Aktuelle PTA-Ausbildung und -Patenschaften

Der größte Teil der Ausbildung zum/zur Pharmazeutisch Technische/n Assistenten/in findet an Berufsfachschulen statt. Es ist noch nicht lange her, da fiel für diese Zeit ein Schulgeld an. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Zwar gibt es neben den staatlichen Schulen noch immer einzelne private PTA-Schulen, aber auch die hier anfallenden Schulgebühren können über das Land, durch BAföG oder Bildungsgutscheine gefördert werden. Zugangsvoraussetzung für angehende PTAs ist ein Real-Schul-Abschluss. Mit Abitur lässt sich allerdings die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzen. Der schulische Teil wird bestimmt von naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie, Pflanzen- und Arzneimittelkunde, Labor und Rezepturherstellung sowie daneben von den betrieblichen Anforderungen des Apothekenalttags wie IT, Arzneimittelverwaltung inkl. Sortimentspflege. Es wundert deshalb nicht, dass bei den Abschlusszeugnissen der Bewerber/innen vor allem auf die Noten in den Naturwissenschaften und Mathematik geachtet wird.

Tägliche Gesundheitsberatung
Für PTAs stehen in der Apotheke immer die Kunden/innen und ihre Gesundheitsberatung im Mittelpunkt. Dieser Beruf verbindet naturwissenschaftliches Wissen und seine praktische Anwendung mit dem direkten Kontakt zum Menschen. Um sich diese wichtigen praktischen Kompetenzen anzueignen sind zwei Praktika während und nach der schulischen Ausbildung nötig. Der schulische Abschluss erfolgt mit dem ersten Prüfungsteil und das sich anschließende 6-monatige Praktikum schließt mit dem zweiten Prüfungsteil ab.

Patenschaften seit 2023
Um möglichst früh den Kontakt zur Apotheke zu bekommen, in der man das Praktikum absolviert, wurde in Baden-Württemberg 2023 die PTA-Patenschaft eingeführt. Schon während der schulischen Ausbildung bekommt man so den direkten Kontakt zur Apotheke und kann schon vor dem Pflichtpraktikum praktische Vor-Ort-Erfahrungen sammeln. Statt sich während der Schule durch Aushilfsjobs Geld dazu zuverdienen, wird im Rahmen einer PTA-Patenschaft das Jobben direkt in der Apotheke möglich.

Von Anfang an Teil des Teams
Aufgrund des ständigen Fachkräftemangels ist dies für beide Seiten eine Win-Win-Situation. Die angehenden PTAs bekommen schon während des theoretischen Lernens praktisches Fachwissen vermittelt und die Patenschafts-Apotheke profitiert von fachnahen Aushilfskräften, die man frühzeitig an das Apotheken-Team binden kann. Die Bären-Apotheke engagiert sich von Beginn an als PTA-Patenschafts-Apotheke.

Von der Abnehmspritze wegkommen

Die erfolgreichen Abnehmspritzen, die seit einigen Jahren Adipositaspatienten/innen dabei helfen zugig Kilos zu verlieren, führt laut neuer Studien nach dem Absetzen schnell zum Ausgangsgewicht zurück. Während in den ersten 4 Wochen noch nicht viel passiert, nehmen die meisten ab der 8. Woche monatlich im Durchschnitt um 0,4 kg zu. Im Vergleich dazu beläuft sich die Zunahme bei Personen, die ihre Gewichtsreduzierung durch Sport und eine Ernährungsumstellung erreicht haben, nach einem Rückfall in alte Verhaltensmuster nur auf 0,1 kg monatlich. Bei den meisten, die sich allein auf die Abnehmspritze verlassen haben, ist das ursprüngliche Gewicht  nach 1,5 bis 2 Jahren wieder erreicht. Auch zusätzliche Gesundheitsvorteile wie niedrigerer Blutdruck, Blutzucker und Blutfett-Werte waren mit der erneuten Gewichtszunahme wieder verschwunden. Der schlechte Stand vom Beginn der Behandlung war also schnell zurück.

Jo-Jo-Effekt reduzieren
Das Fazit der Studien lautet deshalb aktuell: die Abnehmspritzen allein reichen nicht aus, es braucht unbedingt eine Kombination mit einer Verhaltensänderung sowie Ernährungsumstellung um das erreichte Gewicht langfristig halten zu können. Alternativ müsste ein Ausschleichen des Wirkstoffes über einen längeren Zeitraum getestet werden, um die rapide Gewichtszunahme zu verhindern. Auch eine Dosisreduktion als Dauertherapie wird geprüft. Es werden weitere langfristige Studien und Untersuchungen notwendig sein, um den auftretenden Jo-Jo-Effekt der Abnehmspritzen zu reduzieren oder in den Griff zu bekommen. Besonders stark war dieser Effekt bei den Patienten/innen mit sehr großem Gewichtsverlust gegenüber jenen mit nur moderater Abnahme.

Zukünftige Abnehmpille?
Es zeichnet sich derzeit ab, dass man sich für eine erfolgreiche langfristige Behandlung entweder auf eine Kombination aus einer Verhaltensänderung plus einer medikamentösen Abnehmspritze einstellen muss. Oder eine dauerhafte Einnahme wäre erforderlich, was für die meisten Betroffenen bei Kosten von mehreren 100 Euro pro Monat finanziell kaum zu stemmen wäre. Eine mögliche langfristige Alternative könnte die Abnehmpille werden, die nach demselben Wirkprinzip funktioniert, sich derzeit aber noch in der Studienphase befindet.

Neue Wirkstoffe gegen Migräne

2025 war theoretisch ein gutes Jahr für Migräne-Geplagte – zumindest für jene, die zu den Patienten gehören, die von den neuen Medikamenten profitieren. Weltweit sind rund 3 Milliarden Menschen von regelmäßigen Migräneattacken betroffen, die neben stechenden Kopfschmerzen das Leben durch Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen massiv beeinträchtigen. Migräne ist inzwischen eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer, was sich vermutlich auf die monatlichen Hormonschwankungen als Auslöser zurückführen lässt. Eine individuell besser angepasste Therapie ist seit seiner Markteinführung durch den Wirkstoff Gepante nun auch hierzulande möglich.

Mehr Prävention
Das Mittel Atogepant soll vor allem Patienten mit chronischer Migräne oder sehr häufigen Migräne-Episoden helfen und wird verstärkt präventiv eingesetzt. Gepante docken an den Botenstoffen CGRP an, die zu Migräne-Anfällen führen und werden insbesondere Patienten verschrieben, bei denen die gängigen Triptane oder auch die bekannte Antikörper-Therapie nicht helfen oder durch bestehende Herz- oder Gefäßprobleme nicht eingesetzt werden dürfen. Ein Ausschluss-Kriterium sind auch Nieren- oder Leberfunktionsstörungen. In den USA sind neue Gepante schon länger auf dem Markt und zeigen bislang wenige Nebenwirkungen. Mitunter kann es zu Verdauungsbeschwerden und Gewichtsverlust kommen.

Zahl der Attacken reduzieren
Ein weiteres Mittel unter der Abkürzung PACAP, das zu den Signalmolekülen zählt, rückt derzeit einen anderen Ansatz in den Fokus der Migräneforschung. Auch hier geht es vor allem um die Prävention und Reduzierung von Migräne-Attacken. Die neuen Wirkstoffe Rimegepant und Lasmiditan sind dagegen auch bei bereits bestehenden Anfällen einsetzbar. Was für wen geeignet ist, hängt stark von der individuellen Ausgangslage ab. Neurologen und Kopfschmerzexperten hoffen durch die neuen Wirkstoffe zu erreichen, was bisher kaum möglich war, künftig allen Migräne-Patienten helfen zu können,

Neue Migräne-Leitlinien
Als nicht-medikamentöse Therapie, die auch für Jugendliche ab 12 Jahren einsetzbar ist, gilt die neue Remote Electrical Neuromodulation. Hierbei werden während einer Migräne-Attacke die Nerven am Oberarm elektrisch stimuliert und so die Schmerzintensität der Kopfschmerzen reduziert. Aufgrund dieser zahlreichen neuen Therapieansätze hat die Deutsche Hirnstiftung die Leitlinien zur Migränetherapie aktualisiert und eine neue Version für Patienten veröffentlicht.