Gesundheitstipps
Was kann die Irisdiagnostik?
Man sagt, die Augen seien der Spiegel der Seele. Aber lassen sich hier auch Erkrankungen ablesen? Grundsätzlich kann eine Irisdiagnose keine medizinische Diagnose ersetzen. Sie gehört zu den Verfahren der Alternativmedizin und wird von Heilpraktikern und Homöopathen durchgeführt. Irisdiagnosen wurden schon in der Antike angewendet und 1886 von einem ungarischen Arzt mittels einer detaillierten Iriskarte wiederbelebt. Irisdiagnostiker gehen davon aus, dass sich organische Erkrankungen auf der Regenbogenhaut durch farbliche und strukturelle Veränderungen wie Flecke, Muster und Trübungen zeigen. Iriskarten teilen das Auge in insgesamt 60 Sektoren auf. Innere Organe sind hier nahe der Pupille angesiedelt und die Haut am Rand. Die linke Körperseite spiegelt sich angeblich im linken Auge sowie die rechte im rechten Auge. In dieser Zuordnung liegt einer der Kritikpunkte, da diese nach der Schulmedizin keinen Sinn macht. Nur rund 60 Prozent der Organe haben über Nervenbahnen eine direkte Verbindung zum Auge. Außerdem überkreuzen sich diese beim Eintritt ins Gehirn, so dass die Aufteilung nicht passt. Insgesamt 20 verschiedene Iriskarten kommen bei Therapeuten zum Einsatz.
Allein nicht ausreichend
Zur Untersuchung wird meist ein spezielles Mikroskop verwendet, das die Iris ausleuchtet, vergrößert und fotografiert. Erfahrene Diagnostiker sehen in der Methode nur einen ersten Anhaltspunkt des aktuellen Gesundheitszustandes, der weitere Untersuchungen nötig macht. Oft geht es dabei um Prävention, also um genetische Veranlagungen und individuelle Schwachstellen. Einige Erkrankungen lassen sich in der Tat an den Augen erkennen, z. B. eine Störung der Leberfunktion, wenn sich der weiße Teil des Auges gelb färbt. Auch Diabetes, Gefäßerkrankungen oder zu viel Cholesterin lassen sich hier wiederfinden. Gefährlich wird eine Irisdiagnose, wenn man sich allein auf diese beschränkt, ebenso wenn durch eine falsch negative Diagnose Krankheiten unerkannt bleiben oder bei echten Augenproblemen, die in die Hand von Augenärzten gehören.
Essentielle Aminosäuren – wie wichtig sind sie?
Ohne sie läuft in unserem Stoffwechsel fast nichts. Die meisten stellt der Körper in Kombination mit Vitaminen und Mineralien selbst her, aber acht essentielle Aminosäuren müssen täglich zugeführt werden. Bei einseitiger Ernährung bleiben Mangelerscheinungen häufig unentdeckt. Es ist deshalb sinnvoll die wichtigsten Aminosäuren zu kennen und zu wissen wie man sich hiermit versorgt. Aktiven Sportlern wird oft empfohlen einzelne Aminosäuren zusätzlich zuzuführen. Dies ist aber meist nur unter Kontrolle ratsam, denn einzelne Aminosäuren können im Überfluss negative Folgen haben. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichem oder tierischem Eiweiß ist ausreichend. Gute Quellen sind Rindfleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Milchprodukte, Nüsse, Vollkorngetreide und vor allem Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen.
Wer leistet was?
Essentielle Aminosäuren sind wichtige Eiweißbausteine und Energielieferanten, außerdem steuern sie die Hormone. Leucin stimuliert die Insulinausschüttung und ist in Mandeln, Erdnüssen, Soja, Erbsen und Käse enthalten. Isoleucin ist für den Muskelaufbau und die Hormonsteuerung wichtig und kommt besonders in Cashewkernen, Erbsen und Linsen vor. Lysin, aus Citrus- und Hülsenfrüchten, versorgt Muskeln und Bindegewebe. Phenylalanin unterstützt Nieren und rote Blutkörperchen. Es ist in Milchprodukten, Eiern, Lachs, Kürbiskernen und Walnüssen zu finden. Threonin sorgt für Knochenaufbau und Immunsystem und ist in Papaya, Karotten, Spinat, Walnüssen und Erbsen enthalten. Durch Tryptophan werden die wichtigen Hormone Serotonin und Melatonin gebildet, daneben steuert es die Leberfunktion. Man findet es vor allem in Tomaten, Bananen, Karotten, Haferflocken und Reis. Valin stammt aus Getreide und Reis und reguliert Blutzucker und Nervenzellen. Methionin ist für die Bildung von Adrenalin und Kreatin sowie die Entgiftung zuständig. Es kommt vor allem in Paranüssen, Fisch, Leber und Eiern vor. Einen Aminosäuremangel spürt man meist durch Antriebslosigkeit, Schwäche, Unruhe und häufige Infekte.
Neurofeedback – mehr als Gehirnjoging?
Durch die Kraft der Gedanken und einem Headset mit integrierten Elektroden bringt man ein Computerspiel in Bewegung. So funktioniert die computergestützte Therapie mittels Neurofeedback gegen ADHS, Suchtverhalten, Phobien und Angststörungen. Durch die Darstellung der Hirnströme per EEG bekommt die Trainingsperson die eigene Gehirnaktivität visualisiert und gewinnt von Sitzung zu Sitzung immer mehr an Sicherheit, wie man diese steuert, verstärkt oder abschwächt. Was hierbei genau im Gehirn abläuft, ist noch unklar. Dass etwas passiert, kann man aber an den Ergebnissen ablesen. Durch eine Reduzierung lassen sich vor allem Beschwerden, die von übermäßiger Aktivität oder mangelnder Fähigkeit zur Entspannung geprägt sind, besser in den Griff bekommen. Bisher aber nur als Zusatztherapie, da noch zu wenige Studien vorliegen. Daneben entwickelt es sich aufgrund der Einsatzbreite gerade zu einer Lifestyle-Therapie, um individuelle Fähigkeiten zu optimieren, z. B. bei Leistungssportlern, zur Steigerung der mentalen Fitness oder zur Stressreduzierung. Immer mehr Home-Geräte werden speziell hierfür entwickelt.
Viele positive Erfahrungen
Ob ADHS, Tinnitus, Schlafstörungen, Burnout oder Panikattacken – bei vielen psychischen oder neurologischen Krankheitsprofilen soll das computergestützte Training helfen oder sogar Medikamente ersparen. Neurofeedback wird als Therapie inzwischen von immer mehr Ergotherapeuten/innen und Psychologischen Praxen angeboten und es wird weltweit weiter geforscht. Vorsichtig sollte man aber bei überzogenen Heilsversprechen sein, die derzeit wissenschaftlich nicht belegt sind. Neurowissenschaftler weisen darauf hin, dass man die komplexen Abläufe im Gehirn noch zu wenig verstehe. Nicht jede komplizierte psychische Erkrankung könne mittels eines relativ einfachen Gehirntrainings behoben werden. Den meisten könne man noch gar keine typischen Muster an Gehirnaktivitäten zuweisen. Neurofeedback ist dabei hier neue Weg zu erschließen, viele Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Wirkt Chlorophyll als Superfood?
Ob im grünen Smoothie oder im trendigen Chlorophyll-Wasser, überall steckt reichlich Chlorophyll drin, das als ultimatives Beauty- und Fitness-Elixier vor allem in den Online-Netzwerken propagiert wird. Glaubt man Influencern soll es die Haut jung erhalten und gleichzeitig gegen Pickel und Akne helfen. Dabei handelt es sich schlicht um das Blattgrün aus grünem Gemüse. So wie viele Pflanzenstoffe ist es gesund und gehört ohnehin auf den täglichen Speiseplan. Besonders viel Chlorophyll findet man in Grünkohl, Petersilie und Spinat, etwas weniger in Brokkoli, Erbsen, grünen Bohnen, Rosenkohl und grünem Spargel. Ein Wundermittel ist also nicht, zumal man davon ausgehen kann, dass es auf dem Teller gesünder ist, als in Form von Pillen, Tropfen oder Pulver. So wie er in den Pflanzen für die Versorgung mit Sauerstoff zuständig ist, wirkt er sich auch im menschlichen Organismus positiv auf den Sauerstoffgehalt im Blut aus, stärkt die Blutbildung und -entgiftung. Es hat chemisch gesehen einen ähnlichen Aufbau wie das Hämoglobin, mit dem kleinen Unterschied, dass es nicht rot, sondern grün ist.
Gegen Mund- und Körpergeruch
Aus medizinischer Sicht ist es vor allem für die Prävention und Behandlung einzelner Krebsarten interessant. Ebenso hilft es bei der Reduzierung von Entzündungsprozessen und wird aufgrund seiner blutreinigenden und antioxidativen Eigenschaften eingesetzt. Bekannt ist es auch als wirksames Mittel gegen Mund- und Körpergerüche. In seiner ursprünglichen Form wirken neben dem Chlorophyll aber eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien mit. Deshalb ersetzen ein paar Tropfen Chlorophyll eben nicht so einfach 100 g Spinat oder Brokkoli. Wird es aus medizinischen Gründen verwendet, ist oft eine höhere Dosierung nötig wie etwa 200 – 300 mg gegen Körpergeruch. Äußerlich angewendet verbessert Chlorophyll auch die Wundheilung. Chlorophyllwasser kann als Anti-Aging- und Immunbooster also gut durch eine Extra-Portion grünes Gemüse ersetzt werden.
Schützt die MIND-Diät vor Demenz
Die Ernährung spielt bei vielen Krankheiten eine wichtige Rolle. Neue Studien belegen, dass diese auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns im Alter steigern kann. Je früher man damit beginnt, desto größer ist der Nutzen. Hinter der Abkürzung MIND (Verstand) steckt eine spezielle mediterrane Ernährung, die den Verlust neurodegenerativer Fähigkeiten beeinflusst, deren Abbau mit zunehmendem Alter die allermeisten trifft. Entscheidend ist dabei die tägliche Kombination aus Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchten, Olivenöl, Fisch oder Geflügel sowie Nüssen und Beerenobst. Sogar das Gläschen Wein steht bei MIND mit auf dem Speiseplan. Für den Schutz des Gehirns und der Nervenzellen sollte man den Verzehr bestimmter Lebensmittel allerdings stark einschränken. Dazu gehören neben rotem Fleisch vom Rind und Schwein, Butter, Margarine, fetter Käse, Frittiertes, Gebäck und Süßigkeiten sowie Fastfood. Insbesondere Fett und Zucker reduzieren die Leistungsfähigkeit des Gehirns und erhöhen das Alzheimer-Risiko erheblich.
Ausnahmen sind unkritisch
Wichtig sind dagegen drei Portionen Vollkorngetreide täglich wie z. B. Vollkornpasta, -reis, -brötchen, Hirse oder Haferflocken. Dazu kommen zwei Portionen grünes Blattgemüse beispielsweise Spinat, Mangold oder Salat und mindestens ein weiteres Gemüse nach Wahl. Als Snack zwischendurch eignen sich Nüsse. Einmal pro Woche gehört Fisch auf den Speiseplan und zweimal Geflügel. Wichtig sind Hülsenfrüchte, insbesondere Bohnen und Kichererbsen, am besten alle zwei Tage sowie Beeren mehrmals pro Woche. Hin und wieder Ausnahmen an besonderen Tagen stellen kein großes Problem dar, solange man sich überwiegend an die Regeln hält. Auch die Mengen sind unerheblich, weshalb man es eher als Ernährungsweise statt als Diät bezeichnet. Entscheidend ist die Wirkung der Mikronährstoffe, die in Gemüse, Beeren, Fisch und Olivenöl stecken, wie Vitamin A + B, Omega-3-Fettsäuren sowie Pflanzenstoffe mit antioxydativer Wirkung. Diese wirken sich nebenbei positiv auf Gefäße und Blutdruck aus.
Wie gefährlich ist das RS-Virus für Kinder?
Im letzten Jahr hat neben Corona das RS-Virus viele Eltern von Kleinkindern und Säuglingen beunruhigt. RS steht für Respiratorisches-Syncytial-Virus, das die Atemwege befällt und für eine Keuchatmung bekannt ist. Es taucht regelmäßig im Herbst/Winter auf und gehört zu den häufigsten Auslösern von Atemwegserkrankungen. In der Regel kommt es durch RSV-Infektionen selten zu Krankenhauseinweisungen. Doch 2021 mussten hieran erkrankte Kinder häufig in Kliniken behandelt werden, da das Immunsystem aufgrund der Pandemie- und Hygienemaßnahmen zu wenig trainiert war. Im September 2021 warnten Kinderärzte vor einem Anstieg der Infektionen bei unter Dreijährigen. In diesem Alter sind die Abwehrkräfte noch nicht voll ausgebildet und die noch unreife Lunge kann zu einem absteigenden Infekt mit krampfartigem Husten führen. Die Bronchien sind oft stark verschleimt oder entzündet und erschweren die Atmung. Nicht selten ist dann eine Atemunterstützung mit Sauerstoff und eine stationäre Behandlung nötig. In den ersten zwei Lebensjahren stecken sich fast alle Kinder mit dem RS-Virus an und bilden Antikörper.
Rechtzeitig mit Antikörpern vorbeugen
Kinder mit Vorerkrankungen und einem geschwächten oder unterdrückten Immunsystem werden deshalb i. d. R. rechtzeitig vor der Erkältungssaison mit Antikörpern behandelt. 2021 war es in vielen Fällen durch den frühen Begin der RSV-Saison hierfür zu spät. 2020 war diese quasi ausgefallen. Für die meisten größeren Kinder bedeutet das Virus nur eine gewöhnliche Erkältung. Für Säuglinge birgt es dagegen die erhöhte Gefahr einer Lungenentzündung. Ein schneller pfeifender Atem verbunden mit schlechtem Trinken können Hinweise auf eine RSV-Infektion sein. Durch einen Rachenabstrich und Schnelltest lässt sich das Virus in wenigen Stunden nachweisen. Man sollte deshalb mit einer Klärung der Symptome nicht lange warten und Risikokinder in der Erkältungssaison vor Ansteckungsquellen schützen. Von Antibiotika wird oft abgeraten, da es Kinder anfälliger für weitere Atemwegserkrankungen macht.
