Vorteile einer Süßgetränke-Abgabe

Für die einen ist sie längst überfällig, andere sehen in der sogenannten Zuckersteuer eher einen Eingriff in Einkaufswagen und Portemonnai der VerbraucherInnen. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zögert noch den Staaten diese grundsätzlich zu empfehlen, dabei sprechen die weltweit steigende Anzahl an Adipositas- und Typ-2-Diabetes-Fälle für sich. Die Fettleibigkeit hat sich seit den 70er Jahren verdreifacht, weshalb die WHO schon von einer Epidemie spricht. Beide haben den Status von Volkskrankheiten, die immer öfter bereits im Kindesalter auftreten. Bis zu 18 Stück Würfelzucker stecken in einem halben Liter Limonade und der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker steigt weiter. Empfohlen werden von der WHO 25 bis 50 Gramm pro Tag. Konsumiert werden aber hierzulande von Männern durchschnittlich 78 Gramm und von Frauen 61 Gramm.
Zweckgebundene Abgabe
Ab 2028 plant die Bundesregierung nun eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen – je höher der Zuckeranteil, desto höher die Abgabe, also der Preis. Warum nennt man es hierzulande dann nicht einfach Steuer? Steuereinnahmen fließen in den allgemeinen Staatshaushalt und geplant ist, die Zuckerabgabe zweckgebunden für weitere Präventions- und gesundheitsfördernde Maßnahmen einzusetzen.
Ausland macht es vor
Verschiedene Länder haben gezeigt, dass man ernährungsbedingte Erkrankungen vor allem durch Verteuerung gesüßter Softdrinks eingrenzt. Bisher hat die Politik in Deutschland vergeblich auf die Freiwilligkeit der Lebensmittelkonzerne gesetzt. Vor allem Kinder werden durch stark übersüßte Lebensmittel von Klein auf hieran gewöhnt, so dass der Wunsch nach möglichst viel Zucker oft ein Leben lang erhalten bleibt. Dabei gäbe es bei industriell hergestellten Convenience-Produkten im Grunde keine Notwendigkeit so viel Zucker zuzusetzen.
Zusätzlich mehr Aufklärung
Die Beurteilung einer Softdrink-Steuer fällt in den über 100 Ländern, die diese bereits eingeführt haben unterschiedlich aus. Es zeigt sich, dass die Steuer allein selten den erhofften Effekt erzielt, sondern dass es flankierende Maßnahmen braucht wie Aufklärungskampagnen und Bewegungsprogramme – vor allem bei Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen greift eine Softdrink-Abgabe dagegen am schnellsten und effektivsten. Eine Studie der TU München zeigt, dass durch eine solche Steuer gleichermaßen der Pro-Kopf-Zuckerkonsum als auch die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden. In Großbritannien wurde seit Einführung der Softdrink-Steuer 2018 der Zuckergehalt in süßen Getränken durch die Getränkeindustrie um bis zu 30% reduziert.

Bitterstoffe gelten derzeit als wahres Superfood, von dem man gar nicht genug kriegen könne. Hervorgehoben wird dabei vor allem die Wirkung von Chicorée, Artischocke, Radicchio & Co. auf Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken gleichermaßen appetitanregend und verdauungsfördernd. Der Hype wird insbesondere durch InfluencerInnen auf Social-Media angeheizt, die Bitterstoffe vor allem als Abnehmwunder anpreisen. Höchste Zeit die neuen Nahrungsergänzungsmittel und ihre Werbebotschaften genauer zu hinterfragen.
Als Hormonersatztherapie wird bei einer leichten Schilddrüsenunterfunktion heute häufig L-Thyroxin verschrieben. Seit geraumer Zeit schon gehört es zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Es ersetzt das natürliche Schilddrüsenhormon und gleicht die fehlende Menge aus. Da diese aber nur schwer exakt bestimmbar ist, braucht es für eine angepasste Dosierung oft mehrere Wochen oder auch Monate. Ist sie zu gering werden die anfänglichen Unterfunktions-Symptome nicht abgefangen, ist sie zu hoch rutscht man schnell in eine Überfunktion mit Unruhe, Herzrasen und Schlafstörungen. Immer öfter wird L-Thyroxin auch bei Knoten an der Schilddrüse oder leicht erhöhten TSH-Werten verschrieben. Dabei weist der Verband der Endokrinologen darauf hin, dass Knoten so nicht verhindert werden und grundsätzlich eine gründliche Diagnose nötig ist.
Auch wir wollten uns am 23.3.26, dem bundesweiten Streiktag beteiligen. Doch anders als ursprünglich geplant durften die Bären-Apotheken nur eingeschränkt schließen. Das baden-württembergische Sozialministerium hatte der hiesigen Apothekerkammer die Genehmigung für ganztägige Protestschließungen bzw. Streiks zur Teilnahme an den Großkundgebungen untersagt. Das allgemein gültige deutsche Streikrecht endete somit am Eingang zur Apotheke. Anders als bei den Streiks 2023, die mittwochs stattfanden, wurde ein Montag im Ländle nicht gestattet. Zumindest die Bären-Apotheken in Herrenberg und Rottenburg blieben während der Kundgebungszeit zwischen 12 und 15 Uhr geschlossen. Außerdem blieb das Licht aus und alle Mitarbeiter/innen trugen Schwarz um auf den Niedergang der Apotheken hinzuweisen. Es ist fünf vor Zwölf, aber die Politik handelt noch immer nicht. Deshalb war der 23.3. ein zwingend notwendiges Signal an die Politik, endlich tätig zu werden und die im Koalitionsvertrag zugesicherte Erhöhung des Apothekenhonorars in die Tat umzusetzen. Da unsere Tübinger Apotheke an diesem Tag Notdienst hatte, musste sie allerdings geöffnet bleiben.
Der Begriff Gaslighting steht für Fremdbestimmung und psychische Manipulation, die vor allem in Beziehungen vorkommen. Aber auch im Verhältnis zwischen PatientIn und Arzt bzw. Ärztin taucht er öfter auf. Da Medical Gaslighting für Betroffene sehr belastend ist und oftmals zu einer Odyssee durch Arztpraxen oder schlimmstenfalls zu unbehandelten Beschwerden führt, möchten wir dies nicht ganz neue Phänomen erklären und auch die ärztliche Perspektive nicht vergessen. Der Patient oder oftmals die Patientin kommt mit eher unspezifischen Beschwerden in die Praxis und hofft auf eine fundierte Diagnose, an Hand angemessener Untersuchungen. Doch stattdessen kommt es immer öfter zu Beurteilungen, die die Symptome abbügeln oder als nicht so schlimm bewerten. Betroffene fühlen sich dann mit ihren vorhandenen Symptomen weder ernst genommen noch angemessen behandelt, vor allem bei unspezifischen Schmerzen und Erschöpfungszuständen. Die Ursachen seien nicht belegbar und eher bei zu viel Stress oder psychosomatischen Gründen zu suchen. Man müsse nur seine Einstellung und sein Verhalten ändern, dann würden die Symptome wieder verschwinden.
Warnungen vor Rezeptfälschungen tauchen aktuell meist nur in der Apotheken-Presse auf. Deshalb möchten wir an dieser Stelle erklären, warum manche Prüfung von alten „Papier-Rezepten“ länger dauern kann. Die Kosten für nicht entdeckte Fälschungen, die erst von den Krankenkassen erkannt werden, müssen die Apotheken selbst tragen. Und das können im Einzelfall mehrere Tausend Euro sein. Trotz E-Rezept werden für einzelne Bereiche und Medikamente weiterhin Papierrezepte akzeptiert – natürlich auch für den Fall eines Technikproblems in den Praxen. Meist geht es bei Fälschungen um sogenannte Hochpreiser wie Krebsmedikamente und starke Schmerz- bzw. Betäubungsmittel, aber auch Life-Style-Präparate wie Abnehmspritzen, für die es einen umfangreichen Online-Schwarzmarkt gibt.
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind gerade im Winter, in Erkältungszeiten oder anspruchsvollen Lebensphasen, die den Körper stärker fordern sinnvoll und gesunderhaltend. Immer wieder liest man, dass diese bei einer gesunden Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil unnötig wären. Oft folgen darauf die Reaktionen von Fachleuten, die das Gegenteil behaupten. Warum also jetzt wieder ein erneuter Angriff auf die tägliche Dosis Vitamine und Mineralstoffe? Wer daneben regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte wissen, dass es in Kombination mit NEM-Produkten gefährliche oder unerwünschte Wechselwirkungen geben kann. Die meisten sind eher unbekannt und verschreibende Ärzte wissen oft gar nicht, dass der Patient zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe nimmt. Dabei haben NEM-Produkte auch Einfluss auf Laborwerte, den Hormonstatus, Blutzuckerspiegel sowie die Blutgerinnung.



