Wechselwirkungen mit Nahrungsergänzungsmitteln
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind gerade im Winter, in Erkältungszeiten oder anspruchsvollen Lebensphasen, sinnvoll und gesunderhaltend. Immer wieder liest man, dass diese bei einer gesunden Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil unnötig wären. Oft folgen darauf die Reaktionen von Fachleuten, die das Gegenteil behaupten. Warum also jetzt wieder ein erneuter Angriff auf die tägliche Dosis Vitamine und Mineralstoffe? Wer daneben regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte wissen, dass es in Kombination mit NEM-Produkten gefährliche oder unerwünschte Wechselwirkungen geben kann. Die meisten sind eher unbekannt und verschreibende Ärzte wissen oft gar nicht, dass der Patient zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe nimmt. Dabei haben NEM-Produkte auch Einfluss auf Laborwerte, den Hormonstatus, Blutzuckerspiegel sowie die Blutgerinnung.

Die Zahl an Melatonin-Produkten steigt stetig und auch die Nachfrage nimmt zu. Im Produkttest der Zeitschrift Öko-Test wurden nun bei 16 von 19 Sprays gravierende Mängel gefunden. Von ungenügend bis ausreichend reichten die Bewertungen, wobei eine 4 der besten Note entsprach. Bewertet wurden Inhaltsstoffe, Wirksamkeit und Verbraucher-Informationen. Der Nutzen ist demnach sehr begrenzt und bei über der Hälfte wich die nachgewiesene Menge Melatonin so weit von den Angaben der Hersteller ab, dass eine Einnahme gefährlich werden kann. Sie lag teilweise höher als bei verschreibungspflichtigen Mitteln. Hinzu kamen fehlende Hinweise zur Einnahmedauer, Risikogruppen oder zusätzlichen Inhaltsstoffen. All dies ist bei einem Nahrungsergänzungsmittel nicht zwingend nötig. Umso wichtiger ist es, dass Patienten selbst genauer hinschauen oder sich beraten lassen. Eine unkontrollierte langfristige Einnahme ist auch laut dem Bundesamt für Risikobewertung nicht im Sinne eines Nutzen-Risiko-Verhältnisses.


