Apotheken-Protesttag Ende März
Auch wir wollten uns am 23.3.26, dem bundesweiten Streiktag beteiligen. Doch anders als ursprünglich geplant durften die Bären-Apotheken nur eingeschränkt schließen. Das baden-württembergische Sozialministerium hatte der hiesigen Apothekerkammer die Genehmigung für ganztägige Protestschließungen bzw. Streiks zur Teilnahme an den Großkundgebungen untersagt. Das allgemein gültige deutsche Streikrecht endete somit am Eingang zur Apotheke. Anders als bei den Streiks 2023, die mittwochs stattfanden, wurde ein Montag im Ländle nicht gestattet. Zumindest die Bären-Apotheken in Herrenberg und Rottenburg blieben während der Kundgebungszeit zwischen 12 und 15 Uhr geschlossen. Außerdem blieb das Licht aus und alle Mitarbeiter/innen trugen Schwarz um auf den Niedergang der Apotheken hinzuweisen. Es ist fünf vor Zwölf, aber die Politik handelt noch immer nicht. Deshalb war der 23.3. ein zwingend notwendiges Signal an die Politik, endlich tätig zu werden und die im Koalitionsvertrag zugesicherte Erhöhung des Apothekenhonorars in die Tat umzusetzen. Da unsere Tübinger Apotheke an diesem Tag Notdienst hatte, musste sie allerdings geöffnet bleiben.
Apotheken-Schließungen nehmen zu
Eine Folge der finanziellen Probleme durch das politische Nichthandeln sind seit Jahren zunehmende Apotheken-Schließungen in den Städten, aber vor allem im ländlichen Raum, wo der Weg zur nächsten Apotheke immer länger wird. Nachfolger sind für Apotheken kaum noch zu finden, da die finanziellen Risiken einfach zu groß sind, wie ein zu geringer Ertrag bei weiter steigenden Anforderungen sowie immer geringeren Chancen auf notwendige neue Mitarbeiter/innen bei immer schlechteren Arbeitsbedingungen. Der Druck durch ausländische Versandapotheken, die sich nicht an hiesige Regeln halten müssen, tut ein Übriges dazu. Die Politik scheint genau dies aber in Kauf zu nehmen: weniger Apotheken, mit immer mehr Aufgaben bei rückläufiger Entlohnung zu belasten. Das ist inakzeptabel und spart eine ganze Berufssparte kaputt. Deshalb: sprechen Sie uns jederzeit an und zögern Sie nicht Ihre Fragen zu stellen!

Der Begriff Gaslighting steht für Fremdbestimmung und psychische Manipulation, die vor allem in Beziehungen vorkommen. Aber auch im Verhältnis zwischen PatientIn und Arzt bzw. Ärztin taucht er öfter auf. Da Medical Gaslighting für Betroffene sehr belastend ist und oftmals zu einer Odyssee durch Arztpraxen oder schlimmstenfalls zu unbehandelten Beschwerden führt, möchten wir dies nicht ganz neue Phänomen erklären und auch die ärztliche Perspektive nicht vergessen. Der Patient oder oftmals die Patientin kommt mit eher unspezifischen Beschwerden in die Praxis und hofft auf eine fundierte Diagnose, an Hand angemessener Untersuchungen. Doch stattdessen kommt es immer öfter zu Beurteilungen, die die Symptome abbügeln oder als nicht so schlimm bewerten. Betroffene fühlen sich dann mit ihren vorhandenen Symptomen weder ernst genommen noch angemessen behandelt, vor allem bei unspezifischen Schmerzen und Erschöpfungszuständen. Die Ursachen seien nicht belegbar und eher bei zu viel Stress oder psychosomatischen Gründen zu suchen. Man müsse nur seine Einstellung und sein Verhalten ändern, dann würden die Symptome wieder verschwinden.
Warnungen vor Rezeptfälschungen tauchen aktuell meist nur in der Apotheken-Presse auf. Deshalb möchten wir an dieser Stelle erklären, warum manche Prüfung von alten „Papier-Rezepten“ länger dauern kann. Die Kosten für nicht entdeckte Fälschungen, die erst von den Krankenkassen erkannt werden, müssen die Apotheken selbst tragen. Und das können im Einzelfall mehrere Tausend Euro sein. Trotz E-Rezept werden für einzelne Bereiche und Medikamente weiterhin Papierrezepte akzeptiert – natürlich auch für den Fall eines Technikproblems in den Praxen. Meist geht es bei Fälschungen um sogenannte Hochpreiser wie Krebsmedikamente und starke Schmerz- bzw. Betäubungsmittel, aber auch Life-Style-Präparate wie Abnehmspritzen, für die es einen umfangreichen Online-Schwarzmarkt gibt.
Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind gerade im Winter, in Erkältungszeiten oder anspruchsvollen Lebensphasen, die den Körper stärker fordern sinnvoll und gesunderhaltend. Immer wieder liest man, dass diese bei einer gesunden Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil unnötig wären. Oft folgen darauf die Reaktionen von Fachleuten, die das Gegenteil behaupten. Warum also jetzt wieder ein erneuter Angriff auf die tägliche Dosis Vitamine und Mineralstoffe? Wer daneben regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte wissen, dass es in Kombination mit NEM-Produkten gefährliche oder unerwünschte Wechselwirkungen geben kann. Die meisten sind eher unbekannt und verschreibende Ärzte wissen oft gar nicht, dass der Patient zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe nimmt. Dabei haben NEM-Produkte auch Einfluss auf Laborwerte, den Hormonstatus, Blutzuckerspiegel sowie die Blutgerinnung.





