Vermeintlich ungefährliche und natürliche Abnehmhilfen
Nicht zum ersten Mal wird auf Social-Media-Kanälen die Brennnessel als ideale Unterstützung beim Abnehmen gehypt. Sie kann sicher vieles und gesund ist sie auch, aber durch die tägliche Einnahme hochdosierter Brennnesselkapseln verliert man in erster Linie Wasser und nicht etwa unerwünschtes Fett. Mittel zur Entwässerung sind vor allem bei übermäßigen Wassereinlagerungen sinnvoll sowie für Menschen mit Blasen- oder Prostatabeschwerden. Durch den Wasserverlust reduziert sich anfangs durchaus das Gewicht, dies normalisiert sich aber nach einigen Tagen automatisch. Würde der Körper weiterhin vermehrt Wasser ausscheiden, könnte das schnell zulasten des Elektrolythaushaltes gehen.
Riskanter Mineralstoffmangel
Herz und Kreislauf können auf einen Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium und Magnesium durch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen reagieren. Mediziner und Ernährungsspezialisten warnen deshalb dringend vor der Brennnessel-Blitzdiät. Sie kann vor allem bei Nierenschäden und Herzproblemen gefährlich werden. Im Frühjahr sind die gepflückten frischen Triebe der Brennnessel für eine Entgiftungs- und Entschlackungskur dagegen ideal. Ein, zwei Tassen Brennnesseltee täglich aktivieren Stoffwechsel und Immunkräfte und regen die Verdauung an – ohne Risiken und Nebenwirkungen.
Nicht zugelassene Appetitzügler
Hiervon kann bei diversen im Internet vertriebenen Schlankheitspillen leider nicht die Rede sein. Im Januar warnten Gesundheits- und Verbraucherschütze dringend vor der vermeintlich pflanzlichen Abnehmhilfe „Starvex“. Die Pillen enthalten einen aufgrund seiner Nebenwirkungen seit Jahren nicht mehr zugelassenen Appetitzügler. Der Wirkstoff Sibutramin wurde früher in Arzneimitteln gegen Fettleibigkeit unter ärztlicher Aufsicht verabreicht. Es handelt sich also hierbei nicht um ein vermeintlich harmloses Nahrungsergänzungsmittel, wie die Werbung suggeriert, sondern um ein Mittel, das den Blutdruck anheizt, das Herz angreift und im schlimmsten Falle durch Herzinfarkte oder Schlaganfälle zum Tode führt. Auch gefährliche Wechselwirkungen mit Psychopharmaka sind bekannt. Immer wieder tauchen im Netz dubiose Schlankheitsmittel auf, bei denen riskante Inhaltsstoffe mangelhaft deklariert sind und deren Verkauf hierzulande verboten ist.

Wer Schmerzen hat, will sie möglichst schnell loswerden. Oft wird dabei übersehen, welche Rolle die Psyche selbst bei chronischen Schmerzen spielt. Kommt diese zur Sprache, fühlen sich Betroffene häufig missverstanden, als wären die Schmerzen nur eingebildet. Neben äußeren Verletzungen wie Brüchen oder Prellungen, können aber auch seelische Probleme wie z. B. Stress, Mobbing oder die Trennung vom Partner körperliche Schmerzen provozieren. Fachleute sprechen dann vom bio-psycho-sozialen Schmerz. Dieser ist ganz real und äußert sich vielfältig z. B. durch Rücken-, Kopf- oder auch Magenschmerzen. Angst, Hilflosigkeit und Isolation sind bekannte häufig unbewusste Auslöser. Im Gegenzug werden physisch ausgelöste chronische Schmerzen, wie Bandscheibenvorfälle, Knochenbrüche oder Tumorschmerzen durch unsere seelische Verfassung beeinflusst, indem sie sie verstärken oder schwächen.
Codein ist als Hustenstiller bei Reizhusten bekannt. Nach Problemen mit der Dosierung und dem Tod eines vierjährigen Mädchens aufgrund einer Überdosierung 2015, ist er seit einiger Zeit erst für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Der Oberste Gerichtshof (OHG) entschied nun, dass Pharmahersteller in einem solchen Fall haften, wenn ein entsprechender Hinweis im Beipackzettel fehlt. Man weiß inzwischen, dass bei Codein als Opiat einige Neben- und Wechselwirkungen auftreten können. Auch in manchen rezeptfreien Schmerzmitteln findet man zusätzlich Codein, da es nicht nur schmerzlindernd, sondern auch beruhigend wirkt. Das OHG hat nun u. a. bemängelt, dass im Beipackzettel nicht ausdrücklich auf eine unter Umständen tödliche Wirkung hingewiesen wurde.



Immer öfter sieht man in den Medien, dass Apotheken regionale Politiker*innen einladen um ihnen zu zeigen, welche Probleme den Apothekenalltag derzeit bestimmen. Auch Ministerpräsidenten und sogar Olaf Scholz durften hier schon hospitieren. Der Apothekenverband ABDA hatte im Frühjahr dazu aufgerufen, sich direkt an Landtags- aber auch Bundestagsabgeordnete zu wenden, ihnen die Situation zu erklären und sie in die Apotheke einzuladen. Nötig sei dies, weil man bei Gesundheitsminister Lauterbach auf taube Ohren stoße. Seither kann man also nicht nur von zahlreichen Apotheken-Schließungen lesen, sondern auch von ungewohnten Apothekenbesuchern.
Schon einige Jahre lang besteht der Hype um mit H2 angereichertes Wasser. Nicht nur für Sportler soll es Wunder wirken, auch chronisch Kranken und zur Gesunderhaltung habe es einiges zu bieten. Vor allem in Asien hat sich der H2-Trend durchgesetzt. Erstmals entdeckt wurde sein Wirkung 2007 von einem japanischen Forscher. Bei Ratten ließen sich mittels Wasserstoff Gewebeschäden und Durchblutungsstörungen reduzieren. Nachfolgende Tests zeigten seinen antioxidativen Einfluss. Als kleinstes bekanntes Molekül kann es leicht in die Zellen und betroffenes Gewebe eindringen. Seither wurde in zahllosen Studien sein therapeutischer Nutzen beleuchtet.