Das Echte Eisenkraut – Bei Erkältung und Verdauungsproblemen

Das Echte Eisenkraut gehört zu den Heilpflanzen, die von der Antike bis ins Mittelalter geschätzt und genutzt wurden, heute aber nur noch selten Verwendung finden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin und auch in der Alternativmedizin wird es inzwischen wieder häufiger eingesetzt. Dabei ist es als Wildkraut in ganz Europa zu finden und auch bei manchen Gärtnern beliebt. Bis in den Oktober hinein blüht es an Böschungen, sonnigen Wegrändern und auf Wiesen. Als Küchenkraut wird die essbare Wildpflanze wegen ihres bitteren Geschmacks selten verwendet. Allerdings kann man die frischen Blätter im Frühjahr gut Kräutern für Quark und Butter beimischen oder als Gewürz für Eintöpfe und deftige Fleischgerichte nutzen. Von den Bitterstoffen und Flavonoiden stammt die Heilwirkung des Echten Eisenkrauts (lat. Verbena officinalis), nicht zu verwechseln mit der bekannten Verbene. Es wurde vor allem bei der Wundheilung, als Hustenlöser, gegen Verdauungsbeschwerden sowie bei leichten psychischen Problemen angewendet.

Vielseitig bewährt aber nicht belegt
Heute findet man das Eisenkraut noch als homöopathische Globuli, in Hustentees sowie als Phytotherapeutikum. Für einen Gesundheitstee kann man frische oder getrocknete Blätter nehmen. Nach oder zwischen den Mahlzeiten regt er die Galle sowie die Leber an und fördert so die Verdauung. Da es auch den Stoffwechsel und die Blutbildung anregt, kann es bei Gicht, Rheuma und Blutarmut helfen. Durch die enthaltene Gerbsäure wirkt es außerdem gegen Hautentzündungen, Ekzeme, Zahnfleischbluten, wunden Stellen im Mundraum sowie Halsentzündungen. Hier kommt auch seine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung zum Tragen. Auf die Psyche wirkt es beruhigend, stresslindernd, angstlösend und hilft sogar bei leichten Depressionen. Auch gegen Migräne, bei Menstruations- und Zyklusbeschwerden wurde es schon eingesetzt. In erster Linie nutzt man es als Tee, zum Trinken, Spülen, Gurgeln oder für Kompressen als Auflage. In der Schulmedizin findet man es wegen fehlender Studien aber eher selten.

Weinrebe – Stärkung für Gefäße und Nerven

Die Weinrebe ist die Heilpflanze des Jahres 2023 und dies aufgrund ihrer Vielseitigkeit und der Fülle an hochwertigen Inhaltsstoffen aus Blättern, Kernen und Früchten. Der gekelterte Wein gehört im Übrigen nicht zu den heilsamen Darreichungsformen, auch wenn Weinliebhaber dies gern behaupten. Die Trauben wirken nicht nur innerlich, sondern werden auch für die Hautpflege eingesetzt. In ihrem Fruchtfleisch stecken bioaktive Polyphenole, die Haut und Haar vor freien Radikalen schützen und die Blutzirkulation anregen. Trauben mit Kernen sind demnach ein sehr wirksames Antioxidans und ein natürliches Anti-Aging-Mittel gegen Hautalterung. Traubenkernextrakt ist auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Weinblätter sind schon seit der Antike für ihre Heilwirkung bekannt. Sie wurden als Umschläge gegen Entzündungen genutzt und als rotes Laub zu Brei verarbeitet um bei Hautleiden und Venenschwäche äußerlich eingesetzt zu werden. Im östlichen Mittelmeerraum werden gedämpfte Weinblätter noch heute zum schmackhaften Einrollen von Reis oder Schafskäse genutzt.

Blätter, Trauben, Rosinen
Frische Trauben enthalten viele Proteine, Kalium und Vitamine – vor allem A, C, E und B3+6, sowie Folsäure und gelten als blutreinigend und -bildend sowie als Energiequelle. Gleiches gilt aber auch für die getrockneten Früchte, also Rosinen oder Korinthen. Die Blätter werden für Tee genutzt und können täglich getrunken die Gesundheit der Venen sowie den Stoffwechsel unterstützen. Noch stärker wirken hier aber die getrockneten Blätter des roten Weinlaubes. Sie verbessern den Blutfluss und hemmen Blutgerinnsel, wirken Krampfadern entgegen und reduzieren Schwellungen der Beine, sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.

Achtung vor Wildem Wein
Vorsicht ist aber bei einer Verwechselung mit Wildem Wein geboten. Er ist auch als Jungfernrebe bekannt und enthält so viel Oxalsäure von der Wurzel über die Blätter bis zu den Früchten, dass schnell Vergiftungserscheinungen auftreten können. Die giftige Zierpflanze kennt man als eifrige Kletterpflanze, die ebenso wie die kultivierte Weinrebe im Sommer und Herbst dekorative kleine Früchte bildet, die für Vögel ungefährlich sind, aber für alle anderen Haus- und Hoftiere tödlich enden können. Die hohe Konzentration an Oxalsäure stört den Kalziumstoffwechsel und schädigt Nieren und Schleimhäute. Es kommt zu Erbrechen, Durchfall, starkem Harndrang sowie Reizungen von Schleim- und Atemwegen. Ob Hund, Katze, Pferd, Hase oder Meerschweinchen – alle sollten von Wildem Wein unbedingt ferngehalten werden.

Klatschmohn – beruhigend für Nerven und Bronchien

Er ist aufgrund seiner knallroten Farbe nur schwer zu verwechseln mit dem giftigen Schlafmohn, der meist in rosa oder violett auftritt. Den roten Klatschmohn findet man vom Frühsommer bis August an sonnigen sandigen Böschungen, Ackerrändern und Schuttbergen. Er gilt als typisches Ackerwildkraut und findet sowohl als Küchenpflanze, als auch als Heilkraut Verwendung. Die Mohnblume, wie er auch genannt wird, ist schwach giftig und kann Kindern und Tieren wie Pferden, Kühen und Schweinen in Form von Durchfällen, Erbrechen und Krämpfen gefährlich werden. Bei Tieren sind auch nervöse Zustände bis zu epileptischen Krämpfen möglich. Als Heilmittel gilt er dagegen als beruhigend und hustenstillend. Seine Heilkraft ist allerdings nur wenig ausgeprägt, so dass er bei der Schulmedizin kaum Beachtung findet. In der Volksheilkunde galt er dagegen als sanftes Mittel speziell für Kinder und Ältere bei Schlafstörungen, Husten, Heiserkeit, leichten Schmerzen und Nervosität. Seine farbigen Blütenblätter kann man in Salaten verwenden und seine grünen Blätter dienten in früheren Zeiten als Spinatersatz.

Besser nicht im Mohnkuchen
Die schwache Giftigkeit des Klatschmohns kommt von den Alkaloiden des weißen Milchsaftes, den man früher Kleinkindern traditionell als Sirup bei Unruhe und Husten sowie als leichtes Schlafmittel gegeben hat. Eine Tinktur aus den Blütenblättern wird auch bei Hautproblemen und gegen Furunkel genutzt.  Heute findet man ihn in getrockneter Form in Tees gegen Schlaflosigkeit und auch Hustenreiz. Sammelt und trocknet man den Klatschmohn verlieren die Blüten schnell ihre rote Farbe, was seine heilende Wirkung aber nicht schmälert. Bekannt ist der Klatschmohn auch durch die essbaren Mohnsamen in den Samenkapseln, die sich ebenso für die Küche eignen wie der im Handel angebotene angebaute Kulturmohn. Man verwendet ihn vor allem für Süßspeisen und Kuchen. Für einen Mohnkuchen sollte man besser statt auf Klatschmohn auf Kulturmohn zurückgreifen, da bei größeren Mengen Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, langsamer Herzschlag oder Kurzatmigkeit möglich sind.

Wilder Hopfen – beruhigend und schlaffördernd

Bei Hopfen denken die meisten Menschen sofort an Bier. Dabei gilt wilder Hopfen seit dem 8.Jahrhundert auch als wichtige Heilpflanze, die schon damals vor allem bei Nervosität, Angst- und Schlafstörungen eingesetzt wurde. Er wirkt außerdem antibakteriell, tonisierend, schmerzstillend, blutreinigend und entzündungshemmend und wurde 2007 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Man findet den Wilden Hopfen als Schlingpflanze an feuchten Waldrändern, wo er sich meist an Böschungen mehrere Meter hochrankt. Er findet nicht nur für Bier und Tee Verwendung, seine jungen Triebe sind sogar essbar. Bis Juli kann man die auffälligen noch grünen Triebe der weiblichen Pflanze, auch Zapfen genannt, ernten und und mit Butter und Kräuterbröseln genießen. In Salzwasser kurz gegart erinnern sie an Spinat mit einem leicht nussigen Aroma.

Bitterstoffe und Phytoöstrogene
Neben seiner beruhigenden Wirkung kann man auch seine sekundären Pflanzenstoffe mit ihren zellschützenden antioxidativen Heilkraft nutzen. Sie neutralisieren ein Übermaß an freien Radikalen im Körper und beugen so Zellschädigungen vor. Die reichlich vorhandenen Bitterstoffe sind antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend. Hopfentee und -bäder werden besonders bei Verdauungsbeschwerden und Schlafstörungen genutzt. Aufgrund seiner vorhandenen Phytoöstrogene hilft der Wilde Hopfen aber auch bei Wechseljahrsbeschwerden indem er ein Hormonungleichgewicht ausgleicht. Dagegen sagt man dem Hopfen bei Männern nach, den Testosteronspiegel zu senken, was besonders bei den Mönchen im Mittelalter ein erwünschter Nebeneffekt war.

Lupulin macht den Schaum
Neben den getrockneten Trieben im Ganzen kann man auch das gelbe Hopfenmehl aus den Zapfen herauslösen und nur dieses verwenden. Das Lupulin ist für den Schaum im Bier und seinen typisch herben Geschmack verantwortlich. Bei beiden Geschlechtern wirkt der wilde Hopfen stressreduzierend, appetitanregend und schlaffördernd. Die getrockneten Zapfen kann man auch – ähnlich wie Lavendel, nutzen um damit ein Aromakissen zu füllen und nachts neben das Kopfkissen legen. Verwendet werden hierfür, wie auch für eine Hopfentee, nur die weiblichen zapfenförmigen Triebe. Männliche Pflanzen entwickeln nur blühende Rispen und keine Früchte. Beim Bierbrauen werden übrigens viele der wichtigen Inhaltsstoffe des Hopfens leider vernichtet, allerdings bleiben insbesondere im Pils noch einige gesunde Hopfenstoffe und auch Vitamine und Mineralien erhalten.    

Ruprechtskraut – Reinigend und aufmunternd

Mancher kennt es wegen seines intensiven Geruchs auch als „Stinkender Storchschnabel“. In mittelalterlichen Schriften zur Heilkunde wurde es Gichtkraut genannt, was schon deutlich auf seine Heilkraft hinweist. Nicht jeder findet seine erdige würzige Note unangenehm, allerdings wird es – obwohl gut essbar, nur selten in der Küche eingesetzt. Eher werden seine Blüten zur Dekoration von Desserts und Torten verwendet. Als altes Heil- und Hausmittel trifft man das Ruprechtskraut in lichten Wäldern, im Gebüsch, an Mauern sowie in schattigen und feuchten Ecken. Es blüht von Mai bis August und kann in Bündeln getrocknet oder auch frisch verwendet werden. In der Schulmedizin sucht man es vergeblich, aber die antike Volksheilkunde empfahl es vor allem in Form von Umschlägen und Waschungen bei Wunden und Geschwüren. Viele halten es für eine unterschätzte Heilpflanze, die bei unterschiedlichen Beschwerden Anwendung finden kann, wie beispielsweise als Erste-Hilfe-Mittel gegen kleinere Wunden und Entzündungen.

Gegen Melancholie und Schockstarre
In der Homöopathie kennt man es als Geranium robertianum. Es wird wegen seiner ausleitenden, harntreibenden, entzündungshemmenden und zusammenziehenden Wirkung vor allem zur Stillung von Blutungen, bei Insektenstichen sowie Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Die reichlich enthaltenen Gerb- und Bitterstoffe machen es als Tee auch zu einem krampflösenden Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden. Außerdem eignet es sich gut für Frühjahrs- und Entgiftungskuren, zur Blutreinigung, bei Menstruationsbeschwerden und Bauchkrämpfen. Daneben wird ihm gleichfalls eine starke Wirkung auf die Psyche bei Traumata, Schockzuständen, inneren Blockaden sowie Depressionen nachgesagt. Schon Hildegard von Bingen empfahl das Ruprechtskraut im Mittelalter gegen Melancholie und Reizbarkeit.

Huflattich – bei Verschleimung und Entzündung

Er gilt als einer der ersten Frühblüher des Pflanzenjahres. Zusammen mit Schneeglöckchen und Krokus sieht man seine gelben Blüten meist schon zum Ende des Winters. Auch wenn er die Sonne schätzt, ist er sehr genügsam. Man findet ihn selbst an Kiesgruben oder auf Schotterwegen, an Wegesrändern und Bachläufen. Der Huflattich ist in ganz Europa verbreitet und auch in den Mittelgebirgen zu finden. Im Garten wird er meist als Unkraut angesehen und das obwohl er komplett essbar ist. Wenn man ihn anpflanzen will, ist der Mai der richtige Monat zum Aussähen oder Auspflanzen. Da er sich gern ausbreitet, sollte man ihn allerdings lieber im Kübel anpflanzen. Seine Heilwirkung ist bei uns eher in Vergessenheit geraten, dabei wurde er schon in der Antike und im Mittelalter als schleimlösendes Hustenmittel und bei Reizhusten geschätzt. Wohl auch deshalb hat man ihn 1994 zur Heilpflanze des Jahres ernannt. Entscheidend ist beim Huflattich vor allem die enthaltene Menge an Mineralstoffen, sowie Schleim- und Gerbstoffe. Die giftigen Alkaloide haben ihn allerdings zeitweilig in Verruf gebracht. Vergiftungserscheinungen oder Leberschäden wurden bei mäßigem Genuss bisher aber kaum bekannt.

Essbar von der Blüte bis zur Wurzel
In der Küche kann man ihn von der Wurzel bis zur Blüte komplett verwenden. Er gilt als mildes Wildkraut mit einem leicht pfeffrigen Geschmack, das sich für den Salat und im Kräuterquark ebenso eignet, wie blanchiert als Gemüse. Die größeren Blätter kann man wie Weinblätter auch zum Einrollen von Käse oder Creme verwenden, die Blüten eignen sich als hübsche essbare Dekoration.

Heilsam für Bronchien, Magen und Haut
Am heilsamsten wirkt er als Tee aus frischen oder getrockneten Blättern, Stängeln und Blüten. Er wird oft bei Bronchialerkrankungen und Asthma, aber auch bei Magenschleimhautentzündungen, Durchfall oder Verstopfung empfohlen. Äußerlich angewendet als Wickel oder Spülung hilft er gegen Pickel, Entzündungen, Kopfschuppen, zur Wundheilung und bei Ekzemen. Sogar bei Krampfadern und Venenentzündungen wirkt er mit seiner entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaft. Wie viele andere Wildkräuter sollten Schwangere und stillende Mütter sowie insbesondere Leberpatienten den Huflattich eher meiden. Ebenso wird davor gewarnt ihn länger als einen Monat als Heilpflanze zu verwenden.

Sommerportulak – beruhigend und stärkend zugleich

Den Sommerportulak sollte man nicht verwechseln mit dem Winterportulak. Anders als man denkt, sind das zwei verschiedene Kräuter. Wegen seiner fleischigen dicken Blätter wird die Sommervariante auch Gemüseportulak genannt. Lange Zeit war er vergessen und wurde als Unkraut eher missachtet. Doch seit einigen Jahren hat sogar die gehobene Küche ihn wegen seines würzig nussigen, leicht säuerlich-salzigen Aromas wiederentdeckt. Er ist aber nicht nur sehr schmackhaft, sondern auch eine echte Vitamin- und Mineralstoffbombe. jahrhundertelang war sehr geschätzter Vitamin-C-Lieferant zur Stärkung der Abwehrkräfte. Daneben enthält er auch viel Vitamin A und E, die die Zellen schützen und zur Regeneration anregen. Seine Blätter und Stängel sind roh als Salat oder wie ein Gemüse blanchiert essbar. Er eignet sich vor allem für die schnelle Küche, ob im Rührei und Kräuterquark, zu Backkartoffeln, Rösti oder mit Knoblauch in einer Gemüsepfanne und püriert auch als Dip oder Pesto. Er ist leicht im Topf anzupflanzen, sehr genügsam und ab Juni zu ernten. Im Freien kann man ihn ab Mai aussäen. Immer nur so viel ernten, wie man verarbeiten kann, da er sich auch gekühlt nicht lange hält.

Vorsicht bei Rheuma und Gicht
Beide Sorten gelten als Heilpflanzen. Der Sommerportulak wird vor allem bei Sodbrennen und Verdauungsstörungen eingesetzt. Zur Anregung des Stoffwechsels eignet er sich besonders im Frühling gegen Frühjahrsmüdigkeit, gern auch kombiniert mit Brennnessel und Löwenzahn im Salat oder Smoothie. Er schützt die Gefäße und Nervenbahnen und wirkt beruhigend auf Magen- und Darmschleimhaut. Allerdings sollte man bei Problemen mit Nierensteinen, bei Rheuma oder Gicht bei seinem Verzehr wegen des hohen Oxalsäuregehaltes vorsichtig sein. Dagegen macht ihn der Anteil an Omega-3-Fettsäuren zu einem wirksamen Cholesterinsenker und wirkt außerdem antientzündlich. Im Freien findet man ihn öfter an Wegen, Äckern oder auch in Pflasterritzen. Er mag es warm und eher sandig. Wenn sich die ersten gelben Blüten zeigen, beginnt er bitter zu werden. Da er innerhalb weniger Wochen austreibt, kann man ihn bis September immer wieder neu ansäen.

Ysop – vielseitig, würzig aber wenig bekannt!

Das von seinem Namen her heilige Kraut findet man in unseren Breitengraden inzwischen häufig. Es ist auch als Eisenkraut bekannt und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance als Würz- und Heilkraut. Im Garten wird es oft wegen seiner hübschen lila Blüten und seiner Beliebtheit bei Bienen angepflanzt. Wer ihn in der Natur sucht, wird eher an sonnigen steinigen Hängen mit trockenen kalkhaltigen Böden fündig. Ursprünglich stammt er aus Süd- und Osteuropa und ähnelt in seinem Aroma mediterranen Würzpflanzen wie dem Rosmarin. Schon im Mittelalter schätzte man ihn als wichtige Heilpflanze und wurde entsprechend in vielen Klostergärten angebaut. Er duftet frisch und aromatisch, weshalb er gern als Tee getrunken wird. Als Gewürz erinnert er an eine Mischung aus Rosmarin, Salbei und Rauke. Seine Blätter kann man frisch und getrocknet verwenden und auch die Blüten sind essbar. Die Blütezeit ist beim Ysop zwischen Juni und August.

Wirksam bei Erkältung und Verdauungsproblemen
Seine Heilwirkung beruht auf den enthaltenen ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen sowie Flavonoiden. Wegen seiner antibakteriellen und schleimlösenden Wirkung hilft Ysop als Tee vor allem bei Husten und Halsschmerzen, aber auch bei Entzündungen der Harnwege und Nieren. Er unterstützt die Verdauung, ist appetitanregend und wirkt stiimmungsaufhellend. Wenige Tropfen Ysop-Öl im Badewasser beruhigen die Nerven und verbessern die Laune, im Honig helfen sie gegen Hustenreiz. Aber wegen seiner starken ätherischen Wirkung sollte man Ysop nur in Maßen zu sich nehmen. Schwangere und Kleinkinder sollten ihn wegen des enthaltenen Camphers besser ganz meiden.

Sparsam als Würze einsetzen
Auch in der Küche wird er auf Grund des intensiven Aromas eher sparsam sowie meist frisch eingesetzt und nie mitgekocht, sondern erst als finale Würze zugefügt. Die jungen Blätter und Blüten passen sehr gut zu Salaten, Hülsenfrüchten, Fisch, Eintöpfen z. B. aus Kartoffeln, dunklen Schmorgerichten sowie Kräuterbutter und -quark. Man kann ihn von Juni bis September sammeln oder im Mai selbst aussähen. Im Sommer findet man ihn manchmal auch auf gut sortierten Wochenmärkten.

Postelein – Tellerkraut zum Selberpflanzen!

Man findet Postelein auch in Listen heimischer Superfoods. Grundsätzlich ähnelt es im Geschmack und in der Verwendung stark dem Feldsalat. Im Garten gilt es als Unkraut, obwohl es als sogenanntes Tellerkraut in manchen Regionen sogar angebaut wird. Kalt isst man es als Salat, warm bzw. gedünstet wie Spinat. Es ist auch ähnlich nährstoffhaltig wie dieser. Schon die Indianer haben es als Salatpflanze genutzt. Mitte des 18. Jahrhunderts kam es nach Westeuropa, aber erst seit einigen Jahren wurde es bei uns wiederentdeckt und als Wintersalat kultiviert. Zusammen mit Kräuterquark und gekochten Eiern oder Wallnüssen gibt es dem gewöhnlichen Abendbrot eine herzhafte Note. Manchmal trägt es auch den Namen Winterportulak, was etwas verwirrend ist, da der Portulak eine krautige Pflanze mit dicken fleischigen Blättern ist. Als Quellkrautgewächs kann man es auch leicht selber sähen und nach 6 bis 8 Wochen ernten solange es noch keine Blüten trägt. Mit der Blütezeit wird Postelein ungenießbar.

Wertvolles Winterkraut
Aufgrund seiner reichhaltigen Nährstoffe wird es gern als Wintersalat verwendet. Vor allem der hohe Gehalt an Vitamin C, Magnesium, Kalzium und Eisen machen ihn in der kalten Jahreszeit so wertvoll. Die Indianer Nordamerikas verwendeten Postelein als wichtiges Wintergemüse und Heilmittel gegen Rheuma sowie bei Appetitlosigkeit. Wegen seiner antibakteriellen und entzündungshemmenden Wirkung hilft es aber auch bei Magen- und Darmbeschwerden sowie Sodbrennen. Außerdem kann es gerade im Frühjahr zur Blutreinigung und zur Ausleitung verwendet werden. Sein Inhaltsstoffe wirken harntreibend, fördern die Verdauung und lindern so Gelenkbeschwerden und Nierenprobleme. Auch auf Nervenleiden soll es sich positiv auswirken. Wer es nicht sammeln will, bekommt es häufig auf Wochenmärkten und einzelnen Bioläden.

Ehrenpreis – schont den Magen und schützt die Haut!

Der echte Ehrenpreis ist unter seinem lateinischen Namen Veronica officinalis sogar eher bekannt und in ganz Europa verbreitet. Die kleine bodendeckende Pflanze die selten größer wird als 30 cm, zählt zu den Wegerichgewächsen und ist verwandt mit sehr viel prominenteren Heilkräutern wie z. B. dem Spitzwegerich. Aufgrund seiner dekorativen Blühten ist die kleine robuste und winterharte Staude auch bei Hobbygärtnern durchaus beliebt. Im Mittelalter galt der Ehrenpreis als universelles Heilmittel und wurde entsprechend Allerweltsheil genannt. Hier wurde er bei Lungenkrankheiten, Leberbeschwerden, Vergiftungen und als Wundheilmittel eingesetzt. Sogar gegen die Pest sollte er helfen. Pfarrer Kneipp empfahl ihn dagegen bei Husten und Gicht.

Nur noch selten verwendet

Heute kommt er meist nur in Kombination mit anderen Heilkräutern zum Einsatz wie bei Magen- und Erkältungsbeschwerden. Verwendet wird er hierfür meist als Tee oder Aufguss. Sammler finden ihn an Wegrändern, trockenen Wiesen und auf Waldlichtungen. Auch auf Heideflächen und sogar im Hochgebirge kann er wachsen. Die Blüten können im Sommer blau, lila oder selten auch weiß sein. Verwendet werden nur die kleinen Blätter – am besten vor der Blütezeit, die man dann im Schatten trocknet.

Antibiotisch und entzündungshemmend

In der Küche findet er aufgrund seiner vielen Bitterstoffe und dem wenig aromatischen Geschmack eher selten Verwendung, obwohl er durchaus essbar ist. Am ehesten kann man ihn für grüne Smoothies oder sparsam in Wildkräutersalaten nutzen. Außer Bitterstoffe, die die Verdauung anregen, enthält der Ehrenpreis vor allem entzündungshemmende und antibakterielle Saponine sowie Gerbstoffe, Vitamine und Eisen. Eine Besonderheit ist das Aucubin mit seiner antibiotischen und reizlindernden Wirkung, vor allem bei Bronchitis und Lungenentzündung. Äußerlich wird Ehrenpreis auch bei chronischen Hautproblemen wie Neurodermitis und Schuppenflechte eingesetzt.