BTW-Trend – Mehr Ehrlichkeit auf Insta & Co.?
Die ungeschönte Realität gehört nicht unbedingt zu den Trends auf Insta, TikTok & Co. Noch immer geht es hier um die Inszenierung des idealen Augenblicks oder der schönsten Ansicht. Der Wunsch nach der perfekten rosaroten Illusion scheint Influencer/innen noch immer zu beflügeln. Oder doch nicht? Tauchen da nicht seit ein paar Monaten neue Hashtags mit dem Kürzel #btw auf? Unter dem Hinweis by the way wird hier plötzlich das Gezeigte oder Gesagte relativiert und fast schon in Frage gestellt. Frisur und Make-up sitzen, auch der Augenaufschlag passt und der Sonnenaufgang könnte perfekter nicht sein, aber eigentlich ging es dem/der Gezeigten am Morgen nach einer schlaflosen Nach so richtig mies. Herzschmerz-Kommentare bis zu Migräne oder sogar Trauer relativieren die eigentlich so perfekt-fröhlichen Bilder. Die Bandbreite der #btw-Kommentare ist inzwischen riesig. Aber auch ehrlich gemeint?
Real Life statt perfekter Inszenierungen?
Erfolgreich geschönte Fotos werden quasi durch ein Postskriptum, eine btw-Ergänzung in einem ganz anderen Licht. Was #btw aber wirklich bedeuten soll, darüber rätselt man im Netz. Ist es ein ernstgemeinter Trend hin zu mehr Realität oder doch eher Mittel zum Zweck um auch jene anzusprechen, die mit Insta-Inszenierungen wenig bis gar nichts anfangen können? Die typischen #btw-Kommentare bleiben komplett auf der Gefühlsebene, was sie unangreifbar und somit nicht überprüfbar macht. Echtes Real Life und ungeschönte Momente zu zeigen wäre eine reale Ehrlichkeit. Stattdessen nutzt man #btw um mit ein wenig Kosmetik vermeintlich mehr Authentizität und Echtheit zu erreichen.
Was man sich sonst nicht zu sagen traut
By the way oder was man sich nicht wirklich zu sagen traute, soll also im Idealfall ein Stück Normalität bringen und den Nutzer/innen den Druck nehmen, diesen Idealen nachzueifern. Aber warum verändert man die Bilder nicht einfach entsprechend oder lässt die Zahllosen Filter weg, anstatt sich qua #btw für die Unaufrichtigkeit zu entschuldigen? Was hier suggeriert wird, ist die Fähigkeit trotz schlechter Laune oder kurzfristigem Handicap durchzuhalten und nach außen die Zähne zusammenzubeißen. Also steht der schöne Schein letztlich doch über allem, über der mentalen Gesundheit oder dem psychischen Gleichgewicht, das durch ein Übermaß an Stress aus dem Takt gerät. Nicht wenige Influencer scheitern an dem eigenen Anspruch des täglichen Perfektionismus, rutschen in Essstörungen, Depressionen oder einen Burn-out. Und manche schaffen es auch genau darüber zu berichten – ganz ohne #btw.

Jahr für Jahr fragt man sich, was ein erholsamer Urlaub eigentlich braucht. Einfach nur das zu tun, worauf man Lust hat oder zu dem man sonst keine Zeit hat, wäre zu einfach, vor allem wenn man mit der ganzen Familie unterwegs ist. Dann regiert auch im Urlaub der Kompromiss oder jeder macht etwas anderes und das Gemeinschaftserlebnis bleibt auf der Strecke. Urlaub funktioniert letztlich wie erholsame Arbeits-Pausen, für die 2014 das DRAMMA-Modell von drei US-Psychologen entwickelt wurde. Was für die Mittagspause gilt, kann man auch auf den Sommerurlaub mit mehr Zeit übertragen.
Der Schlaf soll uns entspannen und helfen die Probleme des vergangenen Tages zu verarbeiten. Doch ca. 5 Prozent der Bevölkerung bekommt nicht selten schon beim Gedanken an Schlaf Panik. Sie sind sicher nachts schweißgebadet aufzuwachen, weil sie immer wieder dasselbe Horrorszenario heimsucht. Albträume handeln oft von Urängsten wie ins Bodenlose zu fallen oder sich in einer mündlichen Prüfung wieder zu finden. Wiederkehrende Albträume von gefürchteten Situationen sind extrem belastend und können massive Schlafprobleme auslösen. Psychologen haben deshalb Methoden entwickelt, mit denen man auch ohne therapeutische Hilfe unerwünschte Träume loswird. In der Fachsprache heißt die bekannteste Variante „Imagery Rehearsal Therapy (IRT)“ – zu Deutsch: das Drehbuch für den Albtraum korrigieren.
Wohl jeder kennt das Zitat „Eigenlob stinkt“, das noch aus dem Mittelalter stammt. Damit war ursprünglich der Egozentriker gemeint, der sich immer in den Mittelpunkt stellt und von allen beklatscht werden will. Es richtete sich also mehr an die unangenehmen Mitmenschen mit einem übertriebenen Hang zur Selbstdarstellung. Bei allen anderen und vor allem jenen, die ungern die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ist ein bisschen Eigenlob gut für die mentale Gesundheit, das berufliche Fortkommen und auch die Selbstwahrnehmung. Berufsberater nennen es gern auch Eigenmarketing oder erfolgreiche Selbstvermarktung, ohne die es beim Jobwechsel meist nicht geht. Fragen nach den persönlichen Stärken und Schwächen tauchen in den meisten Vorstellungsgespräche früher oder später auf. Wem zu den möglichen Stärken dann nichts einfällt, hat wenig Chancen auf eine Zusage.







