Gesundheitstipps

Unser Gehirn lernt ständig dazu!

Früher nannte man es Gehirnjogging, heute heißt es Neuroplastizität. Dabei geht es um die Fähigkeit des Gehirns sich ständig zu verändern und anzupassen – selbst nach Verletzungen oder funktionellen Hirnschäden. Eine neue Sprache, ein neues Hobby oder die Nutzung der linken Hand (bei Rechtshändern) sorgt für zusätzliche Synapsen-Verknüpfungen oder die Bildung neuer Nervenzellen. Unser Gehirn bleibt wie ein Muskel ein Leben lang form- und wandelbar, wenn man es entsprechend trainiert. Ist eine Strecke z. B. nach einem Schlaganfall blockiert, suchen die Nervenzellen einen anderen Weg – nicht automatisch, aber durch optimiertes Training wie beispielsweise in der Reha. Wie eine Art Physiotherapie für das Gehirn, werden hier die Gehirn- und Nervenzellen stimuliert.

Fingerübungen als Training
Aber in jeder Lebensphase lohnt es sich das Gehirn zu fordern um es flexibel und anpassungsfähig zu erhalten. Neurologen/innen betonen seit Langem, wie wichtig es ist auch im Alter einen aktiven Lebensstil zu pflegen und das Gehirn durch körperliche und geistige Bewegung sowie soziale Kontakte zu fordern. Fingerübungen sind dazu bestens geeignet: während man mit Links ein Dreieck in die Luft malt, zeichnet man rechts ein Viereck und das am besten im Wechsel.

Abwechslung vs. Routine
Am effektivsten ist die Kombination von realer Bewegung mit geistiger Beweglichkeit, wie beim Musizieren. Bewusst von gewohnten Wegen abweichen, Neues probieren und Veränderungen suchen statt sie zu meiden. Yoga, Tanzen, Wandern, Tai-Chi aber auch Meditation sind ideal für die gewünschte Neuroplastizität. Wenn Hirnzellen hingegen nicht genutzt werden, können ganze Hirnareale wie ein stillgelegter Muskel schrumpfen. Zuviel kann es dagegen nie sein, denn kognitive Reserven wirken wie ein Schutzschild gegen geistige Erschöpfung oder altersbedingten Abbau. Eine starre, sich täglich wiederholende Routine ist dagegen der natürliche Feind geistiger Fitness. Deswegen Gewohnheiten öfter verändern, neue Erfahrungen machen und dabei flexibel und spontan bleiben.

Mineralstoffmangel durch Alkohol?

Die meisten erwarten einen alkoholbedingten Mineralstoff- oder Vitaminmangel erst bei einem ausgewachsenen Kater. Dabei kann selbst der abendliche Schoppen zu Lasten des Nährstoffhaushaltes gehen. Anders als lange gedacht birgt die kleinste Menge Risiken für Organe und Stoffwechsel, besonders für Leber, Herz und Blutdruck – je älter man wird, desto mehr. Vor allem der regelmäßige Konsum ist riskant. Durch die harntreibende Wirkung des Alkohols werden Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Kalzium, die für Herz, Knochen und Muskeln wesentlich sind, schneller ausgeschieden und es kann, wenn der Flüssigkeitshaushalt nicht zügig ausgeglichen wird, zu Mangelerscheinungen wie Muskelkrämpfe oder Herzrhythmusstörungen kommen.

Zu wenig B-Vitamine
Studien zeigen, dass Alkohol Vorhofflimmern begünstigt und deshalb Herzpatienten besonders gefährdet. Spurenelemente wie Zink und Eisen sind bei regelmäßigen „Trinkern“ ebenfalls oft Mangelware, was sich in der Hirnleistung und einer geschwächten Immunabwehr zeigt. Bei Älteren verschlechtert der Alkoholkonsum auch die Entzündungswerte. Bekannt ist vor allem der Mangel an wichtigen B-Vitaminen, da Darm und Leber durch den Abbau des Alkohols bereits belastet sind und die nötigen Kapazitäten für die Verstoffwechselung wichtiger Vitamine wie neben B12 auch B1, B3, B7 und B9 sowie Vitamin C und Folsäure fehlen.

Schlechter Schlaf
Alkohol fördert außerdem den unerwünschten antioxidativen Stress der Zellen und erhöht so das Krebsrisiko. Auch der allabendliche entspannende Schlummertrunk fördert nicht den gesunden Schlaf, sondern belastet ihn. Der späte Alkohol regt unnötig den Stoffwechsel an, so dass man unruhiger schläft und am Morgen nicht ausgeschlafen ist. Will man trotz allem hin und wieder ein Gläschen genießen, sollte man auf gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung sowie min. zwei bis drei alkoholfreie Tage pro Woche achten. Wer häufig einen Kater riskiert, schwächt das Immunsystem und verstärkt vorhandene Entzündungsreaktionen, vor allem in Magen und Darm.

Mit starken Muskeln gegen Demenz!

2023 zählte die Statistik hierzulande rund 1,8 Mio. Menschen mit Demenz. Bis 2050 wird ein Anstieg auf ca. 2,7 Mio. erwartet. Die Forschung ist nun gefordert neben neuen Medikamenten auch andere Wege der Prävention zu finden. Zahlreiche Studien der letzten Jahre zeigen sehr deutlich, dass der vermeintliche „Ruhestand“ alles andere als gesundheitsfördernd ist. Sport und Bewegung sind dagegen bis ins hohe Alter nötig und wirken sich nicht nur positiv auf Mobilität und Fitness aus, sondern fördern, wie man heute weiß, auch die Leistung des Gehirns, ja verlangsamen sogar eine beginnende Demenz. Körperliche Inaktivität ist dagegen – neben Bluthochdruck und Übergewicht, einer der Haupt-Risikofaktoren für Demenzerkrankungen.

Besseres Gedächtnis
Auch wenn noch nicht alle Mechanismen geklärt sind, verbessert die körperliche Aktivität laut Forschungsergebnissen den Stoffwechsel sowie die Hirndurchblutung, bremst Entzündungen wie Atherosklerose und senkt nebenbei das Sturzrisiko. Nicht nur soziale Kontakte, auch Muskelkraft fördert die Gedächtnisleistung und Sprachkompetenz. Laut WHO sind dafür pro Woche ca. 150 Min. moderates oder 75 Min. intensives schweißtreibendes Training nötig.

Weniger Entzündungen
Die heilende Wirkung aktiver Muskeln liegt in der Produktion hormonähnlicher Botenstoffe, die sowohl im akuten Krankheitsstadium als auch vorbeugend helfen. Die Ausschüttung des Interleukins-6, das für die Reduzierung der Entzündungen im Körper zuständig ist, wird in den Muskeln beim Training ausgeschüttet. Weitere Botenstoffe wie Myokine sind an unterschiedlichen Stellen gegen Erkrankungen bzw. Entzündungen aktiv und wirken schützend auf Organe und Gefäße. Auch Reha-Kliniken setzen aufgrund der positiven Effekte bei fast jeder Erkrankung auf sportliche Aktivitäten. Die Forschung zu muskulären Botenstoffe ist noch lange nicht abgeschlossen. Eindeutig ist schon jetzt, wie wichtig lebenslange Beweglichkeit und Muskelkraft für die Hirngesundheit sind.

Gefährliche Energydrinks für Kinder und Jugendliche!

Auf Pausenhöfen sind sie unübersehbar: bunte Energydrinks, die wach und fit machen sollen. Dabei ist durch die inzwischen handelsüblichen 500 ml-Dosen eine gefährliche Überdosierung schnell erreicht. Zwei Drittel aller Jugendlichen konsumieren regelmäßig Energydrinks, ohne sich der enthaltenen Menge an Koffein, Zucker, Guarana oder Taurin bewusst zu sein. Zahlreiche Studien belegen, dass das jugendliche Trendgetränk dringend eine Altersbegrenzung oder zumindest gut sichtbare Warnhinweise braucht, um auf die Risiken einer Koffeinüberdosierung aufmerksam zu machen. Experten empfehlen eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren, besser 18 Jahren.

Verbote in anderen Ländern
Obwohl es keine unbedenkliche Koffeinmenge für Kinder unter 12 Jahren gibt, fehlt hierzulande eine nötige gesetzliche Regelung. In Polen, Rumänien, Lettland und Litauen sind Energydrinks erst ab 18 Jahren erlaubt. Akute Probleme bei zu regelmäßigem oder zu hohem Konsum sind Schlafstörungen, Herzrasen bis zu Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Beschwerden und Bluthochdruck. Langfristige Organschäden sind derzeit noch gar nicht bekannt. Auch die bei Jugendlichen stark zunehmenden psychischen Probleme wie Angstzustände, Panikattacken und Depressionen werden inzwischen mit Energydrinks in Verbindung gebracht.

Kritische Grenzwerte
Häufig zur Steigerung der Konzentration eingesetzt, bewirken sie bei jungen Konsumenten durch die entstehenden Schlafprobleme sowie innere Unruhe eher das Gegenteil. Wie so oft, macht die Dosis das Gift. Nach den Vorgaben der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) sollten Kinder und Jugendliche täglich max. 3 mg Koffein pro kg/Körpergewicht konsumieren. Schon zwei 250 ml Dosen mit je ca. 80 mg Koffein genügen bei Jugendlichen mit 50 kg um diese Grenze zu überschreiten. Studien zeigen, dass ca. 10 Prozent der Jugendlichen 1 Liter und mehr in kurzer Zeit trinken. Besonders hoch ist das Risiko bei Herzproblemen, Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht sowie die Kombination mit Stress, Sport oder Alkohol.

Wie man die Hormone beeinflusst!

Bei Hormonschwankungen denkt man vor allem an Pubertät, Wechseljahre, Schwangerschaft oder auch PMS, also an Frauen. Dabei kann jeder, egal in welchem Alter betroffen sein. Diverse Erkrankungen werden durch Schwankungen der Hormone begünstigt oder entstehen erst durch diese wie z. B. Diabetes, Depressionen, MS oder auch Migräne. Akne, Haarausfall und Schlafstörungen gehören ebenfalls dazu. Geraten die Hormone in Schieflage merkt man das sehr schnell durch Stimmungs- oder Leistungsabfall. Der komplette Stoffwechsel wird durch sie gesteuert und kleinste Störungen können zu Beschwerden wie Kopfschmerzen, Unruhe, Verdauungsproblemen oder Müdigkeit führen und auch das Immunsystem negativ beeinflussen.

Zahlreiche Funktionen
Typische Auslöser sind Stress, Vitamin- und Schlafmangel, Umweltbelastungen, Alkohol und Nikotin sowie Schadstoffe in Verpackungen oder Kunststoffen wie PCB, Metalle und Weichmacher. Die Vielzahl von Hormonen bzw. Botenstoffen, die in diversen Drüsen gebildet werden, sind ständig damit beschäftigt Zell- und Körperfunktionen zu regeln. Direkten Einfluss nehmen z. B. die Ernährung, Sport sowie unser Stressmanagement. Ausgewogene, vollwertige, mediterrane oder auch vegetarische Speisen zeigen den größten positiven Effekt. Vitaminreiche Kost mit hochwertigen Fetten sind dabei ausschlaggebend. Avocados, Nüsse und Blattgemüse sowie fetter Fisch wie Lachs sind besonders wertvoll und wirken sich auf Gewicht und Energie aus.

Entspannung und Ernährung
Meditation, Atemübungen oder Walken im Grünen drosseln einen überaktiven Hormonhaushalt und sorgen für einen gesunden Schlaf. Wer Schlafprobleme tagsüber durch reichlich Koffein kompensiert, riskiert, dass die Hormone durcheinandergeraten. Ähnlich wirken Energydrinks in Kombination mit Stress. Besonders empfindlich reagiert die Schilddrüse, indem sie langfristig aus dem Takt gerät. Der neue Trend „Seed-Cycling“ soll durch verschiedene Samen wie Leinsamen, Kürbiskerne und Sesam den Hormonhaushalt vor allem bei Frauen ausgleichen. Belegt ist das aber nicht.

Weizensensitivität erkennen!

Weizen und das enthaltene Gluten haben seit Langem einen schlechten Ruf. Viele Menschen glauben bei Problemen nach dem Essen mit Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen aber auch Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Gelenkschmerzen unter einer Unverträglichkeit wie Zöliakie oder gar einer Weizen-Allergie zu leiden. Immer öfter stellen Ärzte/innen aber fest, dass es sich um eine Weizensensitivität handelt, bei der individuelle Mengen an Gluten noch vertragen werden.

Immer mehr Betroffene
Geschätzte 10 Prozent der Bevölkerung sind hierzulande davon betroffen Diagnostizieren lässt sie sich meist nur per Ausschlussverfahren sowie anhand eines Ernährungstagebuchs. Ein erhöhtes Risiko hierfür haben Patienten mit Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, MS, Diabetes oder bei anderen bestehenden Nahrungsmittelallergien. Die stetig steigende Zahl Betroffener wird u. A. auf genetische Faktoren, industriell verarbeitete Lebensmittel und allgemeine Essgewohnheiten zurückgeführt. Auch die zunehmende allergische Sensitivität spielt eine Rolle.

Anfänglicher Total-Verzicht
Neben dem im Weizen enthaltenen Gluten bzw. Klebereiweiß können auch Proteine (ATIs) oder einzelne Arten von Kohlenhydraten (FODMAP) kritisch sein. Meist tritt eine solche Sensitivität neben typischen Weizenprodukten wie Brot und Pasta auch bei Gerste, Dinkel und Roggen, aber auch bei Einkorn und Emmer auf. Der Auslöser lässt sich nur durch einen anfänglichen Total-Verzicht auf Gluten sowie bei FODMAP auch auf Hülsenfrüchte und Milchprodukte, bestimmen. Eine anschließende Schritt-für-Schritt-Zufuhr macht die individuelle Toleranzschwelle bestimmbar.

Unnötige Glutenersatzstoffe
Wenig sinnvoll ist es ohne Diagnose nur noch spezielle glutenfreie Lebensmittel zu wählen. Durch den geringen Anteil an Ballaststoffen sowie Glutenersatzstoffe könnten andere Verdauungsprobleme entstehen. Insgesamt scheinen traditionell hergestellte Backwaren mit langen Ruhe- und Herstellungszeiten aus älteren Getreidesorten weniger Unverträglichkeiten hervorzurufen als industriell gefertigte Massenware aus neu gezüchteten Weizenarten.

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