impfmüde geworden zu sein. Bei den weitläufigen bundesweiten Öffnungen rückte die Impfnotwendigkeit zunehmend in den Hintergrund. Aber wie zu erwarten war und sich auch an anderen europäischen Nachbarländern ablesen lässt, steigt seit Mitte Juli auch hierzulande die 7-Tage-Inzidenz. Ob es nach den Ferien dann wirklich noch die von manchen Politikern geforderten kreativen Impfangebote braucht, ist die Frage.

Die elektronische Patientenakte kommt!

Ein wichtiger Teil der angestrebten Digitalisierung des Gesundheitswesens betrifft die Speicherung der Patientendaten durch die elektronische Patientenakte (ePA) sowie das e-Rezept, die beide laut Bundesgesundheitsministerium noch in diesem Jahr verfügbar sein sollen. Doch der Start war holprig und noch immer sind nicht alle Praxen und Apotheken an die notwendige digitale Telematik-Infrastruktur des Gesundheitswesens (TI) angeschlossen. Seit Januar 2021 lief in Berlin und Brandenburg die ePA als Pilotprojekt. Ab dem 1. Juli sollten nun eigentlich alle Praxen bundesweit an Bord sein, damit Berichte und Laborbefunde nicht weiterhin per Fax übermittelt werden müssen.

Erst vor Kurzem gab es Probleme mit dem digitalen Impfnachweis, u. A. auch wegen teilweise noch nicht vorhandenen TI-Schnittstellen. Und noch immer überwiegt die Skepsis bei den Verbrauchern angesichts der Speicherung von persönlichen Daten wie Krankenakten, Rezepten, Befunden und Medikationsplänen. Dabei sollte theoretisch ab Juli allen 73 Mio. gesetzlich Versicherten in Deutschland die ePA über eine entsprechende App per Smartphone oder Tablet zur Verfügung stehen. Bislang sind aber nur wenige Praxen angeschlossen. Die Bären-Apotheken sind dagegen schon länger dabei, sich auf diesen nächsten Schritt zu mehr E-Health vorzubereiten.

Noch ist die Nutzung freiwillig, denn noch lange nicht jeder Patient verfügt über die nötige Ausstattung. Wer sich aber weniger Papierkram und mehr Digitalisierung wünscht, kann sich seine eigene ePA per schriftlicher Anfrage von seiner Krankenkasse freischalten lassen. Wer dies bereits getan hat, sollte uns ansprechen um künftig auch seine Medikationspläne und eRezepte hier anzubinden. Die ePA hat den Vorteil sich künftig nicht mehr ständig um Folgerezepte und Verträglichkeitsprüfungen kümmern zu müssen. Der Nutzer allein entscheidet künftig darüber, was hier eingestellt werden soll oder welche Daten für wen einsehbar sind. In Kürze sollten an die ePA auch Krankenhäuser, Arztpraxen, Therapeuten, Apotheken, Pflegeheime und weitere Gesundheitsdienstleister angeschlossen sein. Privatversicherte sind bislang nicht eingebunden.

Wie sehr trifft Covid-19 auch Kinder?

Der zweite Corona-Herbst steht an und die Delta-Variante treibt auch hierzulande die Infektionszahlen wieder hoch. Während die Impfquoten bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren stetig steigen, machen sich viele Eltern Gedanken, was passiert, wenn die neue Mutation sich ähnlich wie in anderen Ländern vor allem in den Schulen ausbreitet, dort, wo es jetzt noch viele Ungeimpfte erwischt. Noch immer besteht Unsicherheit, wie schwer Covid-19 die Kinder treffen kann. Bei den meisten infizierten unter 16 verläuft die Krankheit mit nur leichten Symptomen eher unauffällig. Aber je mehr infiziert werden, desto größer ist das Risiko, dass auch bei Kindern und Jugendlichen schwere Krankheitsverläufe auftreten.

Bislang kennt man hier vor allem die Immunreaktion PIMS, die sich einige Wochen nach Abklingen der Infektion zeigt und bis zum Multiorganversagen führen kann. Rund 60 Prozent der betroffenen Kinder müssen bei PIMS intensiv-medizinisch versorgt werden. Besonders heimtückisch ist dieser Verlauf, da sich vorher meist nur leichte Symptome wie Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen- und Darmbeschwerden zeigen. Derartig heftige Verläufe treten oftmals bei Vorerkrankungen wie Immundefekten, Nierenproblemen, Adipositas sowie bei Herz- oder Lungenerkrankungen auf. Sogar Long-Covid, kann Kinder treffen. Aktuell sind hier Symptome wie Gehirnnebel und Konzentrationsstörungen sowie Kreislaufprobleme und Herzrasen bekannt. Vielfältige Beschwerden, die man nicht unbedingt Long-Covid zuordnet und die deshalb oft unentdeckt bleiben.

Mitte August hat die STIKO nun eine offizielle Empfehlung für die Impfung der 12- bis 17-jährigen erteilt. Nicht vergessen sollte man aber, dass diese letztlich nur dann wirklich geschützt sind, wenn sich auch Eltern und Lehrer impfen lassen. Vor allem ungeimpfte Kinder in einem ungeimpften Elternhaus würde es bei größeren Ausbrüchen an Schulen ganz besonders treffen. Der Impfstoff von BioNTech-Pfizer ist schon länger für Kinder ab 12 Jahren zugelassen und in Ländern wie den USA und Israel bereits im Einsatz. Die STIKO schätzt das Risiko einer seltenen Myokarditis, einer Herzmuskelentzündung bei Jungen, die vereinzelt hier auftraten, als sehr gering ein. Wird sie frühzeitig erkannt, sei sie gut behandelbar. Treten wenige Tage nach der Impfung Herzrasen oder Kurzatmigkeit auf, sollte man unbedingt den Arzt kontaktieren. Leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Kreislaufbeschwerden, mitunter auch Konzentrationsstörungen sind nach wenigen Tagen wieder verschwunden. Der Bundesgesundheitsminister geht davon aus, noch im Spätsommer der Gruppe der 12 – 15jährigen eine Impfung anbieten zu können und auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt die Impfung ab 12 Jahren. Vor allem aber die Eltern werden von Pädiatern zum Schutz ihrer Kinder zur Impfung aufgerufen.