Riskanter Medikamenten-Versand bei Hitze

Der Sommer 2026 hat sich bislang zu einem der heißesten entwickelt. Neben Mensch und Tier leiden unter den hohen Temperaturen auch viele Medikamente. Die meisten Wirkstoffe vertragen nicht mehr als 25 Grad, Zäpfchen und Salben sind davon besonders betroffen. Sie schmelzen und verflüssigen sich und sind dann nicht mehr brauchbar. Aber auch Tabletten sollten nur kurzfristig über 30 Gard gelagert werden. Besonders stark heizen sich Fahrzeuge auf, weshalb der Transport von Medikamenten Kühlung braucht wie z. B. durch klimatisierte PKWs oder durch Kühlboxen. Für den Pharmagroßhandel ist das selbstverständlich und auch Apotheken müssen durch Klimageräte und Kühlung der Lagerräume für entsprechende Temperaturen sorgen. Kritisch ist derzeit der Versandhandel von Medikamenten als Standardlieferung.

Verantwortung ist gefragt
Vereinzelt wurden diese Lieferungen bei Versandapotheken Anfang Juli ausgesetzt, da ein gekühlter Transport durch die üblichen Lieferdienste ohne erheblichen Mehraufwand und -kosten nicht möglich ist. Dies umsichtige Verhalten betraf aber nicht alle Versandapotheken. Offenbar liegt es hier in der Verantwortung der Kunden/innen, wie sie mit geschmolzenen Zäpfchen oder überhitzten Medikamenten umgehen. Vorsicht ist auch bei Tabletten, die Risse aufweisen und Schmerz- oder Hustensäfte mit trüben Ausflockungen geboten.

Sichere Lieferung durch Boten
Die Wirksamkeit sowie das Verfallsdatum sind dann nicht mehr gewährleistet. Bestellungen bei der Bären-Apotheke werden von unseren eigenen Fahrern/innen in Thermoboxen transportiert. Alle Boten sind sich dieser sommerlichen Problematik bewusst und gehen damit entsprechend um. Dies gilt auch für Ware, die über unseren Online-Shop geordert wird. Wer auf Nummer Sicher gehen will, bestellt vor allem in Hitze-Perioden in seiner Vorort-Apotheke.

Gesundheitsrisiko Vapes

Nicht zum ersten Mal nehmen wir uns der bunten hippen Vapes an, deren Dampfwolken manchen Nutzer komplett einnebeln. Als sie vor einigen Jahren als neueste E-Zigarette auf den Markt kam, dachten viele noch mit weniger Nikotin sei es die ungefährlichere Alternative. Doch immer mehr Studien belegen inzwischen die riskanten Seiten des Vapens. Erste Übersichtsstudien zeigen vor allem das Risiko für Lungen- und Mundhöhlenkrebs. Echte Langzeitstudien kann es aber noch nicht geben. Erschwert werden Studien auch durch die flankierende Nutzun von Zigaretten zusätzlich zu den E-Zigaretten. Beides verhindert, Vapes schon heute als eindeutig krebserregend zu kennzeichnen. Die Signale sind aber nicht zu übersehen, so dass jetzt hierauf aufmerksam machen sollte. Gerade das Erhitzen von Nikotin und künstlichen Aromen gefährdet Lunge und Herz-Kreislauf-System.

Reichlich künstliche Aromen
Besonders beliebt sind Vapes nach wie vor bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Über eine Millionen Abnehmer haben sie hierzulande schon gefunden. Angesichts der Vielfalt an Produkten kann man nicht sicher sein, überhaupt alle enthaltenen Stoffe zu kennen. Gerade vermeintlich fruchtige Aromen wie z. B. Mango, Himbeere oder Blaubeere verharmlosen das Risiko. E-Liquids oder Verdampfer funktionieren mit Flüssigkeiten, die teilweise ohne oder mit geringem Nikotingehalt auskommen. Aber egal wie hoch der Anteil ist, Nikotin macht immer süchtig.

Gefährliches Nikotin
Dazu kommen Kleinstpartikel aus Schwermetallen und Chemikalien wie Blei, Formaldehyd und Benzol, die beim Dampfen die Lunge passieren. Das enthaltene Nikotin fördert außerdem Diabetes, Herzrhythmusstörungen, Gefäßschäden und Bluthochdruck. Hat sich bereits eine Abhängigkeit entwickelt, kommen Schlafstörungen, Reizbarkeit und Nervosität dazu. Die Hersteller spielen nach wie vor die Risiken herunter, aber immer mehr Mediziner/innen warnen vor Krebs- und Langzeitrisiken, die noch gar nicht vollständig absehbar sind.

Influencer trotzen Werbeverbot
Das bestehende Werbeverbot für E-Zigaretten wird leicht über Influencer auf den üblichen Social-Media-Kanälen umgangen. Auch in der Musikszene sind Vapes ein beliebtes Lifestyle-Produkt. Und ständig kommen neue Liquids auf den Markt mit insgesamt geschätzten 5000 teilweise nachweislich krebserregenden Substanzen. Manche davon sind zwar  für die orale Aufnahme in den Verdauungstrakt zugelassen, nicht aber für Atmung und Lunge.

Anti-Aging in der „Blue Zone“?

Forschende sind weltweit auf den Spuren von Longevity unterwegs. Auf der Suche nach den ältesten Menschen ist man auf einzelne Regionen gestoßen, die überdurchschnittlich viele gesunde Hundertjährige aufweisen. Zu den sogenannten „Blue Zones“ zählen weltweit vier Inseln: Sardinien und Ikaria im Mittelmeer, die südjapanische Inselgruppe Okinawa und die Halbinsel Nicoya in Costa Rica. Alle liegen in sonnenreichen Gebieten und aufgrund ihrer Insellage vermutet man, dass sich gute Gene hier im Laufe von Generationen weiter optimieren konnten. Welches Alter man erreicht, ist bis zu 30 Prozent genetisch bedingt. Parallelen wie ähnliche Ernährungsweisen spielen hier ebenfalls eine Rolle. Für die Blue Zones kann man sie als überwiegend pflanzenbasiert und natürlich bezeichnen. D.h. man verzichtet größtenteils auf hochverarbeitete Lebensmittel.

Natürliche Ernährung
Zu den regionalen Essgewohnheiten in Okinawa gehört es auch, die Mahlzeiten knapp unter dem Sättigungsgefühl bei ca. 80 Prozent Magenfülle zu beenden. Daneben sind körperliche Fitness und Beweglichkeit wesentlich. Noch bis ins hohe Alter folgt man einer festen Tagestruktur und pflegt seine Lebensaufgaben. Das hält auch mental fit und bewahrt soziale Kontakte und Freundschaften. Einen Vitamin-D-Mangel kann man in diesen Regionen zusätzlich ausschließen, alle liegen ungefähr auf demselben Breitengrad. Viel Bewegung gehört bis ins hohe Alter ebenso zum Alltag, wie sich um die Familie zu kümmern und einen festen Platz im sozialen Umfeld zu haben.

Optimismus und Gemeinsinn
Es gibt also einiges zu kopieren, um Longevity auch hierzulande zu fördern. Mediterrane pflanzenbasierte Kost ist dafür ebenso bekannt, wie regelmäßige körperliche Aktivitäten und soziale Bindungen. Denn wer bis ins hohe Alter ein sinnerfülltes Leben genießt und eine wichtige Stellung innerhalb der Familie einnimmt, ist erwiesenermaßen resilienter gegen Krankheiten. Auch die Parallelen in Punkto positiver Lebenseinstellung und Zufriedenheit bei einem niedrigen Stresslevel sind auffällig. Aber all dies beginnt in den Blue Zones nicht erst im Seniorenalter, sondern wird ein Leben lang gepflegt. So geheimnisvoll sind sie also gar nicht, „The Secrets of Long Life“.

Zusätzliche Gesundheits-Dienstleistungen (pDL) in Apotheken

Die Abkürzung pDL steht für neue pharmazeutische Gesundheits-Dienstleistungen, die man künftig in vielen Apotheken in Anspruch nehmen kann. Die im Juni beschlossene Apothekenreform sieht u. A. hierbei eine zusätzliche Ausweitung vor. Damit sollen überfüllte Hausarztpraxen entlastet und die Versorgung der Patienten/innen flächendeckend gewährleistet werden. Einzelne pDLs existieren schon seit Mitte 2022, ihre Bekanntheit lässt aber noch zu wünschen übrig. Von den Bären-Apotheken wird seither vor allem das Medikationsmanagement angeboten. Aktuell geht es um die Ergänzung neuer Impfangebote und ein erweitertes Medikationsmanagement, aber auch die regelmäßige Kontrolle einzelner Blutwerte und des Blutdrucks sowie die kontinuierliche Messung und Überwachung bei Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas.

Detailplanung bis September
Daneben soll künftig auch die Schulung der Patienten/innen im Umgang mit medizinischen Hilfsmitteln wie Asthma-Sprays oder Pens, die bei Diabetes oder Adipositas zum Einsatz kommen, durchgeführt werden. Das pharmazeutische Medikationsmanagement könnte künftig allen Patienten/innen mit einer komplexen Dauermedikation, egal ob neu oder alt, zu Gute kommen. Für die Umsetzung und die Detailplanung der neuen Angebote hat die Bundesapothekerkammer bis September Zeit. Dann erst können auch die einzelnen Apotheken mit der Schulung der Mitarbeiter/innen beginnen. Vor allem für die geplanten Blutentnahmen sind entsprechende Schulungen der Apotheken-Mitarbeiter/innen nötig

Kinder vor Zecken schützen

Im Sommer und vor allem in den Ferien heißt es für die Kids raus ins Grüne, sich auf Wiesen und in Wäldern so richtig austoben. Aber wie sollten Eltern mit der drohenden Zeckengefahr, die gerade in Baden-Württemberg fast das ganze Jahr besteht, umgehen? Anders als viele denken, lauert der gemeine Holzbock nicht nur auf Gräsern, sondern auch im Gebüsch oder auf Totholz in einer Höhe von bis zu einem Meter. Sobald er einen Fuß oder Bein erwischt hat hält er sich fest und sucht sich eine möglichst versteckte, warme und haarlose Stelle wie in der Kniekehle, Armbeuge oder im Nacken, um sich dort festzubeißen.

Saugen meist unbemerkt
Durch ihren Speichel hemmt die Zecke die Blutgerinnung und betäubt gleichzeitig die Bisswunde, so dass man davon während des Saugens kaum etwas spürt. Damit man sie trotzdem frühzeitig entdeckt und absammeln kann, ist helle und lange Kleidung am besten geeignet. Da das bei Kindern im Sommer aber selten der Fall ist, ist eine Dusche nach dem Spielen auf der Wiese oder im Garten sinnvoll. Je früher man Zecken entdeckt und entfernt, desto geringer ist das Risiko, dass gefährliche Borreliose-Bakterien oder FSME-Viren übertragen werden. Trotz Impfung gibt es nach wie vor keinen vollständigen Schutz. Deshalb ist eine umsichtige Vor- und Nachbereitung so wichtig.

Chemiekeule kann helfen
Neben geeigneter Kleidung sollte man vor dem Gang durch Wald und Wiese auf für Kinder geeignete Insektenschutzmittel mit DEET oder Icaridin zurückgreifen und die Füße, Arme und Beine einsprühen – altersgerechte Dosierung dabei unbedingt beachten. Schuhe und Socken kann man bei größeren Kindern zusätzlich mit Permethrin besprühen. Der Wirkstoff tötet Zecken ab, ist allerdings für Katzen giftig und darf nicht an die Haut kommen. Wir können Sie zu den Wirkstoffen und ihren Risiken gern beraten. Bei uns bekommen Sie auch die zur Entfernung von Zecken notwendigen Zeckenzangen oder -karten. Wer schon etwas Erfahrung hat, kann auch eine Pinzette nehmen, mit der man die Zecke ohne Drehen so dicht wie möglich an der Haut greift und gerade herauszieht. Dabei sollte der Körper möglichst nicht beschädigt werden. Auf Geheimtipps wie Klebstoff, Öl oder Nagellack aber unbedingt verzichten.

Nach dem Entfernen
War das Entfernen erfolgreich, die Einstichstelle desinfizieren oder mit Jod betupfen, so werden mögliche Keime und Erreger abgetötet. Die Stelle danach regelmäßig auf Entzündungen überprüfen. In dem Fall wäre der Gang zur Arztpraxis notwendig. Wenig dramatisch ist es dagegen meist, wenn Teile der Zeck in der Haut verbleiben, die Zecke also während des Rausziehens abreißt und Teile vom Kopf oder Beine zurückbleiben. Dann nicht an der Wunde mit anderen Mitteln herumdoktern, sondern sie in Ruhe lassen. Solange sich die Stelle nicht entzündet, werden die Fremdkörper in wenigen Tagen abgestoßen. Will man die entfernte Zecke erfolgreich entsorgen, gibt man sie am besten in einen Becher mit hochprozentigem Alkohol. Über die Toilette würde sie spätestens in der Kläranlage putzmunter wieder auftauchen.

Antibiotika gegen Borrelien
Treten nach einem Zeckenstich Symptome wie Fieber oder Kopf- und Gliederschmerzen auf, unbedingt mit dem Kind zum/zur Arzt/Ärztin gehen. Gegen Borreliose werden Antibiotika eingesetzt. Eine durch FSME-Viren hervorgerufene Hirnhautentzündung wird dagegen nur symptomatisch behandelt und kann bei schweren Verläufen eine stationäre Behandlung nötig machen. Um eine unnötige Entzündung zu verhindern, ist es wichtig trotz Jucken einen Zeckenstich nicht aufzukratzen. Kühlende Sprays oder Gels mit Hydrokortison lindern den mitunter auftretenden Juckreiz.

Protein-Wahnsinn im Supermarkt!

Ob im Kühlregal, bei den Backwaren oder im Getränkemarkt – allerorts springt einem auf Produktdeckeln und -beschriftungen die Bezeichnung High-Protein ins Auge. Vom Popcorn, übers Wasser bis zum Joghurt oder Schokopudding findet man spezielle Protein-Produkte. Die Lebensmittelindustrie hat in den letzten Jahren offenbar eine vermeintliche Marktlücke entdeckt, die es unbedingt zu füllen gilt. Influencer werden flankierend nicht müde, diese entsprechend zu propagieren und als wichtige leistungssteigernde Nährstoffe für sportliche, fitte und gewichtsbewusste Menschen anzupreisen. War es früher eher das Frühstück mit Rührei und Speck oder der Protein-Shake nach dem Training, gehört heute …weiterlesen täglich die moderne Convenience-Variante auf den Teller von Männern und Frauen mit dem Wunsch nach mehr Muskelmasse oder weniger Kalorien.

Mehr Muskeln durch mehr Eiweiß?
Man könnte denken, es herrsche hierzulande akuter Eiweißmangel und dies nicht etwa nur bei Veganern. Selbst Milch- und Fleischprodukten, die natürlicherweise Eiweiße enthalten wird noch eine Extra-Portion Protein zugesetzt, damit die Muskeln durch High-Protein schneller wachsen. Und zwar am besten löffelweise ganz ohne Schweiß und Muskelkater. Wo mindestens 12 % aller Inhaltsstoffe auf Proteine entfallen, darf das Label „High-Protein“ drauf sein. Dabei belegen Studien, dass durch das zusätzliche Eiweiß kein gesundheitlicher Pluspunkt erreicht wird. Es wird einfach ausgeschieden, schadet also auch nicht – sofern man über gesunde Nieren verfügt, dabei mehr trinkt und der zusätzliche Harnstoff keine Probleme macht.

Risiken durch zu viele Protein
Dem durchschnittlichen Verbraucher genügt für die gesunde tägliche Portion Eiweiß einfach eine ausgewogene Ernährung. Spitzensportler vertragen dagegen gut etwas mehr, am besten in Form von Hülsenfrüchten, Nüssen, Samen, Milchprodukten sowie Eiern, Fleisch und Fisch. Damit verzichtet man auf all die industriell verarbeiteten Spezial-Produkte, mit meist mit künstlichen Inhaltsstoffen und zusätzlichem Zucker und Fetten ausgestattet sind. Altersforscher/innen weisen auch auf ein möglicherweise erhöhtes Krebsrisiko durch eine extrem proteinreiche Ernährung hin, denn Eiweiße gehören zu den Grundbausteinen der Zelle, fördern deren Wachstum sowie die Zellteilung.

Im Alter oft zu wenig
Sicher ist dagegen, dass Proteinmangel der Gesundheit schadet, besonders im Alter, wenn Muskelmasse und Knochendichte ohnehin zurückgehen. Deshalb steigt ab 65 Jahren der Bedarf an tierischem Eiweiß, ebenso wie beim Profisportler. Alle anderen profitieren mehr von einer vielseitigen Ernährung, die vor allem auf Ballaststoffen und pflanzlichen Proteinen basiert. Denn auch für den aktuellen Protein-Hype gilt: die Mischung macht’s und jede Form des Übermaßes bringt die nötige ausgewogene Ernährung in eine Schieflage. Zu viele Proteine und zu wenig Ballaststoffe können beispielsweise zu Bauchschmerzen und Blähungen sowie zu einer Verringerung der Darmbakterien führen.

Vorteile einer Süßgetränke-Abgabe

Für die einen ist sie längst überfällig, andere sehen in der sogenannten Zuckersteuer eher einen Eingriff in Einkaufswagen und Portemonnai der VerbraucherInnen. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zögert noch den Staaten diese grundsätzlich zu empfehlen, dabei sprechen die weltweit steigende Anzahl an Adipositas- und Typ-2-Diabetes-Fälle für sich. Die Fettleibigkeit hat sich seit den 70er Jahren verdreifacht, weshalb die WHO schon von einer Epidemie spricht. Beide haben den Status von Volkskrankheiten, die immer öfter bereits im Kindesalter auftreten. Bis zu 18 Stück Würfelzucker stecken in einem halben Liter Limonade und der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker steigt weiter. Empfohlen werden von der WHO 25 bis 50 Gramm pro Tag. Konsumiert werden aber hierzulande von Männern durchschnittlich 78 Gramm und von Frauen 61 Gramm.

Zweckgebundene Abgabe
Ab 2028 plant die Bundesregierung nun eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke einzuführen – je höher der Zuckeranteil, desto höher die Abgabe, also der Preis. Warum nennt man es hierzulande dann nicht einfach Steuer? Steuereinnahmen fließen in den allgemeinen Staatshaushalt und geplant ist, die Zuckerabgabe zweckgebunden für weitere Präventions- und gesundheitsfördernde Maßnahmen einzusetzen.

Ausland macht es vor
Verschiedene Länder haben gezeigt, dass man ernährungsbedingte Erkrankungen vor allem durch Verteuerung gesüßter Softdrinks eingrenzt. Bisher hat die Politik in Deutschland vergeblich auf die Freiwilligkeit der Lebensmittelkonzerne gesetzt. Vor allem Kinder werden durch stark übersüßte Lebensmittel von Klein auf hieran gewöhnt, so dass der Wunsch nach möglichst viel Zucker oft ein Leben lang erhalten bleibt. Dabei gäbe es bei industriell hergestellten Convenience-Produkten im Grunde keine Notwendigkeit so viel Zucker zuzusetzen.

Zusätzlich mehr Aufklärung
Die Beurteilung einer Softdrink-Steuer fällt in den über 100 Ländern, die diese bereits eingeführt haben unterschiedlich aus. Es zeigt sich, dass die Steuer allein selten den erhofften Effekt erzielt, sondern dass es flankierende Maßnahmen braucht wie Aufklärungskampagnen und Bewegungsprogramme – vor allem bei Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen greift eine Softdrink-Abgabe dagegen am schnellsten und effektivsten. Eine Studie der TU München zeigt, dass durch eine solche Steuer gleichermaßen der Pro-Kopf-Zuckerkonsum als auch die Kosten für das Gesundheitssystem gesenkt werden. In Großbritannien wurde seit Einführung der Softdrink-Steuer 2018 der Zuckergehalt in süßen Getränken durch die Getränkeindustrie um bis zu 30% reduziert.

Der Hype um pflanzliche Bitterstoffe

Bitterstoffe gelten derzeit als wahres Superfood, von dem man gar nicht genug kriegen könne. Hervorgehoben wird dabei vor allem die Wirkung von Chicorée, Artischocke, Radicchio & Co. auf Magen, Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie wirken gleichermaßen appetitanregend und verdauungsfördernd. Der Hype wird insbesondere durch InfluencerInnen auf Social-Media angeheizt, die Bitterstoffe vor allem als Abnehmwunder anpreisen. Höchste Zeit die neuen Nahrungsergänzungsmittel und ihre Werbebotschaften genauer zu hinterfragen.

Über 1000 Bitterstoffe
Bitterstoffe findet man in vielen Lebensmitteln. Seit einigen Jahren wurden sie aber gemäß den Verbraucherwünschen gezielt weggezüchtet bzw. reduziert wie beim Chicorée oder Rosenkohl. Ein bitterer Beigeschmack gilt eigentlich als Warnung, dass etwas eventuell giftig oder ungenießbar sein könnte. Aber bedeutet das, dass man heute automatisch zu wenig davon zu sich nimmt? Mehr als 1000 natürliche Bitterstoffe sind derzeit bekannt, die im Stoffwechsel eine wichtige Rolle spielen. Im Verdauungstrakt sorgen Sie für die Hormonproduktion und für die Ausschüttung von Insulin, das den Blutzuckerspiegel senkt. Die generelle Aussage, alle Bitterstoffe würden beim Abnehmen helfen, ist kaum haltbar. Viele Bitterstoff sind dagegen für unterschiedliche Reaktionen und Bereiche zuständig.

Vorsicht bei Gallensteinen
Forschende gehen davon aus, dass natürliche Bitterstoffe gegenüber Tropfen oder Sprays die bessere Alternative sind. Außerdem ist bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht sicher, was hier in welcher Konzentration enthalten ist, da sie weder getestet noch kontrolliert werden und die Deklarierungen nicht immer stimmen. Von einzelnen Bitterstoffen ist sogar bekannt, dass hohe Konzentrationen bei Magengeschwüren oder Gallensteinen gefährlich werden können, wenn zu viel Gallensaft produziert wird. Auch bei der Neigung zu Sodbrennen sollte man Bitterpräparate eher meiden. Unklar ist außerdem, wie viele Bitterstoffe in welchen Mengen einfach zu viel sind. dasselbe gilt für die gesundheitlichen Folgen von Wermutkraut und Artemisia, die beide häufig in Bittertropfen enthalten sind. Insgesamt warnen Verbraucherzentralen vor dem regelmäßigen Einsatz der neuen bitteren Nahrungsergänzungsmittel – ob als Kapseln, Tropfen, Pulver, Brausetabletten oder Spray. Sie halten sie gar für unnötig bis bedenklich. Bei den Tests hat sich herausgestellt, dass in vielen Produkten vor allem Löwenzahn, Enzianwurzel, Artischocke, Wermut, Kurkuma und Ingwer verwendet wird.

Widersprüchliche Wirkungen
Die Wirkweisen natürlicher Bitterstoffe sind teilweise durchaus widersprüchlich. Manche sollen Hungergefühle unterdrücken, andere wiederum den Appetit anregen. Auch zu einer angeblich entsäuernden Wirkung gibt es keine eindeutigen Ergebnisse. Derartige Werbeversprechungen sind schon deshalb unseriös, da es bislang keine wissenschaftlichen Angaben zum täglichen Bedarf gibt. Belegbar sind derzeit nur wenige Vorteile wie die Anregung der Darmtätigkeit und der Gallenflüssigkeit. Aussagen, es gäbe weniger Blähungen oder Heißhunger auf Süßes, es komme zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels oder hätte eine entsäuernde Wirkung sind bisher nicht belegt. Bittertropfen als gezielte Verdauungshilfe vor oder nach dem Essen einzusetzen, vergleichbar mit einem Magenbitter, ist genauso unsicher. Als mögliche Ursache für unerwünschte Nebenwirkungen führen Hersteller gern erste Entgiftungsreaktionen an.

Bitterstoffe in der Ernährung
Natürliche Bitterstoffe sind in Kaffee, grünem und schwarzen Tee sowie zahlreichen Kräutern wie Minze, Salbei, Rosmarin, Thymian, Pfeffer und Chile enthalten. Auch in Erbsen, Sojabohnen, Nüssen und zahlreichen weiterem Gemüsesorten findet man sie – in allen Kohlsorten und Spargel, Sellerie, Tomaten, Rucola, Rote Bete, Oliven und roten Zwiebeln. Sogar Beeren, Trauben, Zitrusfrüchte, Pflaumen, Kirschen, Äpfel und Birnen enthalten Bitterstoffe. Grundsätzlich kann ein Mangel an Bitterstoffen in der Ernährung zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, Völlegefühl oder Verstopfung führen. Was in kleinen Mengen den Stoffwechsel unterstützt kann aber in größeren Mengen zu Vergiftungen führen. Manche Gemüsesorten können übrigens je nach Reifegrad einen bitteren Geschmack entwickeln, die man dann keinesfalls mehr essen sollte wie Zucchini, Kürbis und Gurken.

L-Thyroxin oft unnötig?

Als Hormonersatztherapie wird bei einer leichten Schilddrüsenunterfunktion heute häufig L-Thyroxin verschrieben. Seit geraumer Zeit schon gehört es zu den am häufigsten verordneten Medikamenten. Es ersetzt das natürliche Schilddrüsenhormon und gleicht die fehlende Menge aus. Da diese aber nur schwer exakt bestimmbar ist, braucht es für eine angepasste Dosierung oft mehrere Wochen oder auch Monate. Ist sie zu gering werden die anfänglichen Unterfunktions-Symptome nicht abgefangen, ist sie zu hoch rutscht man schnell in eine Überfunktion mit Unruhe, Herzrasen und Schlafstörungen. Immer öfter wird L-Thyroxin auch bei Knoten an der Schilddrüse oder leicht erhöhten TSH-Werten verschrieben. Dabei weist der Verband der Endokrinologen darauf hin, dass Knoten so nicht verhindert werden und grundsätzlich eine gründliche Diagnose nötig ist.

Altersabhängiger TSH-Wert
Außerdem kann es ab ca. 70 Jahren zu einem grundsätzlichen Ansteigen des TSH-Wertes kommen auch ohne, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt. Dies gilt vor allem dann, wenn keine typischen Symptome wie ständige Müdigkeit, Gewichtszunahme bei träger Verdauung und Niedergeschlagenheit erkennbar sind. Auffällig ist, dass die Verordnung der Ersatzhormone nicht im Verhältnis zu den diagnostizierten Fällen einer Unterfunktion steht. Während die Häufigkeit einer Schilddrüsenerkrankung in den letzten 15 Jahren gleichgeblieben ist, stieg die Verordnung von L-Thyroxin um über 30 Prozent. Man geht deshalb davon aus, dass der TSH-Wert zwar erhöht, aber die eigentlichen Schilddrüsenwerte (FT3 / FT4) noch im Normbereich lagen.

Steigendes Osteoporose-Risiko
Gerade bei älteren Patienten wäre eine längere Beobachtung der Werte im Hinblick auf ein sonst steigendes Osteoporose-Risiko sinnvoll. Laut aktueller Studien leidet bei Senioren die Knochendichte durch die Einnahme von L-Thyroxin. Die Folge sind zunehmend durch Osteoporose bedingte Knochenbrüche. Ein niedrigdosiertes L-Thyroxin konnte in Studien bei einem Viertel der Teilnehmer unter ärztlicher Begleitung abgesetzt werden. Die mit einer Unterfunktion oft verbundene Hashimoto Thyreoditis tritt aufgrund besserer Diagnostik, belastender Umweltfaktoren sowie Stress weltweit immer häufiger auf.

Überversorgung mit L-Thyroxin
Man vermutet, dass in den Industrieländern auch eine erhöhte Jodzufuhr z. B. durch jodiertes Speisesalz oder Trinkwasser weitere Auslöser sein könnten. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hatte schon 2024 daraufhin gewiesen, dass medizinische Labore für den TSH-Wert altersabhängige Referenzbereiche in ihren Laborberichten angeben sollten. 2025 sprach man in Fachkreisen schon von einer Überversorgung mit L-Thyroxin. Ein eigenmächtiges Absetzen ist allerdings nicht zu empfehlen und sollte mit dem/der Arzt/Ärztin besprochen werden.

Apotheken-Protesttag Ende März

Auch wir wollten uns am 23.3.26, dem bundesweiten Streiktag beteiligen. Doch anders als ursprünglich geplant durften die Bären-Apotheken nur eingeschränkt schließen. Das baden-württembergische Sozialministerium hatte der hiesigen Apothekerkammer die Genehmigung für ganztägige Protestschließungen bzw. Streiks zur Teilnahme an den Großkundgebungen untersagt. Das allgemein gültige deutsche Streikrecht endete somit am Eingang zur Apotheke. Anders als bei den Streiks 2023, die mittwochs stattfanden, wurde ein Montag im Ländle nicht gestattet. Zumindest die Bären-Apotheken in Herrenberg und Rottenburg blieben während der Kundgebungszeit zwischen 12 und 15 Uhr geschlossen. Außerdem blieb das Licht aus und alle Mitarbeiter/innen trugen Schwarz um auf den Niedergang der Apotheken hinzuweisen. Es ist fünf vor Zwölf, aber die Politik handelt noch immer nicht. Deshalb war der 23.3. ein zwingend notwendiges Signal an die Politik, endlich tätig zu werden und die im Koalitionsvertrag zugesicherte Erhöhung des Apothekenhonorars in die Tat umzusetzen. Da unsere Tübinger Apotheke an diesem Tag Notdienst hatte, musste sie allerdings geöffnet bleiben.

Apotheken-Schließungen nehmen zu
Eine Folge der finanziellen Probleme durch das politische Nichthandeln sind seit Jahren zunehmende Apotheken-Schließungen in den Städten, aber vor allem im ländlichen Raum, wo der Weg zur nächsten Apotheke immer länger wird. Nachfolger sind für Apotheken kaum noch zu finden, da die finanziellen Risiken einfach zu groß sind, wie ein zu geringer Ertrag bei weiter steigenden Anforderungen sowie immer geringeren Chancen auf notwendige neue Mitarbeiter/innen bei immer schlechteren Arbeitsbedingungen. Der Druck durch ausländische Versandapotheken, die sich nicht an hiesige Regeln halten müssen, tut ein Übriges dazu. Die Politik scheint genau dies aber in Kauf zu nehmen: weniger Apotheken, mit immer mehr Aufgaben bei rückläufiger Entlohnung zu belasten. Das ist inakzeptabel und spart eine ganze Berufssparte kaputt. Deshalb: sprechen Sie uns jederzeit an und zögern Sie nicht Ihre Fragen zu stellen!