Gesundheitstipps
Gefäßverschlüsse durch Lipoprotein(a)?
Neben dem bekannten Risikofaktor LDL-Cholesterin gibt es für das Herz-Kreislaufsystem und die Blutgefäße ein Protein, das bislang eher vernachlässigt wurde. Das Lipoprotein(a) ist im Grunde wichtiger als der Cholesterinwert, bislang aber nur schwer zu beeinflussen. Aktuell laufen Studien zu einer Reihe neuer Medikamente, die das Lipoprotein(a) reduzieren könnten. Viele Betroffene wissen nicht mal, dass sie einen erhöhten Lipoproteinwert haben. Man spürt ihn nicht und er gehört selten zu den hausärztlichen Standardkontrollen. Wenn allerdings bereits Thrombosen, Embolien oder eine Arteriosklerose vorliegen bzw. im familiären Umfeld gehäuft Infarkte oder Schlaganfälle auftreten, wird in der Regel auf diesen speziellen Fettwert geachtet. Immer öfter wird gefordert, dass künftig mindestens einmal im Leben der Lipoprotein(a)-Wert kontrolliert werden solle um sich auf ein erhöhtes Risiko für Herz- und Gefäßprobleme einstellen zu können. Bei Frauen wäre dies eher zweimal nötig – vor und nach der Menopause, da sich der Stoffwechsel dadurch stark verändert.
Fettstoffwechsel beachten
Grundsätzlich sollte man, obwohl der Lp(a)-Wert genetisch bedingt ist, auf alle Faktoren achten, die sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirken, wie Ernährung, Gewicht, Bewegung und das tägliche Stressmanagement. Auch Erkrankungen wie Diabetes mellitus und eine Schilddrüsenunterfunktion sind für diesen oft ungünstig und sollten gut eingestellt sein. Cholesterinsenker wie Statine sprechen nicht in jedem Fall auf Lipoproteine an. Es gibt aber natürliche Mittel wie Enzyme, Ballaststoffe und Heilpflanzen, mit deren Hilfe man den Lipoproteinspiegel positiv beeinflussen kann. Eine drastische Senkung darf man allerdings nicht erwarten. Hierzu gehören L-Carnitin sowie das Coenzym Q10, Pektin aus Äpfeln und Zitrusfrüchten und außerdem Ginkgo sowie Curcumin. Eine ausgewogene vollwertige Ernährung mit wenig Transfetten (aus Fertigprodukten) sowie Fastfood unterstützt am besten den Fettstoffwechsel und schützt die Gefäße vor Ablagerungen.
Kann man Omega-3 überdosieren?
Omega-3-Fettsäuren schützen vor Herz-Kreislauf-Beschwerden, halten die Gefäße fit, lindern Gelenkschmerzen und sind wichtig für den Zellstoffwechsel. Zu viel kann allerdings schädlich und bei Vorerkrankungen sogar gefährlich werden. Omega-3 kommt besonders in Meeresfischen wie Lachs, Makrele und Hering vor sowie in Leinöl, Walnüssen und Meeresalgen. Empfohlen werden zwei Portionen Fisch pro Woche. Omega-3 wird aber oft als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Fischölkapseln zugeführt und gehört inzwischen zu den am häufigsten eingenommenen Nahrungsergänzungsmitteln. Die Analyse aktueller Studien mit insgesamt 80.000 Patienten hat jetzt ein dosisabhängiges Risiko für Herzrhythmusstörungen bzw. Vorhofflimmern bei mehr als 1g bzw. 1000 mg Omega-3 täglich entdeckt.
Vorsicht vor hochdosierten Produkten
Betroffen sind vor allem jene, die bereits unter Herzerkrankungen oder Bluthochdruck leiden sowie eine erhöhte Blutungsneigung aufweisen. Auch Patienten mit hohen Triglyzeridwerten wird häufig geraten, diese durch die Einnahme von Fischölkapseln zu verbessern. Eine tägliche Höchstmenge von Omega-3-Fettsäuren gibt es offiziell bisher nicht.Dies bedeutet, wie bei jedem Medikament, Wirkung und mögliche Nebenwirkungen abzuwägen. Hier ist der Arzt bzw. die Ärztin gefragt eine passende Dosierung zu finden. Vorsichtig sollte man bei hochdosierten Produkten aus dem Internet und deren Einnahmeempfehlungen sein. Auch so manches Drogerieprodukt ist hier eher kritisch zu bewerten.
Omega-Balance beachten
Eine Standarddosierungsempfehlung wird auch durch das Zusammenspiel von Omega-3 und Omega-6-Fetten im Körper erschwert. Liegen letztere im Körper in größeren Mengen vor, z. B. durch Distel-, Sonnenblumen-, Soja- oder Maiskeimöl, blockiert dies die Verwertung von Omega-3. Man spricht deshalb auch von einer Omega-Balance, die sich aus den vorhandenen ungesättigten Fettsäuren ergibt. Vorsicht ist auch bei sogenannten Omega-Ölen geboten, die überwiegend Omega-6 liefern. Lassen Sie sich bei der Wahl eines Omega-3-Präparats von uns beraten.
Wie viel Schweiß ist noch gesund?
Schwitzen ist wichtig, aber was zu viel ist, ist zu viel. Unter extremem Schweißfluss leiden hierzulande 1 bis 2 % der Bevölkerung – nicht nur im Sommer. Aber bei Hitze wird eine Hyperhidrose zunehmend belastend, da sie sich unter dünner Kleidung schwer verstecken lässt. Neben Achseln und Füßen können auch Kopf und Hände betroffen sein. Ausgelöst wird sie meist durch Probleme im Hormonhaushalt oder dem autonomen Nervensystem. Auch Autoimmunstörungen wie z. B. Diabetes, Rheuma und Schilddrüsenerkrankungen sind mitunter Auslöser von Schweißattacken. Sie verstärken sich bei körperlicher Aktivität sowie psychischer oder emotionaler Anspannung.
Auf Chili und Alkohol verzichten
Auch Speisen können das Schwitzen verstärken. Scharfe Gewürze sowie Kaffee, Tee und Alkohol, die den Stoffwechsel ankurbeln, sollte man besser meiden. Nicht zuletzt gehört verstärktes Schwitzen zu den möglichen Nebenwirkungen einzelner Arzneimittel wie Blutdruck- und Schilddrüsenmedikamente, Kortison Präparate oder Antidepressiva, die Hormone, Stoffwechsel oder Nervensystem beeinflussen. Daneben können auch chronische Schmerzen und Angststörungen vermehrtes Schwitzen auslösen, aktiviert durch Stresshormone oder den Sympathikusnerv. Nicht außer Acht lassen sollte man außerdem einen Mangel an Vitamin D und B12 oder eine mögliche Histaminintoleranz.
Salbei mindert Schweiß
Nicht selten versuchen Betroffene bewusst weniger zu trinken, was aber dazu führt, dass der Körper dehydriert und wichtige Nährstoffe entzogen werden. Ohnehin ist es wichtig auf ausreichend Elektrolyte und eine vollwertige Ernährung zu achten. Ein natürlicher Schweißhemmer ist Salbei. Ein bis zwei Tassen Salbeitee pro Tag können den Schweißfluss reduzieren. Dermatologen*innen und auch Internisten*innen behandeln Hyperhidrosen in erster Linie durch Salben bzw. Sprays, die die Produktion der Schweißdrüsen drosseln oder im zweiten Schritt mit Hilfe von Medikamenten, die das Nervensystem beruhigen. Ist die psychische Belastung groß, helfen lokale Botoxspritzen und als letztes Mittel auch das operative Entfernen von Schweißdrüsen.
Wirkt Natto wie ein natürlicher Blutverdünner?
Japanisches Natto entsteht aus fermentierten grünen Sojabohnen und gilt vor allem in Asien als eines der gesündesten Lebensmittel. Es wird hier traditionell sogar bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und gegen Müdigkeit eingesetzt. Natto ist reich an Proteinen und Vitaminen, besonders an Vitamin K und enthält wichtige probiotische Bakterien. Das Enzym Nattokinase wird aber auch als Gerinnungshemmer und Blutverdünner beworben und soll laut einzelner Studien sogar Blutgerinnsel auflösen. Ob es präventiv und langfristig Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindern kann, ist nicht gesichert. Ebenso unklar ist, wieviel Natto man je nach Gewicht und Alter täglich bräuchte. Es wäre also äußerst riskant ein Medikament zur Blutverdünnung einfach durch Nattokinase zu ersetzen. Erwiesen ist dagegen seine generell positive Wirkung auf Herz und Kreislauf. Auch als leichter Blutdrucksenker und zur Durchblutungsförderung bei Krampfadern oder Hämorrhoiden kann es helfen.
Ungewohnter Geschmack
In Geschmack, Geruch und Konsistenz für uns etwas gewöhnungsbedürftig, wird es in Japan mit Reis und Gemüse häufig zum Frühstück gegessen. Inzwischen bekommt man Nattokinase hierzulande nicht nur in Pillenform, sondern auch als gefriergetrocknetes Pulver zum Einrühren in Suppen, Joghurt oder Smoothies. Da es als Nahrungsergänzungsmittel gilt, sind die zahlreichen Produkte aber nicht standardisiert und es fehlen Wirknachweise. Als gängige Dosierung gelten derzeit Kapseln mit 100 mg bzw. 2.000 FU täglich, einzunehmen eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Essen. Man sollte beides, die Nattokinase oder das Naturprodukt Natto, in Asia-Shops getrocknet erhältlich, als sinnvolle Nahrungsergänzung ansehen, wenn noch keine Herz-Kreislauf- oder Blutgerinnungsprobleme bestehen. Eine Kombination mit blutverdünnenden Medikamenten ist riskant und kann die Blutungsneigung erhöhen. Die Einnahme sollte also unbedingt mit dem/r behandelnden Arzt/Ärztin geklärt werden.
Heuschnupfen besser nicht ignorieren!
Spätestens wenn die Wiesengräser blühen, werden bei Pollenallergikern die meisten Symptome ausgelöst. Für viele ist der Spaziergang oder die Joggingrunde im Grünen ohne Medikamente jetzt kaum noch denkbar. Die ersten Sommertage im April deuteten bereits an, was Allergikern dieses Jahr blüht. Der Klimawandel sorgt mit vermehrt heißen trockenen Sommern für stärkeren Pollenflug, da die Pflanzen und Bäume unter Dürrestress mehr Pollen zur Arterhaltung produzieren. Exotische Pflanzen, wie die Ambrosia, verlängern zusätzlich die Pollensaison und insgesamt nimmt der Schweregrad allergischer Atemwegserkrankungen zu. Auch die Tendenz absteigender Symptome hin zum allergischen Asthma steigt weiter an. Besonders hoch ist das Asthma-Risiko für Heuschnupfen-Kinder.
Steigendes Asthma-Risiko
Rund ein Viertel aller Pollenallergiker*innen entwickelt irgendwann Asthma-Beschwerden. Durch die Entzündungen der Schleimhaut in den Bronchien kommt es zu Verengungen. Das Atmen fällt schwer und der Druck in der Brust nimmt zu. Schon deshalb sollte man einen Heuschnupfen nicht bagatellisieren. Um das Asthma-Risiko zu reduzieren und um generell in akuten Heuschnupfenphasen besser den Alltag zu meistern, ist es wichtig die lästigen Symptome durch Antihistaminika oder eine Immuntherapie zu behandeln.
Neue Wirkstoffe besser wirksam
Moderne frei verkäufliche Antihistaminika machen heute nicht mehr müde und haben kaum Langzeitnebenwirkungen. Neuere frei verkäufliche Produkte mit den weiterentwickelten Wirkstoffen Desloratadin, Levocetirizin oder auch Bilastin sind gegenüber den langjährigen Vorgängern stärker und besser verträglich. Für pollengeplagte Nasenschleimhäute gibt es mit dem Wirkstoff Mometason inzwischen effektivere antiallergische Nasensprays, die nur lokal (ab 18 Jahren) eingesetzt werden. Will man die Pollenlast reduzieren, täglich eine Nasendusche nutzen, Pollenfließ am Schlafzimmerfenster anbringen und abends duschen. Auch die Histaminlast im Essen beachten und in kritischen Phasen auf Konserven, reifen Käse, Räucherware sowie Meeresfrüchte besser verzichten.
Was tun gegen Nasenspray-Abhängigkeit?
Viele Schnupfennase wurden im Winter mit abschwellenden Nasensprays behandelt. Bei ihnen ist aber zu beachten, dass sie nur sieben Tage genommen werden dürfen. So mancher nimmt diesen wichtigen Hinweis aber nicht ernst, rutscht unbeabsichtigt in eine Abhängigkeit und muss immer öfter zum Spray greifen. Denn lässt die Wirkung nach, tritt ein erneutes Anschwellen der Nasenschleimhaut ein. Wegen des Rebound-Effekts, braucht man immer öfter und immer mehr Nasenspray. Es handelt sich dann um eine Rhinitis medicamentosa. Neben dem Gefühl schlecht Luft zu bekommen, ist die Schleimhaut zunehmend angegriffen oder sogar chronisch entzündet. Ihre Aufgabe, die Atemluft zu erwärmen und zu reinigen, kann sie dann nur noch eingeschränkt erfüllen.
Sanfter Entzug
Beendet man den Teufelskreis nicht, kann die Nasenschleimhaut dauerhaft gestört sein und auch der Geruchssinn leidet. Neben dem kalten Entzug durch spontanes Absetzen, gibt es sanftere Alternativen, z. B. die Dosis durch Verdünnen zu reduzieren. Ist das Fläschchen halb leer, wird es mit sterilem Wasser oder Salzwasser aufgefüllt. Dies wiederholt man, sobald es erneut zur Hälfte geleert ist. Bewährt hat sich auch die Ein-Loch-Methode, bei der das Spray nur für ein Nasenloch genutzt wird währen das andere sich regeneriert.
Durchhaltevermögen nötig
In jedem Fall muss man einige Wochen überstehen, bis sich die Nasenschleimhaut vollständig erholt hat. Inhalate und Nasenduschen können dies besonders abends unterstützen. Meerwassernasensprays dienen vor allem der Prävention, denn eine gut befeuchtete Schleimhaut kann Angriffe von Bakterien und Viren besser abwehren. Vorsicht ist bei der erneuten Verwendung abschwellender Nasensprays geboten, denn schon nach wenigen Tagen kann es zu einem Rückfall kommen. Dies gilt auch für gering dosierte Kinder-Nasensprays. Ausgeheilt ist eine Rhinitis medicamentosa erst nach etwa einem Jahr.
