Schnelle Hilfe bei Panik-Attacken?

Angststörungen nehmen seit der Pandemie jährlich zu. Die kritische Weltlage und die immer und überall verfügbaren Informationen über Katastrophen und Krisen steuern einiges zu psychischen Problemen bei. Gleichzeitig werden die Wartezeiten für Therapieplätze immer länger und kurzfristige Hilfe bei akuten Problemen wird zunehmend schwierig. Gerade Panik-Attacken treten bei Betroffenen regelmäßig auf, vor allem wenn sie von bestimmten Situationen oder Signalen getriggert werden. Vermeidungsstrategien übernehmen dann meist das Ruder, was dazu führt, dass man sich kaum noch aus dem Haus traut. Dabei wäre schnelle Hilfe möglich, denn auch Panik-Attacken kann man durch eine kurzfristige Konfrontationstherapie in den Griff bekommen. Man kennt diese von den Klassikern wie der Spinnenphobie sowie engen bzw. weiten Räumen oder auch Flugangst.

Konfrontation statt Vermeidung
Studien zeigen, dass auch die Angst vor der Angst auf diese Weise behandelt werden kann. Betroffenen könnte mit einer Art Blitztherapie sogar in nur wenigen Tagen geholfen werden. Just-do-it heißt die Methode, stell dich deinen Ängsten und mach es einfach. So könne man live erleben, dass das Befürchtete eben nicht eintritt: keine Ohnmacht, kein Herzinfarkt, kein Zusammenbruch. Nichts von all dem passiert, wenn man der Situation nicht aus dem Weg geht. Die Blitztherapie ist bei manchen Therapeuten allerdings umstritten, da sie Betroffene unter extremen Stress setzt und die Nachhaltigkeit unsicher sei. Die klassische Expositionstherapie lässt sich für die Konfrontation mehr Zeit. Unter Begleitung des/der Therapeuten/in lernt man Schritt für Schritt die Angst auszuhalten und erlebt, dass diese abnimmt. Hierfür gibt es inzwischen auch Online-Therapieprogramme, die den Engpass fehlender Therapieplätze auffangen sollen.

Sozialer Rückzug als Folge
Ursächlich für Panik-Störungen sind oftmals Überhand nehmende negative Gedanken und soziale Ängste. Gedanken wie: wird mir jemand helfen, wenn ich jetzt das Bewusstsein verliere oder was, wenn ich an der Kasse einfach umkippe, bestimmen den Alltag. Man zieht sich immer mehr zurück, die Probleme nehmen zu und der Allgemeinzustand verschlechtert sich. Dabei wäre es so wichtig mit Freunden und/oder der Familie zu sprechen. Viele erleben dann, dass sie nicht allein damit sind, dass es im Gegenteil vielen so geht und Angststörungen in jedem Alter auftauchen können.

Keine physischen Ursachen
Bei Angstpatienten spielen auch häufig Stress und Überforderung eine wichtige Rolle, beispielsweise in der Schule, vor dem Examen, im Job oder sogar beim häuslichen Chaos mit kleinen Kindern. Körperliche Probleme sind in der Regel nicht zu finden. Herz und Kreislauf sind in Ordnung, selbst der Blutdruck ist in Ruhephasen unauffällig – bis zur nächsten Panikattacke. Nicht selten landet man dann wieder in der Notaufnahme. Aber kaum sind Helfer da, ist der Anfall vorüber und Betroffene fühlen sich wie hysterische Simulanten. In dieser Situation vergehen oft Jahre bis man sich dem Hausarzt anvertraut oder einen Psycho-Therapeuten aufsucht. Sich dem Problem zu stellen und darüber zu reden ist der erste Schritt.

Schlechte Noten für Gesundheitsprävention

Der erste Public Health Index (PHI) sieht Deutschland auf dem vorletzten Platz von 18 untersuchten Ländern in Zentral- und Nordeuropa, knapp vor der Schweiz und hinter den Nachbarn Luxemburg und Österreich. Den Platz des Klassenprimus teilen sich das Vereinigte Königreich und Finnland, gefolgt von Irland und Norwegen. Die skandinavischen Länder so weit oben zu finden, erstaunt wohl kaum jemanden. Großbritannien dagegen zeigt, wie viel man mit den richtigen politischen Entscheidungen in wenigen Jahren für die allgemeine Gesundheit und eine höhere Lebenserwartung tun kann. Entscheidend sind vor allem die Vorgaben, die man Unternehmen in den Bereichen, Tabak- und Alkoholkonsum sowie Ernährung macht. Während Deutschland hier noch immer auf Freiwilligkeit setzt, ziehen andere Länder seit einigen Jahren die Daumenschrauben an – vor allem auch im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes.

Alkohol, Tabak und Zucker reduzieren
Neben dem Zugang zu Alkohol und Tabak wurde in den führenden Ländern der Einsatz von Zucker reduziert bzw. durch Steuererhöhungen der Verbrauch runtergefahren. Während in den meisten Ländern der Alkoholkonsum ganz klar erst ab 18 Jahren zulässig ist, diskutiert man hierzulande noch immer das begleitete Trinken ab 14 Jahren. Düster steht es auch um die Begrenzung stark zuckerhaltiger Getränke und Speisen. Nicht einmal eine eindeutige Kennzeichnung wurde festgelegt, von einer erneuten Zuckersteuer, die hierzulande 1993 abgeschafft wurde, ganz zu schweigen. Die stark zunehmenden Fälle von Adipositas könnte man so eindämmen, ebenso wie verbindliche Standards für Schul-, Mensa- und Kantinenessen schaffen. Einzelmaßnahmen bleiben stark begrenzt und ein eigentlich nötiger Maßnahmenmix liegt noch in weiter Ferne.

Vorsorgen ist billiger als heilen
Allein bei der Bewegungsförderung liegt Deutschland aufgrund zahlreicher regionaler Aktionen und einzelner in die Jahre gekommener Programme wie den Bundesjugendspielen im Mittelfeld. Auch hier gibt es also Nachholbedarf um zu Ländern wie GB, Dänemark und Frankreich aufzuschließen. Gerade in Zeiten, in denen die Kosten für das Gesundheitssystem explodieren, sollten Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge ganz oben auf der Agenda stehen. Wissenschaftlich empfohlene Maßnahmen geben hierfür eine sinnvolle Orientierung – Länder wie GB zeigen wie es gehen kann.

Geringere Lebenserwartung
Laut dem aktuellen PHI spielt mangelnde Prävention bei vier von zehn Todesfällen hierzulande eine wesentliche Rolle. Und das obwohl Deutschland mehr Geld pro Kopf für Gesundheit ausgibt als jedes andere Land in der EU. Trotzdem liegen wir bei der Lebenserwartung inzwischen unter dem EU-Mittelwert. Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Adipositas, Lungenkrebs und Fettleber sind nur eine kleine Auswahl von Erkrankungen, die durch rechtzeitige Prävention verhindert werden könnten.

PHI alle zwei Jahre wiederholen
Die Verantwortlichen der Studie betonen, dass effektive Prävention anders als angenommen, eben keine Privatsache ist. Staatliche Vorgaben wie Werbeverbote, Verkaufsbeschränkungen und zusätzliche Steuern wären zugkräftige Gegenmaßnahmen. Auch die WHO hatte in früheren Studien festgestellt, dass Deutschland internationale Empfehlungen und Richtlinien nur halbherzig umsetze. Um Fortschritte zu überprüfen soll der PHI künftig durch AOK und DKFZ alle zwei Jahre erhoben werden. Die Bereitschaft in der Bevölkerung wäre laut Umfragen im Rahmen des PHI vorhanden. 63 % sind für höhere Steuern für Tabak und Alkohol und 70 % für eine Freigabe erst ab 18. Sogar 89 % wären für eine Werbeeinschränkung für fett-, zucker- und salzhaltige Produkte und 70% plädieren für eine Extraabgabe der Hersteller von stark zuckerhaltigen Softdrinks.

Glückstipps gegen den Winterblues

In der kalten dunklen Jahreszeit kämpfen viele – besonders jüngere Frauen, mit dem Phänomen des Winterblues. Wer im Herbst dem Sommer nachtrauert, bekommt pünktlich zur Zeitumstellung Ende Oktober zunehmend schlechte Laune. Je kürzer die Tage, desto mieser ist die Stimmung – trotz adventlicher Straßenbeleuchtung und heimischem Kerzenzauber. Scheinbar nichts hilft gegen die graue Tristesse, die sich zunehmend auch durch Müdigkeit und Antriebslosigkeit äußert. Der liebste Rückzugsort: das Bett um dabei die Lieblingsserie zu streamen. So dreht sich die Winterblues-Spirale weiter. Schuld hieran ist vor allem der Mangel an Licht. Endorphine oder Glückshormone werden ebenso wie Serotonin durch UV-Strahlung gebildet. Nimmt diese ab, steigt der Melatonin-Spiegel, der uns tagsüber schlapp und müde macht. Der Energiepegel sinkt und mit ihm fällt die Lust auf Bewegung und Aktivität.

Aktiv werden
Umso mehr heißt es dann, das Sofa gegen das Fitnessstudio tauschen und anstelle von Schokolade, Pommes und Weihnachtskeksen einen Obstsalat oder eine Gemüsebowl essen. Statt weiter zu Hause zu faulenzen, sollte der Terminkalender gefüllt werden. Am besten den Kreislauf schon morgens mit Gymnastik oder Yoga in Schwung bringen, während der Mittagspause ein paar Runden im Park drehen und abends, statt wieder Pizza zu bestellen ein gesundes Essen kochen. Auch die Urlaubsplanung für den Winter oder das nächste Jahr kann die Stimmung heben. Hilft das alles nichts, sollte man es mit Tageslichtlampen und täglich 30 Minuten UV-Licht probieren. Manche Krankenkassen geben zum Kauf der Speziallampen auch einen Zuschuss.

Farb- und AromatherapieWem das nicht genügt, der kann zu Pinseln und Farben greifen. Mit gelb- und orangefarbenen Wänden kommt Licht und gute Laune in die eigenen vier Wände. Ähnlich funktioniert eine Aromatherapie mit Jasmin, Bergamotte und Citrusdüften. Auch das sommerliche Lieblingsgericht macht glücklich. Und nicht zuletzt sollte man mit Vitamin D die Schieflage des Hormonhaushalts ausgleichen. Irgendwann kippt der Blues sonst in permanente Gereiztheit und akute Stimmungsschwankungen, die Familie, Partner, Freunde/innen und nicht zuletzt Kollegen/innen nerven. Auch beim Essen kann man gegensteuern: Nüsse, Haferflocken, Soja und Eier wirken anregend auf die Serotoninproduktion. Und typisch winterliche Gewürze wie Ingwer, Kardamom und Safran stärken nicht nur das Immunsystem, sondern fördern ebenfalls die Glückshormone.

Keine Winterdepression
Es lohnt auch ein Blick in den Norden, nach Norwegen, Schweden und Finnland, nämlich darauf, wie die Menschen nördlich des Polarkreises mit dem wenigen Licht umgehen. Von Ende November bis Mitte Januar sieht man während der Polarnacht auch tagsüber keine Sonne. Anders als erwartet leiden die Menschen hier viel seltener an einem Winterblues. Und nicht vergessen: ein saisonales Stimmungstief ist nicht mit einer echten Winterdepression gleichzusetzen. Der Winterblues fordert letztlich nur eine Anpassung an die winterlichen Lebensumstände. Dicke Socken und Wollpullis, Kerzenlicht und ein heißer Eintopf sowie der regelmäßige Gang in die Sauna machen auch kalte Tage attraktiv. Und vielleicht wartet ja auch ein Spaziergang durch verschneite Wiesen und Wälder auf uns. Der sorgt garantiert für gute Laune.

Wie hilft Rotlicht bei Haarausfall?

Rotlichtgeräte für alle möglichen gesundheitlichen Zwecke liegen gerade im Trend. Ging es früher vor allem um das Lockern muskulärer Verspannungen und Gelenkbeschwerden, findet man heute Gesichtsmasken, Handgeräte und großflächige Strahler in allen möglichen Varianten für unterschiedlichste Probleme. Sogar in Bürstenform und als Kopfhauben gibt es sie zur Bekämpfung von Haarausfall. Moderne Geräte können offenbar mehr als Nasennebenhöhlen und Bronchien bestrahlen. Das infrarote Licht trifft mit einer bestimmten Wellenlänge auf Haarfollikel und Gewebe, regt die Durchblutung an und wirkt entzündungshemmend. Insgesamt kann Rotlicht somit positiv das Haarwachstum beeinflussen und vorzeitigem Haarausfall entgegenwirken. Vorausgesetzt es handelt sich um eine androgenetische Alopezie, also erblich bedingten Haarausfall, und nicht um die kreisrunde oder nur temporäre Variante. Für die letzteren gibt es derzeit noch zu wenig Studien, die eine Wirkung belegen.

60 Minuten pro Woche
Langwelliges Rot- und Nahinfrarotlicht dringt anders als normale Lichtwellen in tiefer liegende Hautschichten ein. Im Gegensatz zu UV-Strahlen können sie beispielsweise keinen Sonnenbrand verursachen. Die Studienergebnisse zeigen, dass eine Behandlung von rund 60 Minuten wöchentlich, aufgeteilt auf mehrere Sitzungen von 10 bis 20 Minuten (abhängig vom Modell) den größten Effekt hat. Nach ca. 16 Wochen erkennt man in der Regel sicht- und messbare Ergebnisse durch volleres oder dickeres Haar. LED-Rotlicht-Kämme wirken dabei ebenso wie Rotlicht-Helme, mit einer Wellenlänge von 630 bis 660 nm (Nanometer).

Wachstumsphasen verlängern
Das Rotlicht verlängert offenbar die Lebensdauer eines Haares. Bei vorzeitigem Haarausfall sind einzelne der drei regulären Wachstumsphasen meist verkürzt oder die Übergänge gestört, was zu einem verfrühten Ausfall führt. Dem wirken die Rotlichtwellen entgegen. Vermutlich liegt es an der Kombination aus besserer Nährstoffversorgung der Haarwurzeln, einer verstärkten Durchblutung sowie der optimierten Energieproduktion in den Zellen. Vorzeitiger Haarausfall betrifft und belastet nicht nur Männer, sondern auch Frauen, insbesondere nach Schwangerschaft oder der Menopause. Weltweit ist mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung von Alopezie betroffen.

Kann man auf Apotheken verzichten?

Angesichts einzelner Zeitungsartikel kann man den Eindruck bekommen, Apotheken seien überflüssig geworden. Die Promi-Werbung der Versandapotheken tun ihr Übriges dazu und inzwischen wollen auch Supermärkte und Drogerieketten in den Handel mit freiverkäuflichen Medikamenten einsteigen. Was also ist dran am Kommentar der FAZ: „Keiner braucht die Apotheken“?. Vor allem auf deren gerühmte Beratungskompetenz könne man, laut dem FAZ-Redakteur, gut verzichten. Bei Aspirin, Ibu & Co. sei diese unnötig und bei Rezepten kämen die Infos ohnehin von der Arztpraxis. Sicher, heute hat man viel mehr Möglichkeiten seine Medikamente zu bekommen als noch vor einigen Jahrzehnten. Das Internet hat neue Wege eröffnet und auch den Pharmamarkt auf den Kopf gestellt.

Apotheken-Bote vs. Paketdienst
Das Netz ist voll von Gesundheitsinformationen – auch zu Wirkstoffen und Medikamenten und genau da liegt das Problem. Für Laien ist die Flut an Informationen kaum zu überschauen und schon gar nicht sinnvoll zu bewerten. Bräuchten wir alle keinerlei Beratung zu Medikamenten, hätten Versandapotheken inzwischen längst das Ruder am Markt übernommen. 1999 erschien DocMorris als Pionier erstmals auf der Bildfläche. Zu der Zeit war an eine Belieferung mit rezeptpflichtigen Medikamenten per Paketboten noch nicht zu denken. Erst die Politik hat diesen Weg geebnet. Auf der Strecke blieben dabei die kontinuierliche Beratung und Betreuung der Patienten. Hinzukamen aber vielerorts Angebote der Vorort-Apotheken, bestellte Medikamente per Boten zu liefern – noch am selben oder spätestens am nächsten Tag. Ein Service, den inzwischen fast alle Apotheken bieten und der auch bei uns gern und viel genutzt wird.

Persönliche Beratung statt Call-Center
Wer zur Einnahme verschriebener Arzneimittel Fragen hat, braucht die Apotheke alle Mal. Viele Praxen sind in Zeiten massiven Personalmangels telefonisch nur noch schwer erreichbar, müssen Telefonzeiten oft reduzieren und wickeln die Terminvergabe teilweise online ab. Medikations-Probleme tauchen häufig erst auf, wenn man die Medikamente zu Hause vor sich hat, die Beipackzettel liest oder sich im besten Fall über die Kombination mit all den Pillen und Pülverchen Gedanken macht, die man sonst noch nimmt, von denen der/die Arzt/Ärztin aber nichts weiß. Gerade um mögliche Neben- und Wechselwirkungen zu verhindern oder aufzuklären sind wir da. Versandapotheken versuchen diese Lücke über Callcenter oder Telemedizin irgendwie zu schließen. Dank KI wird dieser Service vermutlich künftig über elektronische Chatbots abgedeckt werden, die hoffentlich erkennen, wann eine Frage gefährlich werden könnte.

Notwendiger Notdienst
Und wie sieht es mit den Notdiensten aus? Immer öfter berichten Apotheken über stark genutzte Sonntags- und Nachtnotdienste. Auch hier spürt man den Druck, der auf unserem Gesundheitssystem lastet. Wer steht in der Schlange vor der Notdienstklappe? Oftmals Eltern, die mit Kleinkindern aus der Notaufnahme nachts oder an Feiertagen mit einem Rezept nach Hause geschickt werden, Krankenhauspatienten mit Entlass-Rezepten, aber immer öfter auch Patienten mit Rezepten, die tagsüber nicht eingelöst werden konnten. Nur noch selten geht es dagegen um die früher typischen „Notlagen“ wie Hygieneartikel, Baby-Ersatzmilch oder vergessene Kondome. Allen Notdienstkunden wird sofort geholfen. Auch deshalb dürfen Notdienste nur von Apothekern/innen geleistet werden – die inzwischen in solchen Nachtschichten kaum noch zum Schlafen kommen und nicht selten am nächsten Tag wieder in der Apotheke stehen.

Sparen kann man auch bei uns
Wer also die Frage: „Wozu Apotheken nötig sind?“ ebenso negativ beantwortet wie der FAZ-Kommentator Ende Oktober, ist offenbar nie krank, hat keine Familie oder Kinder und kennt sich mit den Fallstricken unseres Gesundheitssystem nur mäßig aus. Jedes Rezept, dass bei uns oder der Apotheke um die Ecke und nicht im Versandhandel landet, stützt die Vorort-Apotheken und verhindert neue Schließungen, ebenso wie die Nutzung unserer Rabatt-Coupons oder der Blick in unsere monatlich wechselnden Angebote, die man übrigens auch in unserem Online-Shop findet. Zum Sparen braucht man nämlich keine Versandapotheke. Und mehrere Tage auf sein Rezept-Medikament warten, muss bei uns auch niemand. Selbst dann nicht, wenn ein Mittel offiziell gerade nicht lieferbar sein sollte.

Kommt die Apothekenreform noch 2025?

Der Deutsche Apothekertag diente Ende September der Bundesgesundheitsministerin Warken als Plattform zum Testen Ihrer Reformpläne. Was ihr für die Zukunft der deutschen Apotheken vorschwebt, ist jedoch weniger die erhoffte Stütze, als vielmehr ein schlecht kaschiertes Reförmchen. Die bitter notwendige Honorarerhöhung sei nicht möglich, betonte sie in ihrem Auftritt vor der Apothekerschaft. Die Eckpfeiler dieses sogenannten Reformpakets bestehen vor allem aus einem Versandverbot für Medizinisches Cannabis sowie Mehrarbeit der Apotheken bei weiterhin seit vielen Jahren stagnierenden bzw. rückläufigen Einnahmen. Angesichts fehlender Mitarbeiter/innen sind zusätzliche Aufgaben für die meisten Apotheken ohnehin nur schwer zu leisten.

Keine Honorarerhöhung
Entsprechend eisig war die Stimmungslage beim ersten Zusammentreffen von Apothekerschaft und Gesundheitsministerin. Die Apotheken sollen stärker in die präventive Gesundheitsversorgung eingebunden werden, aber ohne diese Leistungen angemessen zu honorieren. Inzwischen wurden Details bekannt, welche neuen Verantwortungen PTAs bekommen sollen, um Apotheken, die über zu wenige Pharmazeuten verfügen, zu entlasten und das Apothekensterben auf dem Lande zu stoppen. Letztere könnten sich laut dem ersten Referentenentwurf zumindest über eine Erhöhung der Notdienst-Pauschale freuen.

PTAs in Leitungsfunktion?
Ganze 20 Tage übers Jahr verteilt dürften PTAs, laut Referentenentwurf, ohne Apotheker/in eine Apotheke führen. Bisher waren Apotheken bei Engpässen gezwungen vorrübergehend zu schließen, was bei kleineren Apotheken mit wenigen Mitarbeiter/innen durchaus passieren kann. Mit entsprechend qualifizierten erfahrenen PTAs ließen sich also kurzfristige Notlagen überbrücken. Ob sich dafür die zusätzliche zweijährige Fortbildung aber lohnt, bleibt zweifelhaft. Es droht offenbar die zigste Reform ohne, dass sich etwas grundlegend verbessert, weder für Patienten/innen, noch für Apotheken. Weder Lieferengpässe, noch die klamme Wirtschaftslage würden behoben, von neuen Perspektiven für künftige Apothekergenerationen ganz zu schweigen.

Mehr Probleme als Lösungen
Auch die Ärzteschaft sieht das Bundesgesundheitsministerium aktuell auf einem Irrweg, da man Kompetenzen der Hausarztpraxen auf die Apotheken verschieben will. Allerorts herrscht schlechte Stimmung und es wird immer deutlicher, dass auch dieses Jahr die Politik die bundesweite Apotheken-Schließungswelle nicht abbremsen wird. Auch nicht durch die jetzt von der Gesundheitsministerin befürwortete sogenannte Verhandlungslösung, bei der die Vergütung für die Medikamentenabgabe direkt zwischen dem Apothekerverband und dem Verband der gesetzlichen Krankenkassen ausgehandelt werden soll. Die geforderte und dringend notwendige Erhöhung des Fixums, das seit 20 Jahren unverändert ist, wird weiterhin verschoben.

Fake-Produkte für Diabetiker und Herzpatienten im Netz

Seit Anfang des Jahres mehren sich Meldungen über Fake-Angebote und gefährliche Online-Empfehlungen für Diabetiker/innen und chronisch Kranke wie Herzpatienten. Verbraucherzentralen und Diabetes-Verbände warnen inzwischen vor falschen Webseiten und Online-Shops, die in sozialen Netzwerken beworben werden. Oft findet man hier neben gefälschten Logos auch Fake-Videos von Prominenten, die die Wirkung der scheinbaren Wundermitteln propagieren. Aktuell geht es dabei insbesondere um die Werbung für Mikronadelpflaster zur Blutzuckerregulierung. Auch neue angeblich unblutige Blutzuckermessgeräte werden angeboten, die sich bei Lieferung meist als herkömmliche Pulsoximeter herausstellen.

Gefakte Promi-Statements
Gar nicht so leicht zu erkennen sind Fakes, wenn gefälschte Logos von Verbänden und Institutionen verwendet werden. Die DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) bemängelt, dass Facebook, Instagram und TikTok inzwischen quasi als rechtsfreier Raum missbraucht würde. Prominente TV-Talker, Journalisten/innen und Mediziner/innen und sogar Politiker/innen wie Ex-Kanzlerin Angela Merkel wehren sich oft juristisch gegen derlei Video-Fakes, in denen man ihnen falsche Statements in den Mund legt.

Vorsicht vor Wundermitteln
Typische Kennzeichen von Fake-Produkten und -Shops sind übertrieben dargestellte Heilsversprechen sogenannter Wundermittel. Dahinter stecken oftmals Anbieter aus dem Ausland ohne eine Zulassung für medizinische Produkte und mit nur einem einzigen Interesse: kranken Menschen mit falschen Versprechungen zu Bestellungen zu bringen. Und hierfür sind alle Mittel recht. Besonders indem vorgetäuscht wird, dass andere hiermit bereits gesund wurden. Wer bei derlei Fake-Shops bestellt, bekommt entweder gar keine oder minderwertige Ware. Ein wichtiges Kennzeichen für Fake-Shops oder -Webseiten ist ein fehlendes oder unvollständiges Impressum sowie nicht vorhandene Kontaktmöglichkeiten, auch Rücksendungen sind meist nicht möglich. Fragen Sie im Zweifelsfall vor einer Bestellung bei Ihrer Hausarztpraxis oder auch bei uns nach.

Schlafbeeren-Präparate – für manche gefährlich!

Wenn man sich unter dem Stichwort „Schlafprobleme“ im Netz umschaut, landet man oft bei Präparaten mit dem Wirkstoff Ashwagandha bzw. der Schlafbeere. Hierzulande wird sie jedoch nicht als Medikament, sondern als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) verkauft. So umgehen Hersteller notwendige Studien und Kontrollen. Beides wäre im Sinne des Verbraucherschutzes vor allem aufgrund der notwendigen Reinheit und Dosierung wichtig. Laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) ist die Schlafbeere aber bislang weder in ihrer Wirkung noch den Risiken ausreichend untersucht. Hinzu kamen aktuelle Berichte von Leberschäden nach der Einnahme von Ashwagendha, die letztlich das BfR im September 2024 dazu bewogen haben, eine offizielle Warnung insbesondere für Kinder, Schwangere und Stillende sowie für Menschen mit Lebererkrankungen herauszugeben. Die Schlafbeere, auch indischer Ginseng oder Winterkirsche genannt, gilt als bedeutende Heilpflanze des Ayurveda und wird seit Jahrhunderten bei stressbedingten Schlaf- und Angststörungen eingesetzt.

Stress leichter abbauen
In der alternativen Medizin nutzt man Ashwaghanda als Pulver aus Wurzeln und Blättern – nicht jedoch die Beeren, zur Beruhigung, Stressminderung und Stimmungsaufhellung. Es gilt als Adaptogen, d. h. als ein Mittel, das die körperliche Anpassungsfähigkeit fördert. Sie soll unempfindlicher gegen Stress machen, indem sie das Stresshormon Cortisol reduziert. Um die richtige Dosierung zu finden, ist es wichtig die Konzentration des Wirkstoffes zu kennen, die in Nahrungsergänzungsmitteln als Pulver oder in Form von Kapseln aber selten ausgewiesen werden.

Kritische Risiken
Auch mögliche Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen und Schwindel werden, wie bei Nahrungsergänzungsmittel üblich, nicht erwähnt, ebenso wenig wie mögliche Wechselwirkungen mit Blutdrucksenkern und Hormonpräparaten. Entsprechend kritisch ist die Einnahme für Herz-Kreislauf-Patienten und Diabetiker sowie bei Störungen der Schilddrüse. Das BfR warnt deshalb auch bei diesen Vorerkrankungen vor der Einnahme von Ashwagandha-Präparaten. Wer die Heilwirkung der Schlafbeere testen, Probleme und Nebenwirkungen aber vermeiden will, sollte sich an eine/n Naturheilkundliche/n Mediziner/in wenden und hier die nötige Dosierung klären. Denn auch bei Naturpräparaten gilt: rein pflanzlich heißt nicht immer harmlos.

Wie die Bären-Apotheken Lieferprobleme lösen

Es gibt sie noch immer und sie werden vermutlich in diesem Herbst wieder zunehmen: die Lieferprobleme häufiger, aber auch selten angefragter Medikamente. Man findet sie in fast allen Bereichen, ob wichtige Mittel für Diabetiker, für Krebs- oder auch Schilddrüsenpatienten, oft benötigte Antibiotika oder spezielle Medizin für die Kleinsten. Wir versuchen immer unseren Kunden/innen eine Odyssee durch die Apotheken oder langwierige Online-Recherchen zu ersparen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, jedes Rezept, das bei uns ankommt, zeitnah zu bedienen. Das fordert von jedem/r Mitarbeiter/in die sofortige Suche nach möglichen Alternativen. Wird aber nur das verschriebene Medikament gewünscht, nehmen wir Kontakt zum Hersteller auf um eine mögliche spätere Lieferbarkeit zu klären.

Langwierige Recherchen
Kunden/innen, die bei uns digital in der Kundendatei erfasst sind, können wir bei längeren Verzögerungen oder kreativen Lösungen oft besser betreuen bzw. informieren. Da E-Rezepte nach 28 Tagen verfallen und somit rechtzeitig abgerechnet werden müssen, stellen stark verzögerte Lieferungen für uns ein besonderes, nämlich kostspieliges Risiko dar. Auch deshalb versuchen wir Artikel mit bekannten Lieferproblemen ausreichend am Lager zu haben. Zusagen des Pharmagroßhandels sind oft unsicher und die Apotheken werden leider nicht immer gleichmäßig bedient. Die ungünstigste Situation, den Kunden oder die Kundin wegen eines neuen Rezeptes wieder zur Arztpraxis zurückschicken zu müssen, versuchen wir möglichst zu vermeiden. Leider ist es manchmal nicht anders möglich – vor allem bei Kunden, die nicht in unserer Kundendatei erfasst sind oder ein Papier-Rezept vorlegen. Sonst können auch Mitarbeiter/innen im Backoffice langwierige Recherchen abwickeln und die Kunden/innen nachträglich informieren oder gemeinsam Alternativen abstimmen.

Medizinal-Cannabis gerät politisch unter Druck

Die neue Regierung hatte bereits im Koalitionsvertrag eine Überprüfung des liberalisierten Cannabisgesetztes des letzten Gesundheitsministers angekündigt. Die Korrekturen wurden nun veröffentlicht und sollen nach der parlamentarischen Sommerpause verabschiedet werden. Die geplanten Änderungen betreffen vor allem den Versand und die Verschreibungspflicht medizinischer Cannabisblüten. Die meisten Apotheken und auch Arztpraxen begrüßen die Ankündigungen, da der Missbrauch, der durch einige Gesetzesschlupflöcher möglich war, eingedämmt würde. Online-Versender und viele Konsumenten sind jetzt alarmiert und auch auf den Versand spezialisierte Apotheken würde das neue Gesetz hart treffen.

Kein Versand mehr
So manche Apotheke hatte sich durch die Versorgung von Cannabis-Patienten ein zusätzliches Standbein aufgebaut. Nach den geplanten Gesetzesänderungen würde der Bezug über Apotheken nur noch direkt vor Ort oder über regionale Boten möglich sein. Der Versandhandel würde dann künftig unter Strafe stehen. Auch die aktuell gern genutzte Online-Verschreibung per Videosprechstunde oder Fragebogen würde so unterbunden. Aufgrund dieser lockeren Verschreibungspraxis hatte sich der Import von Medizinal-Cannabis im ersten Quartal 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als vervierfacht. Gleichzeitig ist die Menge des verschriebenen und von den Krankenkassen erstatteten Medizinal-Cannabis nicht annähernd im selben Umfang gestiegen.

Mehr Kontrollinstanzen
Schlecht sähe es durch das geplante Versandverbot für Cannabis-Patienten im ländlichen Raum aus. Eine künftige Apothekenpflicht wäre dagegen eher im Sinne des Verbrauchers und einer kontrollierten Qualität. Aktuell führen die angekündigten Änderungen zu einem massiven Anstieg der Nachfrage und stark sinkenden Preisen. Deshalb warnen spezialisierte Apotheker bereist vor dem Risiko von Verunreinigungen und mangelnder mikrobiologischer Qualität. Der Apothekerverband ABDA fordert deshalb neben der Verschreibungs- und Apothekenpflicht eine künftig einheitlich geregelte Preisbildung für Medizinal-Cannabis.