Pflegetipps
Luftig leichte Selbstbräuner 2.0
In den letzten Jahren haben sich Selftanning-Produkte stark verändert. Es gibt sie noch, die gewohnten DHA-Produkte mit dem klassischen zuckerhaltigen Wirkstoff und süßlichen Geruch. Aber selbst diese haben inzwischen angenehmere leichtere Texturen, die weniger anfällig sind für unerwünschte Streifen. Vom Spray, über das Mousse bis zu Seren und Tüchern hat sich das Angebotsspektrum erweitert. Gerade wenn die Haut noch blass ist, greifen viele zu Selbstbräunern, nicht selten in der Annahme, dass die Haut danach schneller bräunt oder auch vor UV-Strahlung besser geschützt ist. Beides stimmt allerdings nicht. Der UV-Schutz ist danach umso wichtiger, da man Rötungen nicht mehr so schnell registriert und manche Produkte sogar die Licht-Empfindlichkeit verstärken.
Schneller bräunen?
Für eine schnellere Bräune werden inzwischen spezielle Bräunungsbeschleuniger angeboten, die anders als Selbstbräuner nur mit Sonnenlicht funktionieren. Der enthaltene Wirkstoff Tyrosin regt die Melatonin-Produktion der Haut an und erreicht so den gewünschten Bräunungseffekt. Es gibt sie auch als Öle mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Karotte, Kakao, Kokosnuss oder Walnuss. Ohne einen guten Sonnenschutz mit hohem LSF geht es hierbei nicht, da die Haut durch das Tyrosin empfindlicher auf UV-Strahlung reagiert. Unter DermatologInnen sind Bräunungsbeschleuniger umstritten, da sie wie ein Brennglas wirken, die Haut schneller altern lassen und auch das Hautkrebsrisiko erhöhen.
Mit oder ohne DHA
Bei Selbstbräunern kann man zwischen verschiedenen Varianten wählen: mit oder ohne das altbekannte DHA oder einer Kombination. Der Klassiker DHA bräunt schneller und dunkler in max. zwei bis sechs Stunden, riecht intensiver und hält ca. eine Woche. Selbstbräuner mit Erythrulose brauchen bis zur gewünschten Färbung 24 – 48 Stunden. Das Ergebnis ist heller und natürlicher und die Textur weniger anfällig für eine fleckige oder orange Tönung. Sie eignen sich vor allem für hellere Haut, sind pflegender, weniger geruchsintensiv und mitunter auch länger haltbar.
Bräunungsseren zur Pflege
In vielen neuen Self-Tanning-Produkten findet man eine Kombination aus beiden Wirkstoffen. Für das Gesicht sind vor allem Seren und Drops interessant, die sich mit der gewohnten Hautpflege mischen und je nach Menge an die gewünschte Bräunung anpassen lassen (z. B. Self-Tan Drops von Caudalie). Ein Bronzer Serum sorgt dagegen ohne zusätzliche Creme für einen schnellen Glow. Self-Tanning-Seren werden oft mit Feuchtigkeit, Anti-Aging-Wirkstoffen, Ölen oder auch Duftstoffen angeboten. Bei vielen neuen Produkten steht nicht mehr die Bräune allein, sondern insgesamt die Hautpflege im Fokus. Man findet sogar Sprays mit bräunendem Effekt als Make-up-Finisher.
Bequem und gleichmäßig
Für den Körper sind neben Sprays vor allem schaumige Texturen beliebt, die sich leicht und gleichmäßig verteilen lassen. Selbstbräuner-Mousse bekommt man mitunter mit speziellen Handschuhen, die das Verteilen erleichtern und die Handfläche vorm Verfärben schützen. Handliche Selbstbräuner-Tücher sind bequem für zuhause und unterwegs. Zum Schluss noch ein Tipp zum Peelen vor dem Bräunen: „gebräunt“ werden letztlich nur die abgestorbenen Hautzellen. Das empfohlene Peeling ist direkt vor dem künstlichen Bräunen also wenig sinnvoll. Idealerweise sollte man dies ein bis zwei Tage früher erledigen. Und wer glaubt, die Bräunungs-Lotion vom letzten Jahr sei noch ausreichend, sollte bedenken, das DHA in angebrochenen Flaschen oder Tuben nach sechs Monaten nicht mehr verwendet werden soll. Durch Sauerstoff und Wärme kann daraus Formaldehyd entstehen, das als u. U. krebserregend bekannt ist. Deshalb Bräunungsprodukte innerhalb einer Saison verbrauchen oder 6 Monate nach dem Öffnen entsorgen.
Wie Medikamente die Haut verändern können

Trockenheit, Juckreiz, Quaddelbildung, Rötungen, aber auch ungewöhnliche Verfärbungen – all solche Hautveränderungen können durch Medikamente ausgelöst werden. Hautreaktionen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen vieler Wirkstoffe. Manche verschwinden so schnell wie sie gekommen sind, andere halten sich zäh und sollten behandelt oder ein alternatives Medikament verabreicht werden. Selbst nach jahrelanger Einnahme kann die Haut gegen ein Mittel eine allergische Reaktion, ein Arzneimittelexanthem, entwickeln, das optisch oft an einen Masern- oder Scharlachausschlag erinnert. Besonders bei der Einnahme eines neuen Medikamentes sollte man deshalb auf die Reaktion der Haut achten und den/die behandelnde/n Ärztin/Arzt verständigen. Auch die Bären-Apotheke ist hierfür ein geeigneter Ansprechpartner.
Auf UV-Empfindlichkeit achten
Bemerkt man außer dem Hautausschlag auch eine Schwellung der Schleimhäute im Mund-Nasen-Bereich oder kommt außerdem Fieber hinzu, handelt es sich um einen schweren Verlauf, der sofort behandelt werden muss. Ist ein Wechsel des Präparates nicht möglich und bleibt ein Exanthem bestehen, unbedingt mit einer atopischen Pflege starten, damit die Haut sich wieder erholen kann und der Juckreiz nachlässt. Eine andere häufige Nebenwirkung vor allem bei einzelnen Antibiotika ist eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut. Insbesondere Tetracycline machen die Haut sensibler für UV-Strahlung, die man besser meidet oder zumindest auf ausreichenden Sonnenschutz achten sollte. Sonst kann es zu Pigmentflecken oder eine Hautverdünnung sowie im ersten Schritt zu sonnenbrandähnlichen Hautreaktionen mit Bläschen und Entzündungen kommen.
Akne und Farbveränderungen
Eine andere Art der Irritation ist die Akne medikamentosa, die durch Kortison, Anabolika zum Muskelaufbau oder vereinzelt durch Vitamin-B-Präparate verursacht wird. Auch ungewöhnliche Farbveränderungen sind unter bestimmten Bedingungen möglich. Größere Mengen von Beta-Carotin aus Nahrungsergänzungsmitteln oder auch aus Karotten, Süßkartoffeln und Kürbissen färben die Haut gelblich bis orange. Antimikrobielles Silber, wie Silberionen in der Prostatatherapie, kann eine silbrige Färbung hinterlassen (Argyrie). Goldhaltige entzündungshemmende Medikamente geben der Haut dagegen eine graue oder violette Tönung. Beide Verfärbungen durch Gold oder Silber sind sehr selten aber leider dauerhaft.
Folgen für Psoriasis und Neurodermitis
Bekannt ist daneben bei der regelmäßigen Einnahme von Blutverdünnern, wie z. B. ASS, eine verstärkte Hämatom-Bildung, also Einblutungen der Haut, ebenso wie eine Verstärkung von bestehender Schuppenflechte oder Neurodermitis. Deshalb sollte man mit den behandelnden Ärzten/innen bei der Auswahl der Medikamente eventuell bestehende Hautprobleme besprechen. Unverträglichkeitsreaktionen der Haut treten vor allem bei starken Wirkstoffen gegen Tumore und Epilepsie aber auch bei Schmerz- und Rheumamitteln, Schilddrüsenmedikamenten und bei Mitteln gegen Gicht und Bluthochdruck auf.
Hautpflege und UV-Schutz
Um hautbedingte Nebenwirkungen möglichst zu reduzieren, sollte man auf eine gute Hautpflege und vor allem eine intakte Hautbarriere achten, um sich vor Ekzemen, Entzündungen sowie einer trockenen schuppenden Haut zu schützen. Dazu gehört natürlich auch ein sorgfältiger UV-Schutz. Ganz besonders wichtig ist der Rund-um-Hautschutz im Rahmen einer Krebstherapie. Petra Klein ist hierfür eine speziell ausgebildete Dermokosmetikerin, die schon mehrfach im Rahmen von Brustkrebs-Aktionsmonaten Krebspatientinnen ehrenamtlich unterstützt hat. Frauen sind von unerwünschten allergischen Hautreaktionen übrigens häufiger betroffen als Männer.
Frühjahrsputz für Haut und Haar

Was Haus und Garten jetzt guttut, kann auch für Haut und Haar eine Wohltat sein. Doch während drinnen und draußen mit grobem Gerät und oft viel Chemie gestutzt und geputzt wird, sollte man beim Peelen genau drauf achten, was man der eigenen Haut zumutet. Neben Nachhaltigkeit und Verzicht auf umweltschädliche Plastikzusätze, zählen vor allem natürliche Texturen zu den wirksamen und gesunden Peeling-Stoffen. Körper, Gesicht und Haare benötigen unterschiedliche Zusätze, will man nicht nur den Winterblues und abgestorbene Partikel loswerden, sondern eine anhaltend pflegende Wirkung erreichen. Grundsätzlich unterscheidet man drei Typen: mechanische, chemische und enzymatische Peelings. Doch für wen eignet sich was und worauf sollten die unterschiedlichen Hauttypen achten?
Von Kopf bis Fuß
Fängt man bei der Kopfhaut an, hat man die Wahl zwischen chemischer und mechanischer Tiefenreinigung. Hier ist ein chemisches Peeling mit PH- oder AH-Säuren ohne Schleifpartikel die mildere Variante, die vor allem bei trockener, schuppiger oder auch empfindlicher Kopfhaut geeignet ist. Schuppen werden so sanft gelöst und zusätzlich je nach Inhaltsstoffen die Talgproduktion reguliert. Bei flächigen fettigen Schuppen und schnell fettenden Haaren ist ein mechanisches Peeling dagegen wirksamer. Aber auch BH-Säuren eines chemischen Peelings kommen bei starker Talgproduktion und öliger Kopfhaut in Frage. Mechanische Peelings für die Kopfhaut enthalten meist Salz, Zucker, Silica oder Aprikosenkernpulver. Das Peeling ist die Basis für gesundes Haarwachstum und kann je nach Bedarf alle paar Wochen angewendet werden, besonders bei Schuppen, fettigem Haar oder juckender Kopfhaut. Es hilft Rückstände von Pflegeprodukten gründlich zu entfernen, fördert die Durchblutung und reinigt die Haarwurzeln.
DIY-Peelings aus der Küche
Ähnlich wie bei einem Hautpeeling kann man sich hier mit Meersalz oder Rohzucker, Öl und natürlichen Zusätzen wie Lavendel- oder Teebaumöl ein Peeling einfach selbst herstellen. Bei fettiger Kopfhaut hilft auch ein Peeling aus Heilerde. Ähnliche DIY-Peelings mit Obst- und Nusskernmehl, Heil- und Mineralerden oder Papaya, Ananas und reife Banane für ein wirksames Enzympeeling kann man für Gesicht und Körper verwenden. Am besten wirken Peelings am Abend nach der Reinigung, wenn Irritationen während der Nacht abklingen können. Mit kreisenden Bewegungen vermeidet man zu starkes Rubbeln, und die porentiefe Reinigung beseitigt trockene Stellen und fördert die Regeneration.
Vorsicht bei Pickeln oder Akne
Je nach Hauttyp gilt es bestimmte Inhaltsstoffe aber besser auszuschließen. Unreine oder zu Couperose neigende Haut dürfen nicht mit einem mechanischen Peeling, sondern nur mit milden Enzympeelings behandelt werden. Bei normaler Haut kann man auch nach seinen Vorlieben entscheiden, sollte aber bei regelmäßiger Anwendung besser ein mildes Enzympeeling wählen. Und je trockener die Haut ist, desto häufiger braucht sie ein Peeling, damit man die sich ständig neu bildenden Hautschüppchen loswird und die Pflege optimal aufgenommen werden kann. Tiefgehende chemische Peelings sind für den Hausgebrauch oftmals zu aggressiv und gehören in die Hand von Kosmetikprofis.
Mikroplastik erkennen
Fertigpeelings können Mikroplastik enthalten. Da hilft nur der Blick auf die INCI-Liste: Stoffe die mit Poly- beginnen weisen oft auf Kunststoffe hin. Naturkosmetik-Peelings z. B. von Börlind, Dr. Hauschka oder Weleda, verzichten dagegen auf Mikroplastik. Auch Apps zum Scannen des Barcodes können beim hautschonenden und umweltfreundlichen Einkauf helfen (z. B. Code-Check, Yuka, ToxFox oder Inci-Beauty). Durch individuelle Einstellungen helfen sie auch individuelle allergische Stoffe zu identifizieren.
Stärken und Schwächen des Glycerins
Immer wieder tauchen kritische Stimmen oder gar Warnungen vor Glycerin als Inhaltsstoff in der Hautpflege auf. Sogar den Hinweis „ohne Glycerin“ findet man auf einzelnen Produkten. Dabei ist es seit langem fester Bestandteil der Haut- und Haarpflege. Woher also kommt diese zwiespältige Bewertung und was sollte man wissen über die Wirkweise des Glycerins? Grundsätzlich handelt es sich chemisch gesehen um einen dreiwertigen Zuckeralkohol, der sowohl pflanzlichen als auch tierischen Ursprungs sein kann. Es findet aufgrund seiner Fähigkeit Wassermoleküle zu binden, nicht nur in der Kosmetik, sondern auch in der Industrie Verwendung. Synthetisches Glycerin auf Erdölbasis findet man vor allem in der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Kosmetisches Glycerin wird dagegen meist aus Rapsöl, Sonnenblumenöl oder auch Palmöl hergestellt. Rein aus ökologisch angebauten Pflanzen gewonnenes Bio-Glycerin wird vor allem in der Naturkosmetik genutzt und gilt als besonders hautfreundlich.
Bindet die Feuchtigkeit
Glycerin kommt aber auch als natürlicher Feuchtigkeitsfaktor in unserer Haut vor. Das Besondere an ihm ist die wasserbindende Eigenschaft, die es für die Kosmetik so interessant macht. Es bindet und speichert Feuchtigkeit im Unterhautgewebe und verhindert oder verzögert so das Austrocknen. Meist werden weitere Inhaltsstoffe mit ähnlicher Wirkung ergänzt, wie Urea, Hyaluronsäure oder Ceramide. In den meisten Feuchtigkeitscremes findet man einen gewissen Anteil an Glycerin, denn es sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit der Haut langsamer verdunstet. Es zieht tief in die unteren Hautschichten ein, stärkt die Elastizität und ist deshalb für trockene und reifere Haut besonders geeignet.
Für die meisten Hauttypen geeignet
Ob das Glycerin pflanzlichen Ursprungs, also vegan ist, ist nicht immer leicht zu erkennen. Bei manchen Herstellern findet man aber entsprechende Hinweise. Es gilt allgemein als gut verträglich, auch bei empfindlicher Haut. Kritisch kann eine hohe Konzentration von mehr als 15 Prozent werden, da Glycerin dann die Haut langfristig austrocknen kann. Bei normalen Konzentrationen ist Glycerin für fast jeden Hauttyp geeignet und da es nicht-komedogen ist, also die Poren nicht verstopft, ist auch bei Akne und Unreinheiten geeignet. Hier wirkt es zusätzlich antientzündlich und stärkt die Hautbarriere. Immer wenn es darum geht die Haut vor dem Austrocknen zu schützen ist i. d. R. Glycerin im Spiel – beim Reinigen, Pflegen, Regenerieren und Schützen.
Vorsicht im Winter
Anders kann sich Glycerin in kalter trockener Winterluft verhalten. Die übliche Konzentration des enthaltenen Glycerins ist für normale Hautz unproblematisch, kann aber für extrem trockene Haut oder bei Neurodermitis kritisch sein. Hochwertige Produkte enthalten meist 3 bis 5 Prozent, aber auch Anteile von bis zu 10 Prozent sind meist unbedenklich. Doch je höher die Konzentration ist, desto eher kommt es im Winter bei niedriger Luftfeuchtigkeit zum möglichen Austrocknen der Haut durch das Glycerin. Die Wirkung hängt dann von der Umgebungsfeuchtigkeit ab. Ist diese durch Kälte oder Heizung niedrig, verstärkt sich das Spannungsgefühl in der Haut, dass das Glycerin die Feuchtigkeit aus den unteren Hautschichten holt. Vor allem bei Neurodermitis oder Psoriasis ist es im Winter wichtig den Zustand der Haut im Blick zu haben und notfalls auf ein Produkt mit weniger Glycerin und mehr Paraffin zu wechseln.
Bienenwachs als täglicher Hautschutz
Bienenwachs ist in der Kosmetik ein wahres Multitalent. Es schützt vorm Austrocknen, bewahrt vor schädlichen Umwelteinflüssen und das ohne die Poren zu verstopfen. Es legt sich wie ein atmendes Pflaster auf die Haut und hilft der ihr Feuchtigkeit zu speichern. Daneben verfügt es über reichlich Vitamin A, das die Zellregeneration anregt und so vor Falten schützt. Die Haut bleibt geschmeidig und elastisch und bewahrt ihre natürliche Schutzbarriere, was sie zusätzlich gesund erhält. Es eignet sich für trockene spröde Haut ebenso wie für gereizte oder empfindliche Haut, sogar bei Neurodermitis und zu Akne neigender Haut. Hierbei kommen vor allem die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften zum Tragen, die auch bei kleineren Verletzungen oder auch einem Sonnenbrand helfen.
Bindet Feuchtigkeit
Bienenwachs schafft dies als kosmetischer Rohstoff durch seine zahlreichen Eigenschaften, die ihn vor allem in der Naturkosmetik so wertvoll machen. Von der gerade im Winter schützenden Cold Cream bis zur Lippenpflege, als Emulgator ebenso wie in der täglichen Hautpflege oder als beruhigendes SOS-Produkt. Es wirkt antibakteriell und schafft es gleichzeitig Wassermoleküle aus der Luft an sich zu binden und nach und nach an die Haut abzugeben. Hierdurch eignet es sich für fast jeden Hauttyp und taucht in vielen Cremes als Emulgator und somit Ersatz für unerwünschte Mineralöle auf. Ihre feuchtigkeitsspendende Wirkung ist langanhaltend und nachhaltig, da es sich um ein überwiegend reines Naturprodukt handelt.
Honigduft der Waben
Bienenwachs wird von den jungen Arbeiterbienen in den Wachsdrüsen produziert, mit dem Mundwerkzeug verknetet und dabei Propolis und Blütenpollen zugefügt. Danach entstehen daraus die sechseckigen Waben, die erst die Babybienen beherbergen und anschließend als Lagerraum für den Honig dienen. Für Kosmetikprodukte werden ausschließlich die entleerten und gereinigten Waben genutzt. Zurückbleiben im Wachs der Bienenharz Propolis, Blütenpollen und Honigrückstände, die ihm den typischen Honigduft verleihen. Dieses kleine Wunder der Natur kann aber für Bienenstich- und Wespenallergiker zu unangenehmen Hautreaktionen führen. Allergiker sollten deshalb besser die/den Hautarzt/ärztin vorher befragen oder am Unterarm einen 24-stündigen Patchtest machen.
Traditionell bei Entzündungen
Neben den Kosmetik-Produkten kommt Bienenwachs auch in Heilmitteln vor. Schon in Altertum und Mittelalter verwendete man das Wachs als Kaubonbons gegen Halsschmerzen sowie als Salbe gegen Juckreiz und Entzündungen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin findet es sogar bei Magen-Darm-Beschwerden, Muskelschmerzen und Rheuma Verwendung. Heute wird es äußerlich auch gegen Dehnungsstreifen und in der Haarpflege bei trockenem störrischem Haar eingesetzt. Vor allem im Haarwachs findet man den Rohstoff wieder und auch Windelekzeme bei Babys und Kleinkindern werden durch Bienenwachspflege gelindert oder tauchen gar nicht erst auf.
Ceramide – (k)eine Geheimwaffe für schöne Haut!
Geht es um die Stärkung der Hautbarriere und die nötige Widerstandskraft einer gesunden Haut, stößt man schnell auf Ceramide. Man trifft sie in vielen Pflegeprodukten und Feuchtigkeitscremes für jedes Alter. Auffällig ist ihr vielfältiger Einsatz für unterschiedlichste Hauttypen und -probleme. Ceramide gehören zu den Lipiden, den natürlichen Fettbausteinen der obersten Hautschicht. Sie halten die äußeren Zellen wie eine Art Mörtel zusammen und verhindern das Austrocknen. Ist dieser Schutz nicht mehr intakt, wie durch hohen Wasserverlust bei einem Sonnenbrand oder durch Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Neurodermitis, ist die Hautbarriere gestört. Die Haut wird anfällig für äußere Reize und Keime und verliert noch mehr Feuchtigkeit.
Sie gehören zur Basispflege
Ceramide sind in zahlreichen kosmetischen Cremes und Lotionen, aber auch in medizinischen Produkten enthalten. Neben der Bezeichnung als Ceramide findet man sie hier als Hautlipide oder Sphingolipide. Sie schützen und pflegen die Haut gleichermaßen und sollten bei empfindlicher trockener Haut sowie bei Kinderhaut zu Basispflege gehören. Unsere Haut enthält neun natürliche Ceramid-Varianten. Welche Creme individuell die passende ist, entscheidet letztlich der individuelle Zustand der Haut. Die Marke CeraVe verarbeitet beispielsweise in ihren Produkten drei essenzielle Ceramide, die insgesamt ca. 50 Prozent der natürlichen Hautschutzbarriere ausmachen. Aber auch die Marken Eucerin und Dermasence setzen vor allem auf Ceramide als Inhaltsstoffe.
Für unterschiedliche Hauttypen
Neuere Studien um die Ceramide zeigen, dass viel hier nicht grundsätzlich viel hilft. Ein hoher Anteil an Ceramiden allein muss nicht die ideale Hautpflege sein. Entscheidend sind die Zusammensetzung und Kombination der Inhaltsstoffe. Gerade bei Basis-Therapeutika sind für eine rückfettende Wirkung neben den Ceramiden auch zusätzliches Glycerin, Urea oder Omega-6-Öle sinnvoll. Bei fettiger oder zu Akne neigender Haut wären auch andere Kombinationen möglich. Die Ceramide sorgen in diesem Fall dafür, dass die Haut nicht noch mehr unerwünschten Talg produziert. Zugesetzte Salicylsäure klärt und beruhigt zusätzlich Unreinheiten.
Im Alter weniger Ceramide
Ab ca. 30 Jahren wird die hauseigene Ceramid-Produktion zurückgefahren. Es können sich erste Falten, schuppige Stellen und Irritationen bilden. Aber auch Pickel und Mitesser bekommen durch die gestörte Hautbarriere einen guten Nährboden. Mit 50 enthält die Gesichtshaut nur noch ca. 37 Prozent des ursprünglichen Ceramid-Anteils. Die Haut wird zunehmend trocken, neigt zu Rötungen und Spannungsgefühl. Dermatologen/innen setzen inzwischen verstärkt auf Ceramide als Anti-Aging-Waffe gegen Hautalterung und Probleme, die insbesondere mit einem Feuchtigkeitsverlust durch Ceramidmangel zusammenhängen wie Neurodermitis, Schuppenflechte aber auch Rosazea.
Was dem Ceramid-Anteil schadet
Neben dem normalen Alterungsprozess führen auch falsche Reinigungsprodukte, die zu viel Alkohol und aggressive Tenside enthalten, zu einer reduzierten Hautbarriere. Auch Retinol (Vitamin A), Vitamin C und Fruchtsäuren können zu häufig angewendet den Säureschutzmantel stören. Nicht zuletzt belasten Nikotin, Alkohol, UV-Strahlung, Fast Food sowie Stress und die hierdurch entstehenden freien Radikale die Hautbarriere. Grundsätzlich gilt: je gesünder man lebt, desto gesünder ist die Haut. Um den natürlichen Lipidverlust so gering wie möglich zu halten, sollte man das Gesicht nie mit heißem, sondern nur lauwarmen Wasser waschen, auf den täglichen UV-Schutz achten und die Hautpflege nach den Inhaltsstoffen auswählen, d.h. auf Alkohol und ätherische Öle in der Pflege besser verzichten. Welche Basispflege individuell die richtige ist, erklärt unsere Dermokosmetikerin und Fachfrau Petra Klein.



